KlausP's peruanische Chilis 2025

Man Klaus, weil mich deine Fotos hier fasziniert haben weill ich mir nicht vorstellen konnte was für ein komisches Stück Land das ist, habe ich tatsächlich den ganzen ersten Faden durchgelesen, wo du beschreibst wwie ihr zu dem Stück gekommen seit. Wow, ich bin platt! Wie viel Arbeit und Energie da reingesteckt wurde. Super. Mein einziges Bedenken ist dass die Stadt sagt okay, das wars. Vielen Dank für all die Arbeit und dass ihr auch noch dafür bezahlt habt! Hoffe ihr habt euch abgesichert. Nochmals: Grosses Kompliment.
Gruss
Jo
 
Hoffe ihr habt euch abgesichert.
Klar, der Pachtvertrag kann ganz normal gekündigt werden.
Habe das eher als praktisches Problem gesehen, was ist die beste Lösung unter den gegebenen Randbedingungen. 😁
Da sind viele einzelne Entscheidungen gefallen die immer das Thema haben, einen möglichst kleinen "Fußabdruck" auf dem Grundstück zu haben. Finanziell aber auch unter Umwelt-Gesichtspunkten. Umweltfreundlicher ist im Garten meistens auch billiger.
Ein paar Beispiele:
  • Kein Brunnen. Die hätten das erlaubt, wäre aber nur über Fachfirma möglich, und teuer.
  • Hütte aus unbehandeltem Holz. Kann man vollständig zurückbauen und das Holz ist wieder verwendbar (lackiertes / imprägniertes Holz bekommt man nicht so einfach los).
  • Keine befestigten Wege. Das Material, egal ob Platten, Kies, Sand, Holzspäne hätte ich kaufen, transportieren, verbauen und dann eventuell wieder zurückbauen müssen. Habe einfach gar nichts gemacht und die Wege sind aus dem vorhandenen Lehmboden bzw. Gras.
  • Keine Beetkanten, keine Gewächshäuser, keine Hochbeete usw. - genauso, kein Materialaufwand.
  • Kein zusätzlich eingebrachter Boden, nur was da war, allmählich verbessert durch umgraben und Kompost.
  • Kein Strom, keine Maschinen. Ich mach fast alles mit Handwerkzeugen, muss mir dann auch keine Sorgen machen dass jemand die Hütte aufbricht um irgendwelche Geräte zu klauen.
Die körperliche Arbeit die ich reingesteckt habe hat natürlich das Grundstück verbessert, aber auch meine Fitness aufrechterhalten. Und einen Ertrag in Form von Gemüse geliefert. Was hätte 5 Jahre Beitrag im Fitness-Studio gekostet, und da macht man sinnlose Bewegungen und bekommt kein Gemüse. 🤣
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt kommt noch ein Nachschlag zum Thema "peruanische Chilis", wir haben uns gedacht wir besuchen sie mal im Ursprungsland, in Peru.
In nächster Zeit werde ich ab und zu Bilder von unserer Peru-Reise hochladen. 😎

Nach einem typischen Frühstück aus Tamales und Salsa Criolla (mit Ají Limo)...

DSC_0008.jpg
DSC_0005.jpg


... machten wir uns auf nach Callao, die Hafenstadt direkt bei Lima. Wie jede Hafenstadt, mit etwas Vorsicht zu genießen, aber es gibt im Ortskern einige sehenswerte alte Gebäude, eine Fußgängerzone mit Kunstgalerien und Restaurants...

DSC_0011.jpg
DSC_0014.jpg
DSC_0013.jpg


... wo wir uns erstmal ein Ceviche bestellten. Traditionell zubereitet mit rohem Fisch, Limettensaft, Zwiebeln, Ají Limo, als Beilagen: Mais, Süßkartoffel, ein Salatblatt und "Cochayuyo" (Meeresalgen), vorab als kleinen Snack, "Cancha" (gerösteter Mais) und Rocoto-Sauce.

DSC_0017.jpg
DSC_0022.jpg
DSC_0018.jpg
DSC_0015.jpg


Zur Zeit gibt es im "Museo Naval" in Callao eine Sonderausstellung zur Caral-Kultur. Diese 5000 Jahre alte Kultur an der Küste nördlich von Lima, wurde in den letzten Jahren weiter erforscht, und die Ausstellung zeigt die Erkenntnisse der Archäologen zum Thema Ernährung durch Fischfang und Landwirtschaft in dieser alten Kultur. Im ersten Teil der Ausstellung werden Übersichtskarten und das Thema Fischfang dargestellt. Es wurde bei den Ausgrabungen minutiös nach kleinsten organischen Resten gesucht, um die Arten von Meerestieren zu ermitteln, die damals gesammelt / gefangen und gegessen wurden.

