Frage zum Kreuzen von Chilis - Genetik


Anfänger2013

Jolokiajunkie
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Chilis sind ja einhäusige Pflanzen und produzieren sowohl männliche als weibliche Blüten. Das bedeutet, dass in den Genen keine Geschlechtsunterschiede verankert sind.

Wenn ich zwischen zwei Pflanzen kreuze, z.B. C. eximium und C. pubescens, kommt es dann darauf an, von welcher Pflanze ich die Pollen nehme?


Wenn ich den Pollen von C. eximium nehme um eine C. pubescens zu bestäuben, dann müsste ich eine große Frucht mit vielen großen Samen an der Rocoto erhalten.

Wenn ich den Pollen von C. pubescens nehme um eine C. eximium zu bestäuben, dann müsste ich eine winzige Frucht mit wenigen sehr kleinen Samen an der Wildchili erhalten.


Kommt jetzt aus den großen und kleinen Samen die gleiche F1 Pflanze heraus?

CZ-20170222_091429522-klein.jpg
 
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Jandalf

Jalapenogenießer
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Die Frage hatte ich auch schon gestellt, ich weiß es leider nicht.
Bei meinen Halblanger Vulkan x Bolivian Rainbow und Bolivian Rainbow x Halblanger Vulkan gab es in der F1 Generation leichte Unterschiede, aber ob das jetzt natürliche Varianz ist oder von der Reihenfolge der Eltern abhängt weiß ich leider nicht.

Es gibt aber noch einen weiteren Faktor: es gibt Pflanzenarten, da funktioniert nur eine von beiden Richtungen, da die Pollen in der anderen Richtung physisch nicht auf die Narbe passen. Keine Ahnung, ob es das auch bei Chilis gibt.
 

Rockwell

Baccatumbackenhörnchen
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es heißt ja das die Mutter ihre Gene etwas dominanter weitergibt als der ledigliche Pollenspender. Das klingt ja auch soweit logisch da die Samen ja auch vollständig aus dem Gewebe der Mutter bestehen.

Ich hatte diesen Winter den Versuch mit 2 verschiedenen Baccatums. Ich konnte nicht feststellen dass die Pflanzen in der F1 oder F2 verschiedene Merkmale gehabt hätten die die andere Gruppe nicht aufgewiesen hätte. Hierbei wurden aber relativ "ähnliche" Pflanzen gekreuzt.

Bei dir ist das natürlich um einiges krasser. Glückwunsch dass diese Kreuzung überhaupt geklappt hat :)
 

Grisou_99

Habanerolecker
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Hm.. schwierig :wideyed:
Ich denke mal nicht, dass in der nachfolgenden Generation die selbe Pflanze entsteht...
Wenn es weibliche und männliche Blüten gibt werden vielleicht einige Merkmale x bzw y Chromosomal vererbt. Daher kommt es schon darauf an von welcher Pflanze die Pollen kamen und welche bestäubt wurde.
Das die Mutterpflanze ihre Gene dominanter weitergibt kann ich mir eigentlich nicht vorstellen (bin mir aber nicht sicher!)
Nachdem eine Blüte bestäubt wurde werden die Gene ja komplett gemischt. Die Samen die dann entstehen werden zwar von der Mutterpflanze gebildet, tragen aber bereits komplett andere Gene. Es kann auch der Fall eintreten, dass die Mutterpflanze keine Gene an die F1 weitergibt, da die Bestäuberpflanze nur dominante Gene weitergibt.
Zudem kann es auch ein intermediären Erbgang geben. Es kann also Phänotypen geben, deren Merkmale nicht in der Parentalgeneration vorkommen.
Wenn ich mir mal das Beispiel von Jandalf angucke dann kann der Unterschied darauf zurückzuführen sein, dass eine Pflanze besonders dominant ihre Gene vererbt hat...
 

Miscalias

Dude
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Prinzipiell sollte es keine wesentlichen Unterschiede machen welche Sorte als Mutter und welche als Vater fungiert.

Es gibt jedoch wie immer in der Natur Ausnahmen zu jeder Regel. In diesem Fall handelt es sich um die extrachromosomale oder maternale Vererbung.
Man erinnere sich an den Biologie Unterricht: Es gibt neben dem Erbgut im Zellkern auch noch kleine Organellen die ihr eigenes Erbgut tragen. Dabei handelt es sich konkret um Mitochondrien ("Kraftwerke der Zelle") und Plastiden (Photosynthese, ...). Entgegen der Vererbung des genetischen Materials des Zellkerns, wird dieses Erbgut nicht den mendelschen Gesetzen entsprechend vererbt.
Die Mitochondrien und Plastiden werden ausschließlich von der Mutter bereitgestellt, sind also in der Eizelle enthalten.
Die Pollen dagegen, enthalten keine dieser Organellen. Sie sollen möglichst klein und kompakt sein um einfach übertragen zu werden.

In der Praxis bedeutet dass: Man muss die Geschlechterrollen nur berücksichtigen, wenn man Eigenschaften erhalten möchte die durch Plastiden oder Mitochondrien hervorgerufen werden. So können zum Beispiel Panaschierungen durch defekte Plastiden hervorgerufen werden. Dies würde dann ausschließlich durch die Mutter weitergegeben werden. In der Regel tragen die Organellen aber keine derartig herausstechenden Eigenschaften, unterscheiden sich also auch zwischen zwei Chili - Sorten nicht wirklich (Endosymbiontischer Gentranfer). Daher sind solche Effekte sehr selten und müssen beim Kreuzen nicht beachtet werden.

Beste Grüße

Miscalias
 
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