Erste Anzucht, Keimlinge, Licht und Wärme

Lexl74

Chiligrünschnabel
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Hallo zusammen,

ich habe am 15.02. meine Samen von Tabasco und Jalapenos in Kokostabs gegeben und auf einer Wärmematte abgedeckt bei feuchtem Klima arbeiten lassen.
Vor 7 Tagen sind dann die ersten Keimlinge erschienen.

IMG_0551.jpg
IMG_0552.jpg

Diese Jalapeno Keimlinge habe ich dann unter Kunstlichtlampen bei Temperaturen um die 17/18 Grad im Keller stehen.

Nun ist ein Keimling von den Tabasco Samen gekeimt, und meine Frage... soll ich den in dem Zustand noch im dunkeln und unter Wärme weiter stehen lassen oder soll der Keimling jetzt schon in den Keller zu den anderen unters Licht bei kühleren Temperaturen.

IMG_0549.jpg


Grüße
Alex
 
Hey,
ich würde die Keimlinge, bei denen die Keimblätter schon zu sehen sind, unters Licht setzten. Im Dunkeln mit viel Wärme werden die ansonsten relativ schnell spargeln --> Pflanzen wachsen einfach nur länglich in die Höhe.
Auf dem ersten Bild hast du 2 Helmträger. Wenn das noch der Fall sein sollte, könntest du versuchen die Samenhüllen etwas feucht zu halten. Im Zweifel müsstest du eventuell irgendwann mit einer feinen Nagelschere etc. nachhelfen. Oft schafft die Pflanze es aber noch selbst aus der Hülle. Im Optimalfall, streifen die Pflanzen die Hülle bereits in der Erde ab aber das hängt laut meiner bisherigen Erfahrung auch von der Sorte, der Einfplanztiefe, dem Substrat(?), ... etc. ab
 
oder soll der Keimling jetzt schon in den Keller zu den anderen unters Licht bei kühleren Temperaturen.
....ich würde die tagsüber auf die Fensterbank stellen und vielleicht abends nochmal ein, zwei Stunden unters Kunstlicht...

..die Helmträger würde ich schnellstens noch einmal aussäen, wenn man daran rumfummelt ist ungewiss was übrig bleibt, mit ein, zwei halben Keimblättern dauert das Unendlichkeiten bis zum ersten Blatt....

... ich würde eher stinknormale Erde zur Aussaat nehmen, als diese Quelltabs, das ist so ein Bröselkram, da entsteht kaum Reibung zum Helma Streifen. Ein knapper cm in Erde, dann gibt es keine Helmis....
 
..die Helmträger würde ich schnellstens noch einmal aussäen, wenn man daran rumfummelt ist ungewiss was übrig bleibt, mit ein, zwei halben Keimblättern dauert das Unendlichkeiten bis zum ersten Blatt....
Ja, das geht oft schlecht aus. 🙈 Aber einen Zentimeter feuchte Erde auf die Helmträger zu streuen, klappt eigentlich ganz gut, auch bei den Quelltabs. Ein Stückchen feuchtes Zewa auf dem Helmträger kann auch helfen.
 
Was grün ist, braucht Licht. Was kein (oder zu wenig) Licht bekommt, spargelt.

Fenster ist aktuell einfach viel zu wenig, selbst unter optimalsten Bedingungen. Du bekommst lange Internodien, dünne Stiele, weiche Blätter, späteres Blühen, mehr Umfallrisiko. Alles kein Beinbruch, aber vermeidbar.

Dagegen kann ich das Drama um die Helmträger nicht nachvollziehen. Ich habe das immer einfach die Natur machen lassen - selbst falls ich damit einen Tag Wachstumsverzögerung haben sollte, eine Neusaat ist ein Vielfaches.
 
Zuletzt bearbeitet:
Diese Jalapeno Keimlinge habe ich dann unter Kunstlichtlampen bei Temperaturen um die 17/18 Grad im Keller stehen.
Details zu den Lampen wären gut.