DSC_0024.jpg
DSC_0032.jpg
DSC_0042.jpg


Der zweite, für uns besonders interessante Teil stellt dann das Thema Landwirtschaft dar. Alle organischen Reste wurden ausgewertet, um die damals, vor 5000 Jahren in der Caral-Kultur in Peru bereits domestizierten und angebauten Pflanzen zu ermitteln. Die Liste ist eindrucksvoll, z.B. Kartoffeln, Mais, Kürbisse, Bohnen, Erdnüsse, Avocados, Baumwolle ... und Chilis !!!

DSC_0039.jpg
DSC_0050.jpg
DSC_0054.jpg
DSC_0057.jpg


Nach dem Besuch der Ausstellung machten wir einen Zwischenstopp auf einem nahegelegenen Markt, dem "Mercado Santa Rosa". Wie auf vielen Märkten in Peru gibt es dort fertig zubereitete Chili-Saucen "zum mitnehmen". Neben den üblichen Sorten, die man auf jedem Markt findet (Ají Limo, Ají Amarillo und Rocoto Gigante), fanden wir an einem Stand den "Ají Dulce" und nahmen gleich ein paar mit, fürs nächste Frühstück.

DSC_0067.jpg
DSC_0069.jpg
DSC_0070.jpg
DSC_0004.jpg
 
Genial.

Euch viel Spaß.

Caral ist wahnsinnig Interessant, hatte ich mir letztes Jahr angeschaut. Gab neulich ja ein Papier zu genau das Thema Ernährung in Caral. Echt spannend.
 
Jedes Wochenende gibt es in Lima die "Agroferias Campesinas", einen kleinen Straßenmarkt, bei dem landwirtschaftliche Produkte aus verschiedenen Regionen an das Publikum in Lima vermarktet werden. Es gibt Obst, Gemüse, und verarbeitete Produkte wie Schokolade, Marmeladen und Soßen.

DSC_0072.jpg
DSC_0088.jpg
DSC_0089.jpg
DSC_0087.jpg


An einem Stand fanden wir, neben Tamales und grüner Kräutersoße, frischen "Ají Arnaucho" (Chili aus dem Supe-Tal nördlich von Lima). An einem anderen, zwischen verschiedenen Bananensorten, "Ají Charapón". An einem Stand aus der Urwaldregion Oxapampa, wurde Rocoto-Marmelade und verschiedene Chili-Soßen verkauft und wir erstanden einige davon für das nächste Frühstück. Ich schmiere mir gerne Chili-Soße aufs Frühstücksbrot. 😎

DSC_0076.jpg
DSC_0085.jpg
DSC_0083.jpg
DSC_0082.jpg


Auch in Supermärkten werden verschiedene Chili-Soßen verkauft, hier einige Beispiele: Soße aus Rocoto, Ají Amarillo, Ají Charapita, und fertig zubereitete "Salsa Huancaína"

DSC_0094.jpg
DSC_0093.jpg
DSC_0095.jpg
DSC_0097.jpg
 
Dann besuchten wir die "Universidad Nacional Agraria La Molina", die Landwirtschaftliche Hochschule in Lima.
Im Eingangsbereich gibt es eine Verkaufs-Ausstellung, wo Pflanzen und andere Produkte aus den landwirtschaftlichen Musterbetrieben der Universität verkauft werden. Wie wäre es z.B. mit einem Avocado-Baum für den eigenen Garten?

DSC_0124.jpg
DSC_0120.jpg
DSC_0122.jpg
DSC_0112.jpg


Besonders interessierten mich die peruanischen Kräuter, z.B. Muña (Minthostachys mollis) ...

DSC_0100.jpg
DSC_0101.jpg


... und Chincho (Tagetes elliptica). Da gab es sogar einige blühende Exemplare. Bisher glaubten wir, Chincho blüht so selten, daß er normalerweise nicht über Samen, sondern über Stecklinge vermehrt wird...

DSC_0102.jpg
DSC_0106.jpg
DSC_0103.jpg
DSC_0105.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Im hinteren Teil des Universitätsgeländes sind die Versuchsfelder und die Büros des Chili-Projekts. Am Empfang waren einige besondere Produkte ausgestellt - Soße aus Ají Mochero, fermentierte Chili-Soße und eingelegte Chilis - aber leider war es Samstag und wir bekamen die freundliche Auskunft, dass nur Dienstag bis Freitag, der Verkauf von Chilis bzw. Chili-Erzeugnissen stattfindet.

DSC_0157.jpg
cremas1.jpg


Einige Studenten waren auf dem Versuchsfeldern zugange und wir nutzen die Gelegenheit, uns etwas umzuschauen. Ein großes Feld war mit kleinen Ají Amarillo-Pflanzen besetzt, man konnte sehen dass mit Tröpfchenbewässerung gearbeitet wird.

