Hilfe benötigt: Erbsen


clappingmarkey

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Hallo zusammen!

Ich bräuchte mal eure fachkundige Hilfe.

Es geht um meine Zuckererbsen:
20140706_%252801%2529.jpg


Zwei Jahre lang hatte ich nie Probleme, doch nun geht es ihnen nicht gut und ich weiß nicht, woran es liegt. :(

Das genaue Schadbild: Die Pflanzen "vertrocknen"/"faulen". Ich denke, Bilder sagen mehr aus:

20140706_%252802%2529.jpg


20140706_%252803%2529.jpg


20140706_%252804%2529.jpg


Es betrifft erst die Triebspitzen, dann verfärbt sich der Stängel leicht bräunlich, gefolgt von den Blättern und Schoten.
Es sind nicht alle Pflanzen betroffen, sondern nur einzelne zwischendrin.

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen. :)
 

phönix4

Dauerscharfesser
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Hallo Markus :)

Hattest du die Erbsen immer an der gleichen Stelle gepflanzt ? man soll nach 2-3 Jahren einen anderen Standort wählen.

Alle zwei bis drei Jahre muss man jedoch das Anbaugebiet ändern, da die Erbse in hohem Maß eine Unverträglichkeit mit sich selbst aufweist. Die alten Beete sollten in den nächsten sechs bis acht Jahren nicht zum Erbsenanbau genutzt werden.

Da kommt auch noch die Erbsenblattlaus in Frage, die verursacht so ein Schadbild an den Hülsen und wie sieht es mit Mehltau aus ?

LG Enni
 

clappingmarkey

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Hallo enni,

danke schon mal. :)

Hatte ich vergessen dazu zu schreiben:
Die Erbsen stehen das zweite Jahr an dieser Stelle.
Nachbarn sind nur Bohnen und "wilder" Raps, der als Unkraut auftaucht, den ich aber regelmäßig entferne.
Die Bohnen sind gesund.
 

clappingmarkey

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Gerade noch gefunden: den Erbsenwickler. Zumindest in manchen Schoten (alle von betroffenen Pflanzen) vorhanden.

Kann er die Pflanze so derart schädigen?
 

dc2

Jalapenogenießer
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Erbsen und Bohnen sind auch nicht unbedingt so erfreut was direkte Nachbarschaft angeht meine ich mal irgendwo aufgeschnappt zu haben. Warum weiß ich nicht genau, kann auch nur sein, dass sie sich gegenseitig die Nähstoffe nehmen.
 

clappingmarkey

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Hm.
Hatte ich die letzten Jahre auch, und es gab nie Probleme... :huh:

Aber danke dir trotzdem. :)
 

Mayachili

Jolokiajunkie
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Ich bin ja echt kein Erbsenspezialist, aber könntest Du bitte mal bei einer betroffenen Pflanze den Stiel längs aufschneiden und davon ein Bildchen machen?

Ist die Triebspitze immer das allererste Symptom?
Oder sind gleichzeitig auch schon die Flecken an den Schoten vorhanden?
Oder gibt es auch Pflanzen die Symptome nur an den Schoten haben?

Verstehe ich richtig, dass Du bei allen betroffenen Pflanzen Erbenswicklerlarven in den Schoten gefunden hast?
 

clappingmarkey

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Das Bild mache ich morgen. :)

Die Triebspitze sieht so aus, gleichzeitig treten Flecken an den Schoten auf.
Kann auch sein, dass erste Flecken schon an den Schoten sind, bevor die Triebspitze so verkümmert.

Den Erbsenwickler hab ich bisher nur in Schoten von betroffenen Pflanzen gefunden.
Aber: Nicht alle betroffenen Pflanzen hatten den Erbsenwickler.

Danke dir schon mal für die Mühe. :)
 

Mayachili

Jolokiajunkie
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Falls Du eine komplett abgestorbene Pflanze hast, dann schneide den Stiel bitte unten auf, wo er in den Wurzelballen übergeht und eventuell auch ein Stück der Hauptwurzel. Danke.

