Bilder Schadhafter Pflanzen

Sichtbare Symptome (aus dem Bild)
  • Blätter hängen schlaff nach unten
  • Teilweise aufgehellt / leicht gelblich
  • Keine typischen Fraßspuren oder punktuelle Flecken → eher kein Schädlings- oder Pilzthema
  • Substrat wirkt oben trocken, unten evtl. noch feucht
Wahrscheinlichste Ursache: „Freiland-Schock“, sprich: Die Abhärtung fehlt. Indoor gezogene Pflanzen haben:
  • dünne Cuticula (Blattschutzschicht)
  • kaum Windbelastung, daher schwache Zellstruktur
  • geringe UV-Toleranz
draußen passiert dann gleichzeitig:
  • UV-Strahlung massiv
  • Transpiration massiv durch Wind
  • Blatttemperatur steigt
Ergebnis: Wasserverlust schneller als Nachschub → Turgorverlust → Blätter hängen. Ist durch Gießen nicht zu ändern, denn die Erde ist feucht genug.

Wind ist hier fast wichtiger als Sonne:
  • Wind erhöht Verdunstung massiv
  • kleine Töpfe → begrenztes Wasserpuffer
  • Wurzeln noch schwach → können nicht nachziehen
Temperaturdifferenz (kühle Nächte + heiße Sonne) ist zusätzlicher Stress.

Was tun? Weniger Wind, weniger Sonne, langsamer abhärten. Nächstes Jahr anders vorziehen.
 
Wind hat es praktisch keins da es im Wintergarten ist und die türe zu.. sonne ist auch nicht so wild, eher bewölkt und es ist 22-23grad.
 
Was eine Möglichkeit ist, ist zu (dauer)nasse Erde. Das lässt sich so auf die Ferne nicht beurteilen, das macht Wurzelstress und vor allem wird durch gutgemeintes Gießen noch schlimmer. Müsstest du vor Ort beurteilen.

Aber: In deinem Fall ist es IMHO schlicht der durch den Lichtmangel vergeilte Wuchs und die fehlenden Wurzeln. Jetzt wo es aus der DUnkelheit rausgeht, kann die Pflanze schlicht nicht liefern. Wintergarten ist halt auch suboptimal, einmal ordentlich Sonne drauf lässt die Temperaturen gerne schnell steigen.

Wenn sie noch nicht bis zum Topfboden durchgewurzelt haben (naja, eigentlich auch dann...) würde ich jedes Umtopfen nutzen um sie maximalmöglich tieferzulegen und dann den Stamm immer weiter aufhäufeln um wenigstens ein bisschen den dünnen Stängel zu schützen.
 
.. ist mit dieser pflanze schon mehrmals passiert,

...immer dann wenn mal Sonne drauf fällt? Das gibt sich mit der Zeit...auch wenn mal gleiche Sorten anbaut sind das alles Individuen und wie die Wurzeln aussehen weiss man ja nicht. Eine Sorte bei mir hat immer diese Probleme. So lange die sich wieder erholen ist alles ok. Manchmal ist auch ein Weichei darunter, die es nicht schafft ...

...das Stämmchen könnten wirklich ein wenig dicker sein, aber extrem verspargelt ist da nichts...

...die Blattfarbe ist auf Bildern immer etwas trügerisch...

..mach Dir mal keine Sorgen, das wird schon..,
 
wisst ihr evtl. an was das liegen kann?

Am schwarzen Topf. Nein, wirklich, also wenigstens wahrscheinlich. Die Sonne scheint drauf, der Topf wird heiß, die Folge ist Hitzestress im Wurzelbereich und die Pflanze kann trotz feuchtem Substrat den Turgordruck nicht aufrechterhalten. Die anderen Töpfe sind heller und werden nicht so warm.
 
Hallo zusammen, meine Rocoto Oxapampa macht mir Sorgen nach dem Umpflanzen ins Beet. Die Pflanze war gut durchwurzelt, weiße, gesunde Wurzeln, aber
die neuen Blätter sind merkwürdig hellgrün, bleiben klein, rollen sich nach unten ein und die Blattspitzen vertrocknen. Was ist das??? Am Standort Beet und der Erde kann es nicht liegen, denn 1m daneben steht die Arequipa Giant und die sieht -toi toi toi- gut aus, entwickelt sich prächtig.

Hier ein paar Fotos - fehlt ihr was - Eisen? oder Mineralien? Es sind weder auf noch unter den Blättern irgendwelche Tiere zu sehen...

