Letzte Woche habe ich es endlich - gerade noch rechtzeitig geschafft - meine Eigenbau-Ebbe-Flut-Hydroanlage wieder aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. Ich möchte das gern hier dokumentieren, obwohl ich gleich vorwarnen muss: es ist extrem Low-Tech und Low-Cost. Dennoch funktioniert es prima, läuft weitgehend störungsfrei und erlaubt Abwesenheiten von mehreren Wochen. Daher möchte ich Euch gern das "Machwerk" vorstellen.
Zunächst: Ebbe-Flut funktioniert durch Schwerkraft. Das heißt, das Wasserreservoir steht tiefer als die Pflanzgefäße. Bei mir bedeutet dies konkret, dass das Reservoir (Mörtelwannen mit Deckel) auf dem Balkonfußboden stehen und die Pflanzbehälter auf Bänken, die wir dafür zusammengezimmert haben. Für die Bänke haben wir Reste meiner Küchenarbeitsplatte vom Umbau verwendet sowie eine ausrangierte Platte der alten Küche. Darunter kamen Kanthölzer als Füße. Das Problem: mein Balkon hat einen Abfluss im Boden und deshalb ein Gefälle. Im vorigen Jahr habe ich noch mit Klötzchen zum Ausgleich gearbeitet. Dieses Jahr habe ich Holzschrauben mit Sechskantkopf in die Beine geschraubt. Damit kann ich alles exakt und ohne viel Aufwand waagerecht einstellen.
Ich verwende als Pflanzgefäße zwei ineinandergestellte normale Wischeimer (10 Liter und 8 Liter), die oben perfekt ineinander passen. Der Außeneimer ist von Toom, der Inneneimer von Tedi. Der Außeneimer ist, obwohl optisch nicht besonders schön, extra so dunkel wie möglich gewählt, um Algenbildung zu verhindern. Die Eimer sind mit 16er Elektroinstallationsrohr verbunden. Wenn man knapp bohrt und die Rohrabschnitte sauber entgratet, kann man sich sogar das Abdichten mit Silikon sparen. Bei mir ist es auch ohne Silikon dicht, was das Auseinanderbauen im Herbst/Winter sehr erleichtert.
Als Reservoir verwende ich zwei Mörtelwannen mit Deckel, die mit einem Heber (gebogenes 20er Elektroinstallationsrohr) verbunden sind.
Die Pumpe stammt von Amazon und kostet so ca. 10 bis 15 Euro. Für den Elektroanschluss haben wir ein ausgedientes 12V-Netzteil verwendet. Die Pumpe wird an den mittleren Eimer mit Gardena-Schlauch angeschlossen. Hier muss ich mir noch etwas einfallen lassen wegen der Algen im Schlauch. Sonst konnte ich im ganzen System keine Algen finden.
Ich betreibe insgesamt 12 Eimer und flute viermal täglich für 16 Minuten, dann ist der maximale Wasserstand erreicht. Geschaltet wird die Pumpe über eine elektronische Zeitschaltuhr. Als Dünger verwende ich Haka soft spezial, im Moment für die Jungpflanzen mit einem EC von 1,3.
Dieses Jahr ist das erste Problem aufgetaucht. Die Pumpe war durch ein eingespültes Bimssteinkörnchen aus der Anzucht blockiert. Da habe mich mich an die hier im Forum so beliebten Organzasäckchen erinnert.

Ich habe die Pumpe in ein Säckchen eingepackt gegen Verunreinigungen aus dem Reservoir und außerdem das Anschlussstück im Eimer gegen Verunreinigungen aus den Pflanzgefäßen. Als Stubstrat für die Endeimer verwende ich Blähton.