Ich denke der Erbsenwickler ist allerhöchstens für die "fleckigen" Schoten verantwortlich, aber deine Erbsen haben noch ein anderes Problem.
Mal sehen wie die Pflanze innen aussieht.
 

clappingmarkey

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Der lange Regen und das Unwetter gestern hatten die Fotos ein wenig verzögert, aber jetzt. :)

Eine komplett abgestorbene Pflanze hab ich grade nicht, aber die nächste, die anfängt so auszusehen (Triebspitze, fleckige Schoten, welke untere Hälfte).

20140710_erbse-krank%2520%25281%2529.JPG


Die ersten ca. 20cm über der Erde:
20140710_erbse-krank%2520%25282%2529.JPG


Aufgeschnitten (Stelle: 10-20 cm über der Erde)
20140710_erbse-krank%2520%25284%2529.JPG


Übergang in den Wurzelbereich:
20140710_erbse-krank%2520%25283%2529.JPG


Nochmal näher. Sah eigentlich "nur" verholzt aus.
20140710_erbse-krank%2520%25285%2529.JPG

20140710_erbse-krank%2520%25286%2529.JPG


Die Flecken an den Schoten waren diesmal bevor die Triebspitze verkümmert. Habe mal drauf geachtet. Erbenwickler waren in keiner Schote dieser Pflanze.
 

Mayachili

Jolokiajunkie
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Auf dem vorletzten Bild in dem Wurzelstück auf der unteren Bildhälfte, bilde ich mir ein eine orange Linie zu sehen.

Direkt da wo die Wurzeln noch in der Erde ist, sehe ich das Orange etwas mehr seitlich, aber ab da wo keine Seitenwurzeln mehr entspringen und das Wurzelstück selbst etwas dicker ist (zum linken Bildrand hin), da sieht es aus, als verlaufe die orange Linie relativ in der Mitte.

Warum ich von orange schwafele? Nun, es gibt da einen Welkeerreger bei Erbsen, der nennt sich Fusarium oxysporum. Er arbeitet sich von den Wurzeln nach oben vor und man erkennt ihn unter anderem daran, dass sich das Gefäßsystem im Wurzelbereich orange (nicht rot) verfärbt. Nicht immer ist es leuchtend orange, aber man kann i. d. R. erkennen, dass es sich von unten nach oben ausbreitet.

Parallel dazu beginnt die Welke unten an der Pflanze mit gelben Blättern, die sich dann einrollen und absterben. Auch die gelben Blätter und das Einrollen ist auf deinen Fotos sichtbar.

Häufig bekommen befallene Pflanzen auch noch Sekundärinfektionen von anderen Krankheiten, was die Flecken auf den Schoten und auch die Muster auf den Blättern erklären würde.

Schau mal in diese pdf und lies Dir die "Symptomatik" von Fusarium Oxysporum durch (Seite 14 von 23).

Das Orange ist nicht immer so deutlich, wie auf den Beispielbildern in dem Text, hängt auch von der Rasse des Erregers und vom Stadium der Erkrankung ab.

Aber Du hast ja selbst Augen im Kopf und kannst vor Ort viel besser vergleichen, als ich mit Fotos auf dem Bildschirm. ;)
 

clappingmarkey

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Vielen Dank für die vielen Infos und deine Hilfe. :)

Habe mir die Broschüre mal angesehen: Es sieht tatsächlich nach dem Fusarium oxysporum aus. Wenn auch noch nicht so krass wie in dem pdf. Liegt aber vielleicht daran, dass ich befallene Pflanzen bislang immer früh entfernt habe.
Dann werde ich jetzt wohl oder übel Anbaupause machen müssen.

Nochmals danke für deine Hilfe! :)
 

Mayachili

Jolokiajunkie
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Erbsen sind sehr anfällig gegen bodenbürtige Krankheiten, deshalb sollte man grundsätzlich bei Erbsen Anbaupausen von 6 Jahren machen. Viele Kleingärtner nehmen das nicht ernst und so bleibt der Erreger immer schon im Revier. :rolleyes:

Falls Du nächstes Jahr auf Erbsen nicht verzichten willst, dann pack sie in Mörtelbütten, das geht auch. So lange die Wurzeln nicht in der infizierten Erde sind, klappt das normalerweise, denn dieser Erreger muss durch die Erde an die Wurzeln kommen, er ist keiner von denen die durch die Luft segeln oder via Thripse reisen. ;)
 

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