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Hat jemand eine Idee - kann mir und der Pflanze helfen? Danke schon im voraus
 
Das sieht nicht primär nach Eisenmangel aus. Eisenmangel würde bei Chili/Rocoto eher so aussehen: Junge Blätter hellgelb, aber die Blattadern bleiben deutlicher grün; die Blattform bleibt zunächst relativ normal. Hier sind die jungen Blätter klein, blasig/verkrüppelt, nach unten eingerollt, glänzend-lederartig und mit vertrocknenden Spitzen.

Meine wahrscheinlichste Diagnose wäre:

Hauptverdacht: Weichhautmilben / Breitmilben
Bei Chili/Paprika verursachen Breitmilben genau dieses Muster: deformierter Neuaustrieb, nach unten eingerollte junge Blätter, gestauchtes Wachstum, lederige/bronzeartige oder nekrotische Blattspitzen. Die Tiere selbst sieht man mit bloßem Auge praktisch nicht zuverlässig; man braucht eher 60x bis 100x Vergrößerung und muss an den ganz jungen Triebspitzen und Blattunterseiten suchen.
Die Aussage „es sind keine Tiere zu sehen“ schließt Breitmilben daher nicht aus. Im Gegenteil: Bei sichtbaren Blattläusen, Spinnmilben oder Thripsen würde man oft eher Spuren, Häutchen, Gespinste, Kotpunkte oder silbrige Fraßstellen sehen. Hier wirkt es eher wie ein unsichtbarer Saugschaden am Wachstumspunkt.

Zweite Möglichkeit: Calcium-Transportstörung nach Umpflanzstress
Die andere plausible Erklärung ist kein absoluter Calciummangel im Boden, sondern ein Calcium-Transportproblem nach dem Umpflanzen: Wurzeln gestört, starke Sonne/Wind, schwankende Wasserversorgung, schnelles Wachstum. Calcium bewegt sich schlecht in junge, schnell wachsende Gewebe; Symptome können kleine, deformierte, gelbliche junge Blätter und Nekrosen an Spitzen/Rändern sein.
Das passt teilweise zu den vertrocknenden Spitzen. Aber die starke Blasen-/Kräuselstruktur und das nach unten eingerollte, verkrüppelte Neuwachstum sprechen für mich stärker Richtung Breitmilbe/Weichhautmilbe als für reinen Nährstoffmangel.

Eisenmangel: eher nein. Die Blätter sind zwar hellgrün, aber die Deformation ist zu stark. Eisen macht keine so typischen blasigen, lederigen, eingerollten Jungblätter.

Magnesium-/Stickstoffmangel: eher nein. Diese beginnen typischerweise stärker an älteren Blättern beziehungsweise gleichmäßiger, nicht so extrem am frischen Trieb.

Beet/Erde allgemein: Dass 1 m daneben eine andere Rocoto gut wächst, schließt Bodenprobleme nicht komplett aus, macht aber einen lokalen Wurzelschaden, Sortenunterschied oder Schädlingsbefall an genau dieser Pflanze wahrscheinlicher.

Was ich konkret tun würde: Zuerst die Pflanze wie Breitmilbenbefall behandeln, weil bei diesem Schadbild frühes Handeln entscheidend ist.
  1. Triebspitzen mit Lupe/Mikroskop kontrollieren
    Nicht auf alten Blättern suchen, sondern an den jüngsten, eingerollten Blättern, Blattunterseiten und Knospen. Bei Breitmilben findet man oft eher Eier/kleine helle Punkte als klar erkennbare Tiere.
  2. Stark deformierte Triebspitzen entfernen
    Die schlimmsten verkrüppelten Spitzen können weg. Das reduziert Befallsdruck und zwingt die Pflanze zu neuem Austrieb. Danach sieht man nach 7–14 Tagen, ob neuer Austrieb normaler kommt.
  3. Biologisch: Raubmilben einsetzen
    Gegen solche versteckt sitzenden Milben sind Raubmilben oft sinnvoller als wahlloses Spritzen. Geeignet sind je nach Verfügbarkeit z. B. Amblyseius swirskii, Amblyseius cucumeris oder ähnliche Nützlinge gegen Weichhaut-/Breitmilben. Wichtig: nicht vorher mit Öl/Pyrethrum alles tot spritzen, sonst schädigt man die Nützlinge gleich mit.
  4. Falls gespritzt wird: nicht Careo, nicht Fungizide
    Celaflor Careo wäre gegen Milben nicht meine erste Wahl. Saprol/Duaxo sind Fungizide und hier sachlich falsch.
    Promanal/Ölpräparate können gegen weiche Schädlinge/Milbenstadien wirken, aber bei Chili im Freiland besteht hohes Risiko für Blattschäden, besonders bei Sonne/Hitze. Nur abends, nicht bei Hitze, nicht auf gestresste Pflanze, erst an wenigen Blättern testen.
  5. Parallel Umpflanzstress entschärfen
    Gleichmäßig feucht halten, nicht nass. 3–5 Tage leichte Schattierung bei starker Mittagssonne. Nicht sofort stark düngen. Kein zusätzliches Kalium/Patentkali jetzt. Kein Eisen auf Verdacht.
Kurzurteil
Ich würde das nicht als „Eisen oder Mineralien fehlen“ einordnen, sondern sehr wahrscheinlich Breitmilben/Weichhautmilben am Neuaustrieb, alternativ Calcium-Transportstörung durch Umpflanzstress.
Praktisch würde ich die Pflanze isoliert betrachten, die deformierten Spitzen entfernen, mit starker Lupe kontrollieren und entweder Raubmilben einsetzen oder sehr gezielt gegen Milben behandeln. Wenn der neue Austrieb danach wieder normal kommt, war es kein grundsätzlicher Boden- oder Sortendefekt.
 
