Ledige, verkrüppelte Blätter


baum89

Jolokiajunkie
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Ich kann nur bestätigen: Das ist ein Stickstoffüberschuss. Das liegt an dem hohen Anteil Kompost. Das führt dann leider auch zu einem recht hohen Nitratgehalt in den Früchten.

Ich habe ein Hügelbeet gebaut dieses Jahr und dort reichlich Kompost eingearbeitet. Das führte bei den Paprika exakt zu dem gleichen Ergebnis. In solche "stickstoffbeladene Milieus" können nur absolute Starkzehrer, wie zum Beispiel Kohl, ausgebracht werden.
 

poelbauer

Chiligrünschnabel
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Ok, wenn ich recht überlege, hatte ich auch schon das gleiche Problem. Rel. junge Pflanzen - zuletzt war es Stevia - in neue gekaufte Erde umgesetzt, und der geleiche Effekt wie du beschrieben hast. Hab aber nie an zu stark gedüpngte Erde gedacht. Werd das mal im Auge behalten.
Nachdem s gestern bei uns gut geregnet hat, hab ich mal das Gewächshaus und die Kübel gut gespült. Aus den Kübeln kommt ne ganz schön braune Brühe raus. Werd mir mal so ein EC-Messgerät besorgen.
 

Parrotia

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Bei verkrüppelten Blättern sollte man auch immer an Herbizidreste denken. Ich weiß ja nicht, ob das irgendwie möglich ist. Auch mit Pferdedung muß man aufpassen, weil die Pferde oft auf herbizidbehandelten Weiden fressen.

Die Fotos schauen für mich so heftig aus, daß ich kaum an reinen Stickstoffüberschuß glauben kann.
 

mph

Chili-Pepper.de
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Bei gekaufter Erde kommt das Übersalzungsproblem eventuell durch die Lagerung, zumindest wenn die Erde schon von Haus aus eine Art Langzeitdünger enthält. Wenn eine solche Erde draußen liegt und viel Sonne abbekommt, dann zersetzt sich der Dünger und die Nährstoffe werden frei. Das geht im Sack in der Sonne schneller als geplant. Dann startet man schon beim Eintopfen mit überdüngter Erde.

Bei den anfangs gezeigten Bildern sieht es sehr nach Überdüngung aus. Vielleicht war da auch die Kompostbeimischung etwas zu großzügig.
 

poelbauer

Chiligrünschnabel
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Hab vorher zufällig jemanden getroffen, der seine Studienarbeit zu Kompost gemacht hat, und weiterhin in dem Thema drin ist. Er sagt auch, zuviel Kompost. Am besten ausschwemmen und möglichst Sicherwasser auffangen und später als Dünger verwenden. Sonst sei man letztendlich auch nicht besser als die konventionelle Landwirtschaft;)
 

Annuchin

 
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Also wieder in die selbe Erde gesetzt. Die C. annuum hat daraufhin nach wenigen Tagen Salzablagerungen an der Unterseite der Blätter gezeigt, auch Ödeme waren erkennbar.
Nur eine kurze Anmerkung :) : Ödeme sind Gewebswucherungen, die von einem Mangel an UV-Licht in Gewächshäusern oder Indoor kommen und nichts mit zuviel Dünger oder Wasser zu tun haben, siehe hier:
Weil ich das bei meinen Pflanzen im Herbst auch beobachtet hatte, habe ich damals etwas recherchiert: Die "Ödeme" haben nichts mit zu viel Wasser im Gewebe oder mit Düngung zu tun, sondern es sind Gewebswucherungen (Kallusse), die in genetisch prädisponierten Arten bzw. Sorten durch Mangel an UV-Licht ausgelöst werden können. Daher treten sie oft in Gewächshäusern und unter künstlicher Beleuchtung auf. Der korrekte (englische) Name ist "Intumescence".
(Schreibt mir, wenn Ihr nicht anders an den Artikel kommt.)
 

cnl64

Chiligrünschnabel
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Nur eine kurze Anmerkung :) : Ödeme sind Gewebswucherungen, die von einem Mangel an UV-Licht in Gewächshäusern oder Indoor kommen und nichts mit zuviel Dünger oder Wasser zu tun haben, siehe hier:
Das eine schließt das andere ja nicht aus. Ich wollte mal einen Magnesiummangel durch Blattdüngung ausgleichen - so schnell, wie da die Ödeme kamen, konnte ich beinahe zuschauen. Und die Ödeme nach dem Umtopfen in die salzige Erde bekamen alle Chili und Paprika, die seit vielen Wochen draußen standen - UV-Mangel unmöglich.
 

Oswin

Habanerolecker
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Der pH Wert von Geranienerde ist um 7.5. Vielleicht bereits zu basisch für Chilis?

ich habe gerne geranienerde benutzt war nie ein problem..

ich habe dieses jahr bei meiner alterde leider überdüngt es sieht bei mir auch nicht so rosig aus.. einmal zu viel magnesium einmal zu viel tomatendünger.. die bilder hier sehen aber schon zu heftig aus...
 

cnl64

Chiligrünschnabel
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Hab auch noch was zum Thema Kompost in einem Magazin gefunden (da steht so einiges Interessantes drin, lohnt sich definitiv):
Wie die Tabelle [...] zeigt, werden dem Boden mit einer Kompostgabe von 3 l pro m2 (das entspricht einer Schichtdicke von 3 mm) zum Teil mehr Nährstoffe zugeführt als mit einer üblichen Düngermenge von 100 g pro m2 .
Seite 67ff.

Wenn wir mal von einem Topf mit 36 cm Innendurchmesser ausgehen (das wären etwa 20 Liter), beträgt das empfohlene Volumen an Kompost, das man hinzufügen darf, etwa 0,3 Liter! Vielleicht nicht ganz, da Pflanzen im Topf etwas beengt stehen und mehr Dünger benötigen, aber als grober Richtwert passt das. Der Stickstoff reicht dann allerdings noch nicht:
Hinsichtlich der Nährstoffverfügbarkeit von Phosphat, Kali und Magnesium unterscheiden sich Komposte wenig von anderen Düngemitteln, weshalb diese mit Kompost zugeführten Nährstoffe auch bei einmaligen, relativ geringen Gaben in vollem Umfang als kurz- und mittelfristig wirksame Düngung anzurechnen sind.
Der im Kompost enthaltene Stickstoff hingegen entfaltet seine Wirkung sehr langsam. Nur rund 3 bis 5 % der Gesamtmenge werden pro Jahr mineralisiert, d. h. in pflanzenverfügbare Formen (Ammonium, Nitrat) umgewandelt. Wird Kompost nur einmalig und in geringen Mengen ausgebracht, reicht das Stickstoffangebot nicht zur Ernährung der Pflanzen aus, d. h. eine ergänzende Stickstoffdüngung in Höhe des Pflanzenbedarfs ist meist erforderlich. Bei regelmäßiger, mehrjähriger Anwendung hingegen erhöht sich das aus dem Kompost nachgelieferte Stickstoffangebot, eine ergänzende Düngung kann unterbleiben bzw. deutlich reduziert werden.
 
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