DSC_0129.jpg
DSC_0128.jpg


Ein anderes Feld war mit Rocoto-Pflanzen besetzt, die schon wesentlich weiter im Wachstum waren. An der Form der Pflanzen, unterschiedlichen Blüten und Beschriftungen war erkennbar, dass es sehr viele unterschiedliche Sorten sind.

DSC_0138.jpg
DSC_0131.jpg
DSC_0144.jpg
DSC_0139.jpg
DSC_0133.jpg
DSC_0140.jpg
rocoto2.jpg


Am Rand der Felder konnten man beobachten, dass mit natürlichen Methoden gearbeitet wird, es waren Schädlingsfallen mit Melasse aufgestellt (habe ich vergessen zu fotografieren), es wurde Kompost hergestellt und es gab verschiedene Pflanzenstreifen um Nützlinge anzulocken, z.B. ein Streifen Fenchel, in dem es vor Marienkäfern nur so wimmelte

DSC_0155.jpg
DSC_0148.jpg
DSC_0147.jpg
DSC_0146.jpg


In diesem Fenchel-Streifen sahen wir plötzlich gelbe Blüten, die kein Fenchel waren... es handelte sich um eine sicher schon mehrjährige, ca. 120 cm hohe Chincho-Pflanze, die voll mit Blüten und Samenständen war. Hmmm, waren unsere bisherigen Erkenntnisse über Chincho völlig falsch, und der wächst hier wie Unkraut? 🤣

DSC_0154.jpg
DSC_0153.jpg
DSC_0150.jpg
DSC_0151.jpg
 
Am Sonntag waren wir im Stadtzentrum von Lima. Die Kathedrale und der Präsidentenpalast sind noch da. 🙂
Sommerliche Temperaturen und viele Leute unterwegs, um die ersten Weihnachts-Einkäufe zu erledigen.

DSC_0161.jpg
DSC_0162.jpg


Heute zum Frühstück wurde der neulich erworbene "Ají Arnaucho" (Capsicum chinense) begutachtet, und gleich "Salsa Criolla" zubereitet. Fazit: diese Sorte schmeckt sehr gut, ideal für Ceviche. Dazu typisch peruanisch, eine Tasse Kaffee, frischer Papaya-Saft, ein Schinkenbrötchen und "Calentado", aufgewärmtes Essen von Gestern. 🤣

DSC_0159.jpg
DSC_0165.jpg
DSC_0167.jpg
 
Heute besuchten wir den botanischen Garten des peruanischen Gesundheitsministeriums. Die Sammlung enthält vor allem Pflanzen, die in der traditionellen Medizin verwendet werden, aber auch einige Nutzpflanzen und Kräuter.

DSC_0175.jpg


Einige nützliche Pflanzen, die in Peru wild vorkommen bzw. angebaut werden: San-Pedro-Kaktus (halluzinogen), Coca-Strauch, Ayahuasca (halluzinogen), Curare (für giftige Pfeilspitzen), Baumwolle, Tabak, Kaffee, Kakao.

DSC_0199.jpg
DSC_0240.jpg
DSC_0228.jpg
DSC_0184.jpg
DSC_0224.jpg
DSC_0220.jpg
DSC_0234.jpg
DSC_0249.jpg


Bei den Kräutern gab es drei verschiedene Sorten von Muña (Minthostachys mollis), mit unterschiedlichen Blättern und Blütenständen. Wir haben uns mit dem Gärtner unterhalten, der den Garten pflegt, er sagte die Sorten kommen aus verschiedenen Regionen in Peru (Huaraz, Cajamarca und Huancayo). Ich habe mich immer schon gewundert dass es im Netz völlig unterschiedliche Bilder von Muña gibt, das ist also die Erklärung.

DSC_0188.jpg
DSC_0189.jpg
DSC_0190.jpg
DSC_0191.jpg
DSC_0194.jpg
DSC_0195.jpg
DSC_0196.jpg


Schließlich, gab es wieder (!) eine blühende Chincho-Pflanze. Ich fragte den Gärtner, ob sie das ganze Jahr blüht, und er sagte nein, nur genau jetzt, also im Frühling bzw. Sommeranfang. Hmmm, also darf ich jetzt darüber nachdenken wie ich unsere Chincho-Pflanze in Düsseldorf zum blühen bringe, indem ich Bedingungen wie im peruanischen Frühling schaffe... 🙂

DSC_0214.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Da kommen bei mir wuderbare Errinnerungen auf. Okay, wir waren dort 1987, da war noch viel mehr Armut sichtbar und der sendero luminoso war aktiv. Trotzdem eine traumhafte Zeit. Danke!
 
Zurück
Oben Unten