Na, da entwickelt sich der Thread ja exakt wie von mir auf Seite 1 oder 2 vorhergesagt....
Wenn der Fleischesser kocht und weiß, daß ein Vegetarier/Veganer unter den Gästen ist, nimmt er Rücksicht und bietet ihm eine veg. Variante an; die anderen bekommen ein Fleischgericht. Alle werden satt. Wenn der Vegetarier/Veganer kocht bietet er ausschließlich veg. Sachen an. Alle werden satt.
Also in meiner Wahrnehmung bzw. in meiner Umgebung ist es gar so, dass oftmals Fleischesser auf Fleisch verzichten, in Anwesenheit von Vegis.
Aktuelles Beispiel: Ich hab mit meiner (veganen) Schwester über Weihnachten bei unserem Herr Vater geredet. Ich wollte von ihr wissen, ob es eine für sie legitime Alternative zu Fleischfondue gibt. Sie kann ja ihren Topf mit Gemüsezeugs drin kriegen. Es endete quasi im Streit.
Die Ausgangslage ist so:
Körnchenpicker:
- meine Schwester
- ihre 2 Töchter
Fleischfresser:
- ihr Mann
- ihr Sohn
(Sie kocht zuhause, ihre "Männer" essen nur dann Fleisch oder "tierisches", wenn sie nicht zuhause ist, ansonsten werden sie halt vegan "zwangsernährt")
- unser Papa
- dessen Frau
- mein Sohn
- meine Partnerin
- ich
Ich bot meiner Schwester also an, dass sie beispielsweise einen Topf mit (von mir frisch und selbst zubereiteter) veganer Bouillon kriegen kann, wo sie ihr Gemüse, Tofu und was was weiss der Geier noch drin garen kann, während wir halt unseren Fleischtopf mit Fleischbrühe und Fleisch haben. Auch werden wir im Dorf meines Vaters beim (Berg-)Biobauer unser Fleisch selbst aussuchen.
Die Antwort? Empört meinte sie, wir sollten doch wenigstens
einmal alle auf den Verzehr von "Tieraas" verzichten können....
Fazit: Ich selbst respektiere jeden, der aus Überzeugung seine Ernährung gestaltet. Aber irgendwo ist auch mal Ende mit dem Quatsch. Insgesamt ist diese ganze Diskussion längst kein ernährungstechnisches Problem mehr, sondern ein reines First World Problem, sowohl der prinzipielle Verzicht auf Fleisch als auch das (billig erhältliche) Übermass dessen. Eine Art Gucci Tasche am Arm der Gesellschaft. Die Leute müssen sich mehr überlegen, was Ernährung eigentlich bedeutet und wie wir sie gestalten sollten. In der Generation meiner Eltern hiess es: BEINE UNTER DEN TISCH!!!
(es wird gegessen, was auf dem Tisch steht).