Hauptverdacht: Weichhautmilben / Breitmilben
Danke für die Aufklärung, wer die Schuldigen sind! Wusste ich auch noch nicht. 👍
Ich hatte dieses Schadensbild schon gelegentlich, aber im Freiland "wächst es sich meistens aus".
Habe gerade woanders nachgelesen, dass Weichhautmilben eine Luftfeuchtigkeit über 70% bevorzugen. Die trifft in unseren Breiten meistens zu, im Sommer und in der Sonne aber liegt sie am ehesten niedriger. Das erklärt vielleicht, warum das Problem im Freiland nach einer Weile verschwindet?
Stark deformierte Triebspitzen entfernen
Habe ich auch schon immer so gemacht, instinktiv, "falls es irgendeine Krankheit ist, die am stärksten befallenen Teile entfernen" ist eigentlich nie verkehrt.
Raubmilben einsetzen
Irgendwelche Lebewesen im Internet bestellen mache ich total ungern. Ich möchte eigentlich möglichst mit "Hausmitteln" arbeiten die ich hier vor Ort habe.
Kann es sein dass die Raubmilben im Garten natürlich vorkommen, vielleicht auch eine Erklärung warum das Problem im Freiland verschwindet?
"Überall im Garten kommen Raubmilbenarten natürlicherweise vor, z.B. im Boden oder auf Bäumen. [...] Raubmilben der Art Typhlodromus pyri halten sich gerne in Wildstrauchhecken auf und bevorzugen u.a. Brombeere, Roten Hartriegel, Haselnuss" - diese Sträucher habe ich alle. 🙂
 
@KölnKräuter
Danke für deine ausführliche Antwort. Weißt du, wie diese Milben sich verbreiten? Ich habe das Gefühl, dass das irgendwie ansteckend sein könnte...
Also ein Mikroskop habe ich leider nicht, werde mal mit viel Licht und starker Lupe suchen und berichten und natürlich erstmal die befallenen Trtiebe entfernen, d.h. in diesem Fall - die Pflanze köpfen :arghh:
 
Über befallene Pflanzen beim Umsetzen oder Zukauf, durch direkten Pflanzenkontakt, über Hände, Kleidung, Werkzeuge, Stäbe, über Wind, Luftbewegung und Erschütterung, über andere Insekten als „Taxi“, über Überwinterungspflanzen (auch Zimmerpflanzen)

Was bedeutet das konkret für diese Rocoto? Ich würde sie jetzt als potenziell infektiös behandeln:
  • nicht direkt an andere Chilis drücken lassen
  • kranke Pflanze zuletzt anfassen
  • stark deformierte Triebspitzen entfernen und entsorgen, nicht kompostieren
  • Schere danach mit Alkohol/Spiritus reinigen
  • Nachbarpflanzen besonders am Neuaustrieb beobachten
  • bei Bestätigung möglichst früh mit Raubmilben oder geeigneter Milbenbehandlung arbeiten
Wichtig: Wenn es wirklich Breitmilben sind, sieht man den Erfolg nicht an den alten verkrüppelten Blättern. Entscheidend ist, ob der neue Austrieb nach 1–2 Wochen wieder normal, grösser und weniger blasig kommt.

Bei Rocotos ist das tückisch, weil die Pflanzen behaart sind und die Tiere/Eier im Haarfilz und an jungen Trieben schwer zu erkennen sind.
 
Unter der Lupe waren bei gutem Willen so etwas wie durchsichtige, im Licht reflektierende Pünktchen zu sehen, na ja vielleicht diese Tierchen.
Habe befallene Stellen abgeschnitten und final entsorgt, den Rest nochmal eingesprüht. Hoffe dass das was unten neu kommt gesund ist. Danke euch allen
 
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