Zu den Keimlingen mit Samenhüllen drauf, AKA Helmträger. Dadurch bleiben die Keimblätter an der Spitze verbunden und sie bekommen so natürlich weniger Licht ab. Ja nun. Daran kann man herumdoktern oder es einfach wachsen lassen. Die normalen Blätter kommen nach, die Keimblätter werden zur Seite geschoben und niemand interessiert sich für die an der Spitze immer noch zusammenhängenden Keimblätter. Also lass dich nicht kirre machen oder gar zu unnötigen Amputationen verleiten, alles was die brauchen ist Licht. Mit sinnvoller und keineswegs teurerBeleuchtung bekommt man problemlos die 20-30 mol/m2/Tag die es für gutes Vorzuchtwachstum braucht. Nehmen wir mal 25 was weder zuviel noch zu wenig ist. Falls das Fenster uralt ist, bekommst du vielleicht 5 an einem sonnigen Tag, bewölkt vielleicht 1-2. Hast du moderne Fenster bekommst du weniger UV dafür mehr Wärme => noch mehr spargeln. Von etwas anderem als reinen Südfenstern wollen wir bei diesen Sonnenständen wie jetzt Anfang März erst garnicht sprechen.

Also am Fenster, insbesondere am modernen, ist die Pflanze rein im Überlebensmodus, sie wird überleben aber sie ist schlechtestmöglich auf das Freiland vorbereitet.
 
Hier mal ein Bildbeispiel:

IMG_1728.jpg


Wie man an der Spitze der beiden nach links gewölbten Keimblätter sieht, hängen diese immer noch durch die Samenhülle zusammen. Ergebnis: Der Pflanze ist es reichlich egal. Die normalen Blätter wachsen genauso und die Keimblätter haben ihren Job ohnehin gemacht.

Wenn man an der Samenhülle irgendwie rumfuhrwerkt, ist immer das Risiko der Beschädigung und das in einem äußerst fragilen Moment, denn dann hat der Keimling eben nur die Keimblätter.

Keimung braucht Wärme, Wachstum braucht Licht. Mit einer sinnvollen Lampe, passendes Spektrum und Lichtmenge, bekommt die Pflanze genau das was sie braucht um im Freiland stabil zu sein. Die Wärme hinter einem modernen Fenster ist das letzte, was die Jungpflanzen brauchen.

Stellt euch mal vor, ihr bekommt über zwei Monate jeden Tag nur 1/25 (März) bzw. 1/10 (April) der erforderlichen Nahrungsmenge und jede Woche einmal 1/5 (März) bzw. 1/2 (April) der erforderlichen Nahrungsmenge. Sicher, das kann man überleben, genauso wie die Pflanze das überlebt und man kann sie nachher in den Garten setzen und sagen: "Passt". Aber im Jahre 2026 wo man 24/7 Zugriff auf alle Wachstumszusammenhänge hat und für kein Geld (meine Lampe mit genau passendem Spektrum hat exakt 11,88€ incl. Versand gekostet) alles bekommt, ist es schlicht unnötig.
 
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Dagegen kann ich das Drama um die Helmträger nicht nachvollziehen. Ich habe das immer einfach die Natur machen lassen - selbst falls ich damit einen Tag Wachstumsverzögerung haben sollte, eine Neusaat ist ein Vielfaches.
Stimme ich zu, WENN die Pflanze es von selbst in den Status deines letzten Bildes schaffen sollte. Natürlich docktere ich auch nicht gerne an meinen Pflanzen rum, ich hatte aber auch schon welche, die es wirklich gar nicht aus den Hüllen geschafft haben. Dieses Jahr hatte ich den Fall noch bei zwei Physalis, die dann trotzt Anfeuchten des Samens einfach super dünn gespargelt und letztendlich einfach umgefallen sind. Aufgrund der Samengröße wäre in dem Fall manuell aber wohl auch nichts zu machen gewesen.
Als letzter Rettungsversuch bei Chilis, war der Eingriff bei mir bisher so ein 50/50-Ding. In meinen Fällen hatte ich sowieso Ersatzpflanzen aber wenn das nicht der Fall ist (und die Pflanze sich nicht zeitnah von alleine befreit), kann ein rechtzeitiges Nachpflanzen und / oder die manuelle Rettungsaktion eben für Gewissheit / Sicherheit sorgen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dieses Jahr hatte ich den Fall noch bei zwei Physalis, die dann trotzt Anfeuchten des Samens einfach super dünn gespargelt und letztendlich einfach umgefallen sind.

