Keimprobleme bei Wildchilis :S

Pusztablume

Habanerolecker
Beiträge
353
Liebe Wildchilispezialisten,

ich bin hier am verzweifeln, weil ich schon auf gefühlte 100 Arten versucht habe, meine Wildchilisamen zum keimen zu bringen :eek: Einweichen in Salpeter, Einweichen in Wasser, Keimversuch in Watte, auf Küchenrolle ( was bei mir immer die schnellste und zuverlässigste Methode war), in normaler Erde und in Rhododendronerde :confused: Da ich schon an meinem grünen Chilidaumen zu zweifeln begonnen habe, hab ich sogar schon einen "normalen" Chilisamen dazuzulegt, um zu schauen, ob ich nicht doch was falsch mache - Resultat: Keimung der Normalosorte nach 2-3 Tagen :dodgy:, keine Regung bei den Wilden, auch nach 8 Wochen nicht - danach sukzessive Vergammelung. Die einzige Sorte, die sich erbarmt hat, war die rhomboideum, und das schon nach 1 Woche.
Kann mir bitte irgendjemand sagen, ob es bei den Wilden irgendeinen speziellen Trick gibt? Ich hätt schon gerne noch eine andere Wildsorte neben der rhombo :undecided:
Oder sind die folgenden Sorten einfach etwas anspruchsvoll? :

O'odham Chiltepin
Cobincho
Cumari Pollux
PI 260567

Würd mich sehr über Tipps freuen :)
 

Habbi Metal

Würfelsspieler aus Leidenschaft
Ehrenmitglied
Beiträge
20.545
Ist denn sichergestellt, das es sich um relativ frisches und richtig gelagertes Saatgut handelt?
 

grünzeug fee

Habanerolecker
Beiträge
378
ich habe das auch festgestellt,wildsorten keimen langsamer und unregelmässig. hab es auf die kocosfasererde geschoben.
zu wenigstens 6 von 10 sind dann gekommen und sehr langsam gewachsen.
ach so und eine sehr hohe temperatur war nötig. meine standen auf dem terra,direkt auf der lampe.
 

hannsemann

-
Ehrenmitglied
Beiträge
8.157
Wildsorten nicht unter 27°C keimen.
Eher Richtung 29°C. Eine Heizmatte, die regelbar ist, hilft ungemein.
Kokosqueller dazu und ein Minigwh. sind mein Tipp.
Es kann auch deutlich länger wie 8 Wochen dauern, bis die sich bewegen.
Was auch geht: in Vogelkot vorquellen lassen.
Ist zwar eklig, soll aber ungemein helfen.
 

Pusztablume

Habanerolecker
Beiträge
353
Danke für eure Antworten!

@Habbi: die Samen hab ich von unserem Haus- und Hoflieferanten, dem Peter, da bin ich mir sicher, dass die frisch waren. Gelagert werden die Samen bei mir ( wie alle anderen Samen auch) in einer kühlen Ecke in meiner Samenbox :) Denke eher, dass es an meiner Taktik liegt, dass sie nicht keimen ;)

@grünzeug fee: in Kokos hab ichs bis jetzt noch nicht versucht, da ich damit nicht so gute Erfahrungen gemacht habe. Aber wer weiß, vielleicht ist das ja bei den Wilden die Methode der Wahl :) Wird probiert.

@Hannsemann: d.h. bei der momentanen Temperatur von ca. 30 Grad in meiner Wohnung hab ich also gute Chancen? :cool: Ansonsten könnt ich die Keimbox auf die Tiefkühltruhe stellen, dort oben ist's noch wärmer - quasi eine Chilisauna :sweatdrop: Brauchen die diese Temoeratur dann konstant oder wollen die in der Nacht eher eine Absenkung? Weil dann würd ich die bei der Wetterlage eher auf den Balkon stellen ( tagsüber 35-39, nachts 22-25 Grad) und versuchen mich in Geduld zu üben (ist nicht gerade eine meiner ausgeprägtesten Charaktereigenschaften :whistling:) :news:
Das mit dem Vogelkot find ich auch richtig grauslich, dann lieber eine höher konzentrierte KNO3-Lösung :no:
 
S

Semillas

Gast
Da die Samen ja von mir sind, müssen sie auch keimen, denn ich bringe sie ja auch zum keimen!

