Zunächst mal eine Frage: Wie sehen die Blätter und Triebe oberhalb der Risse aus? Sind sie grün und fit oder verwelken sie?
Der Sonnenbrand dürfte mit den Rissen absolut nix zu tun haben.
Bild 1 und 2 ist eindeutig ein durch zu viel Last verursachter Bruch. Ursache dürfte zuviel Wasser gewesen sein. Man unterschätzt gerne welches Gewicht dann auf den Pflanzen lastet, wenn alle Blätter klatschnass sind.
Bei den Dauerregen der letzten Wochen haben sich hier im Hof selbst 4 m hohe alte Hecken so waagrecht gelegt, dass sie nur noch knapp über dem Boden waren und die hatten alte verholzte Stämme. Also kein Wunder, wenn da die ein oder andere Chili unter der Last knackst. Einer der Gründe warum man regelmäßig mal Wasser von den Pflanzen schütteln sollte, auch wenn es noch weiter regnet.
Die Frage ist nun, ob oberhalb dieser Bruchstellen noch was wächst oder nicht. Wenn es da noch grün aussieht, dann hat die Pflanze die Wunde schon gut genug verheilt. Dann würde ich beiden gebrochenen Seiten eine lange Schiene verpassen. Langen Stock, auf dem der gesamte Ast (nicht nur an dieser Stelle) aufliegt und Gewicht abgeben kann. Gut an etlichen Stellen fixieren.
Auch Bild 3 und 4 sehen nach einem Spannungsriss aus. Täuscht das oder bildet sich da bereits ein Knick an der Stelle, wo die Gabelung ist? Dann würde ich auch da eine stabile Stütze empfehlen. Die Wunde sieht schon verholzt aus und mitten raus wächst ja auch ein gesund aussehender junger Seitentrieb. Scheint die Pflanze also nicht wirklich zu stören (so lange sie halt nicht abbricht, deshalb Stöckchen).
Ich würde die alle in einen Streckverband legen und weiterwuchern lassen.
Grundsätzlich: Du bist ja auch jemand, der immer scharf an der Grenze zur Überdüngung fährt. Da muss einem klar sein, dass das immer zu Lasten der Stabilität einer Pflanze geht. Eine "Überdüngte" ist nicht nur anfälliger für Schädlinge, ihr weicheres Gewebe ist auch nicht so belastbar. Der gepuschte schnelle Wuchs geht immer auf Kosten von Stabilität, da Lignineinlagerung und stabile Zellen zu bilden Zeit braucht.
Das macht alles nix, so lange die Umgebungsbedingungen stimmen oder sie geschützt stehen. Kommst Du dann aber in ein Extremwetterjahr wie dieses, dann kommen halt auch viel schneller die Probleme, als bei einer nicht so gepuschten Pflanze. Für Wind- und Wasserlasten wie in diesem Jahr sind sie sowieso nicht gebaut und wenn sie dann noch entsprechend "zärter" sind ...
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