Absolut valide - Tipp für solche Fälle: In Keimbeutel oder in sonstiger "ich halte den kompletten Samen immer feucht" Konstruktion (Kaffeefilter in Eiswürfelbehälter / Perlensortierbox / whatever) keimen lassen, dann bei 5mm Keimtrieb mit der Wurzel nach unten in Erde stecken, 1cm locker überdecken, von oben feucht halten. Dadurch, dass dann die Wurzel sehr schnell sehr tief geht, kann nichts umfallen. Solche instabilen Kandidaten kann man (faule Lösung) seitlich mit etwas Erde anhäufeln oder (minimal mehr Arbeit) mit einem Kaffeelöffel rausholen und "tieferlegen" also tiefer reinsetzen und dadurch seitlich stützen. Wenig Wärme hilft auch - wenig Wärme => weniger Vergeilen => fällt nicht so schnell um.
 
Details zu den Lampen wären gut.

Zu den Keimlingen mit Samenhüllen drauf, AKA Helmträger. Dadurch bleiben die Keimblätter an der Spitze verbunden und sie bekommen so natürlich weniger Licht ab. Ja nun. Daran kann man herumdoktern oder es einfach wachsen lassen. Die normalen Blätter kommen nach, die Keimblätter werden zur Seite geschoben und niemand interessiert sich für die an der Spitze immer noch zusammenhängenden Keimblätter. Also lass dich nicht kirre machen oder gar zu unnötigen Amputationen verleiten, alles was die brauchen ist Licht. Mit sinnvoller und keineswegs teurerBeleuchtung bekommt man problemlos die 20-30 mol/m2/Tag die es für gutes Vorzuchtwachstum braucht. Nehmen wir mal 25 was weder zuviel noch zu wenig ist. Falls das Fenster uralt ist, bekommst du vielleicht 5 an einem sonnigen Tag, bewölkt vielleicht 1-2. Hast du moderne Fenster bekommst du weniger UV dafür mehr Wärme => noch mehr spargeln. Von etwas anderem als reinen Südfenstern wollen wir bei diesen Sonnenständen wie jetzt Anfang März erst garnicht sprechen.

Also am Fenster, insbesondere am modernen, ist die Pflanze rein im Überlebensmodus, sie wird überleben aber sie ist schlechtestmöglich auf das Freiland vorbereitet.
Ich hab mir die bei Amazon bestellt. 2 x 2 Lampen


Die hab ich so eingestellt, das sie volles Licht und ca. 10cm über den Keimlingen positioniert sind. Raumtemperatur bei 18,5 Grad

IMG_0560.jpg
 
Was ich auf dem Foto sehe:
  • Keimlinge sind deutlich vergeilt
  • Lange, dünne Stiele
  • Große Keimblätter
  • Internodien zu lang
  • Einige kippen leicht
Das ist klassischer Lichtmangel in den ersten Tagen nach Keimung.

2×2 dieser Lampen bei 10 cm liefern pro Arm vielleicht 3–5 W. bei 10 cm könnte es lokal auf die 10k Lux kommen, aber sehr punktuell, kaum Tiefenwirkung. Ich sehe keine Reflektoren - kostet nix, bringt viel. Das reicht gerade so, um weiteres Vergeilen zu bremsen, aber nicht um jetzt maximal kompakte Pflanzen zu erzeugen. Bei dieser geringen Leistung sind 10cm Abstand eher viel, aber näher wird bei den kleinen Spots nicht gehen.