Einweichen in Salpeter 1-2%ig 24-36h bei 30°C
Danach NICHT abspülen, sondern auf Anzuchtsubstrat setzen und 1cm bedecken.
Unbedingt wegen der langen Keimzeit den Topf mit Glas abdecken, sonst kommt es unweigerlich dazu, daß die Oberfläche austrocknet und dann sind die Samen hin!
Mit Topf meine ich auch einen Topf und kein Schnapsglas oder was sonst hier noch so zur Anzucht verwendet wird.
Den Topf, der selbstverständlich einen Kreuzboden mit vielen Löchern hat in einen Topf mit warmen Wasser stellen und das Substrat feucht saugen lassen, bis die Oberfläche dunkel wird.

10 Tage bei konstant 30°C inkubieren, danach ohne direktes Sonnenlicht aufstellen, die Tag und Nachttemperatur kann ruhig schwanken.

Da man durch die Glasplatte sehen kann, ob sich was tut, muß man sie nicht abnehmen, also trocknet auch nichts aus. Wenn doch, einfach mal nach 3 Wochen wieder in warmes Wasser stellen.

In 3-6 Wochen sollte sich was tun.
Merke: They thrive on neglect!

Gruß

Peter
 

Pusztablume

Habanerolecker
Beiträge
353
Danke für die ausführliche Antwort, Peter :) Die Anzucht in normaler Erde war mein 1. Versuch. Ich habe allerdings die Töpfe mit Frischhaltefolie abgedeckt, da ich keine Glasscheiben da habe. Ich denke, dass bei meinen ersten Anzuchtversuchen die Temperatur einfach zu niedrig war, denn jetzt, da es in der Wohnung unerträglich heiß ist, regt sich was bei den O'odham Chiltepins :clap: Sind wohl begeisterte Saunierer, die Wilden :)
 

Schneeglöckchen

Jalapenogenießer
Beiträge
131
Was auch geht: in Vogelkot vorquellen lassen.
Ist zwar eklig, soll aber ungemein helfen.
Wie macht man das Vorquellen in Vogelkot genau? Ich will Charapitas zum keimen bringen, letztes Jahr hat es nicht funktioniert und dieses Jahr sind es meine letzten Samen.
Spatzenkot liegt noch auf dem Beet unter unserem Vordach. Bisher hat es nicht so stark geregnet dass er weggespühlt wurde
 

Mütze

Dauerscharfesser
Beiträge
1.034
IMG_20201212_090905.jpg

Ich würde erstmal fragen ob das wirklich funktioniert und nicht vielleicht grund verkehrt ist. Soll da ja wohl nach sieben Jahren Erfahrungen zu geben.

Vom Aderlass war man auch lange überzeugt, kann man heute auch nur von abraten da wieder mit anzufangen :)
 

Tschilotine

Chiligrünschnabel
Beiträge
62
Ja, ja, das leidige Keimthema. Unsere Methode: Fleischsalattöpfchen mit feuchtem Küchenkrepp im Deckel, darauf die Samen, nochmal befeuchten und mit dem Deckel nach unten aufs warme Fensterbrett. Regelmässig kontrollieren und wenn nötig mit warmem Wasser besprühen. Manche Sorten brauchen tatsächlich ewig lange, bis sich etwas regt. Küchenkrepp hat den Vorteil, dass man die Samen die gekeimt haben mit der Schere ausschneiden und mitsamt dem Krepp eintopfen kann.
Wuah, Vogelkot, wenn ich bedenke, was die Geier alles Fressen... nein Danke!
Ich denke, man muss sich als Hobbygärtner damit abfinden, dass manche Pflanzen / Arten einfach nicht so wollen, wie man es gerne hätte.
Alter und Lagerung der Samen - wir haben letztes Jahr nicht schlecht gestaunt, dass in einem Hochbeet plötzlich überall Tomatenpflänzchen auftauchten. Die Erklärung: das waren die Samen der runtergefallenen Tomaten! Da meinte der admin noch: was mache ich eigentlich immer so ein Gedöns um die Keimung :D
 
Oben Unten