Was hier seltsamerweise niemand angemerkt hat: Du hast 18,5 °C Raumtemperatur. Da passiert Folgendes:
  • Photosynthese läuft langsam
  • Zellstreckung bleibt relativ aktiv
  • Stiel wird dünn
  • Wachstum ist ineffizient
Selbst mit gutem Licht wären sie bei 18,5 °C eher schwach. Das sind Punkte die tausendmal mehr ausmachen als Samenhüllen.
 
Ach ja: Du hast in mehreren Töpfchen gleich mehrere Keimlinge. Es ist ja verständlich, mehrere Samen auszubringen, aber was ist dein Plan dazu?
A) Möchtest du mehrere Pflanzen? Dann solltest du die Keimlinge schnellstmöglich trennen. Also die Substratballen öffnen, vorsichtig Keimlinge auseinanderfriemeln und dann einzeln in Erde setzen. Dabei gerne "tieferlegen", also einen Teil des jetzt schon vergeilten Stiels in die Erde setzen.
B) Möchtest du nur jeweils eine Pflanze? Dann würde ich den am wenigsten vergeilten Keimling behalten und die anderen abknipsen.

Eines davon solltest du machen. Wenn es so bleibt wie jetzt, hast Du in jedem dieser Mini-Ballen mehrere Pflanzen von denen keine richtig loslegen wird.
 
Was ich auf dem Foto sehe:
  • Keimlinge sind deutlich vergeilt
  • Lange, dünne Stiele
  • Große Keimblätter
  • Internodien zu lang
  • Einige kippen leicht
Das ist klassischer Lichtmangel in den ersten Tagen nach Keimung.

2×2 dieser Lampen bei 10 cm liefern pro Arm vielleicht 3–5 W. bei 10 cm könnte es lokal auf die 10k Lux kommen, aber sehr punktuell, kaum Tiefenwirkung. Ich sehe keine Reflektoren - kostet nix, bringt viel. Das reicht gerade so, um weiteres Vergeilen zu bremsen, aber nicht um jetzt maximal kompakte Pflanzen zu erzeugen. Bei dieser geringen Leistung sind 10cm Abstand eher viel, aber näher wird bei den kleinen Spots nicht gehen.

Was hier seltsamerweise niemand angemerkt hat: Du hast 18,5 °C Raumtemperatur. Da passiert Folgendes:
  • Photosynthese läuft langsam
  • Zellstreckung bleibt relativ aktiv
  • Stiel wird dünn
  • Wachstum ist ineffizient
Selbst mit gutem Licht wären sie bei 18,5 °C eher schwach. Das sind Punkte die tausendmal mehr ausmachen als Samenhüllen.
Hmmm.... Ok, und was würdest Du mir jetzt empfehlen?? Die Lampen näher an die Keimlinge? Was bzw wie kann ich hier Reflektoren anbringen? Und sind 18 Grad zu kühl oder zu warm?

Danke für Deine ausführliche Erklärung :-)
 
Was ich machen würde:
  • 40W Panel kaufen (kostet weniger als die Hälfte dieser SPots)
  • Ballen aufschneiden, Keimlinge trennen, so tief es geht in Erde setzen
  • Keimlinge so tief es geht beleuchten
  • Raum auf ca. 22 Grad bringen
  • Sobald das 40W Panel da ist, die Spots zurückschicken
  • Seitlich aus Papier Reflektoren dranmachen, ich habe einfach festes Papier außen an die Panels geklebt und lass es senkrecht runterhängen
  • Lichtmessung-App installieren, normales Druckerpapier als Diffusor, 15k Lux einstellen (durch Höhe)
  • 18 h pro Tag
  • Falls möglich Mini-Ventilator
 
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