Melonen - Anzucht, Pflege, Ernte, Veredelung, Erfahrungen - Diskussion

Ich habe mal eine größere Menge günstig aus einem Brauereibedarf bezogen. Die nutzen reisschalen zum filtrieren soweit ich weis. Eignen sich auch klasse zum mischen von Erde damit sie Fluffiger wird. Zb. Für Kübel.
 
Heute bei uns (Schleswig Holstein) noch mal harter Bodenfrost (-3 am Erdboden). Einglück habe ich sie gestern Abend noch abgedeckt. Nächste Woche droht nach Stand heute in großen Teilen Deutschlands noch mal Bodenfrost. Echt nervig.
 
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Einige meiner Jungpflanzen bekommen nun Welke Blätter…an was kann es liegen? Zu kalt war es nicht
 
Einige mine Jungpflanzen bekommen nun Welke Blätter…an was kann es liegen? Zu kalt war es nicht
Eine Pflanze hatte ich die Tage auch dabei in dem Stadium die welk wurde. Die hat sich aber scheinbar wieder gefangen. Da sind unveredelte Melonen leider sehr empfindlich und somit muss es primär von den Wurzeln kommen. Etwas jünger können sie sehr viel ab was Trockenheit und Nässe betrifft. In dieser Größe wird es dann kritischer. Es könnte somit ein Wurzelpilz sein, vielleicht wegen zu nass.
"Zu kalt war es nicht" hätte ich jetzt bei mir auch gesagt, denn nie unter 10°C. Aber ich schätze es war dennoch die Durchschnittstemperatur, eventuell in Kombination mit dem Wasserhaushalt. Denn ich hatte sie ein paar Tage im Keller über Nacht (~14°C) und am Tag draußen (~12°C). Nach ein paar Tagen war sie morgens immer welk, als ich sie raus brachte oder mal ein Sonnenstrahl durch kam. Dann hatte ich sie mal ein paar Tage im Folientunnel Tag und Nacht und da war sie morgens welk und erholte sich am Tag im Geschlossenen Tunnel in der feucht warmen Atmosphäre bei 20-30°C jedes Mal wieder. Die Erde war die ganze Zeit feucht aber nicht nass oder durchgetrocknet. Gegossen hatte ich nicht. Als es vor ein paar Tagen vom Wetter besser wurde, der Topf leichter und die Pflanze eher welker hatte ich sie gewässert ohne dass der Topf sich ganz schwer voll saugt. Es hat dann noch ~2 Tage gedauert bis die zyklische Welke abnahm und die Pflanze dauerhaft wieder auf stand.

Ich denke, bei mir lag es primär an der fehlenden Wärme und Sonne. Es war zwar auf der Unterseite nicht zu kalt, aber eben auch nicht warm genug. Einfach eine zu niedrige Durchschnittstemperatur.
Der größte Fehler ist dann immer zu denken: "welk = braucht Wasser". Denn wenn man die welke, geschwächte Pflanze in ausreichend feuchter Erde, die weder groß Wasser verbraucht, noch vom Wetter viel Wasser verdunstet dann übermäßig wässert gibt man den noch sehr empfindlichen Wurzeln den Rest. Am besten man wässert vorsichtig erst bevor die Erde zu sehr austrocknet und versucht primär lieber das Klima zu verbessern. Im Zweifelsfall lieber noch mal ein paar Tage rein auf die warme Fensterbank, wenn sie schon draußen waren, eventuell in ein Zimmergewächshaus für feuchtere Luft damit die welken Blätter nicht vertrocknen und er Mal die Feuchtigkeit in der Erde abbauen um die Wurzeln zu schützen. Wenn das Klima ausreicht für sichtbares Wachstum sollten sich solche Pflanzen auch wieder erholen.

Oft bekommt man diese Welkeprobleme auch nach dem Auspflanzen. Da hatte ich das anfangs auch gelernt, dass immer öfter Gießen bei welken Melonen nach hinten los geht.
 
Der Wetterverlauf bis jetzt gefällt mir grundsätzlich viel besser als die letzten Jahre. Wichtig ist nun nur noch, dass es Anfang Juni nicht doch wieder so kalte Nächte gibt.

Aber herausfordernd ist das Wetter dennoch wieder: zu wenig Übergang zwischen den kalten Nächten bis vor ein paar Tagen und der kommenden Hitze. Dazwischen Regen. Alle Pflanzen vernünftig an die Sonne zu gewöhnen war noch nicht möglich.

Letztes Jahr war für meine Topf-Bahn das schlechteste Jahr bisher. Kälte bis Mitte Juni, die Pflanzen zu schwach entwickelt mit den ersten Früchten und dann Regen und Feuchtigkeit. Topfpflanzen sind brauchen dann zu viel Kraft für die Früchte um die Pflanzen gesund zu halten. Das war dann den Aufwand nicht wert. Dabei hatte ich schon die schwierigeren 25L Töpfe weggelassen und stattdessen etwas mehr 50L aufgestellt.
Dieses Jahr mal was radikal anderes an der Stelle und keine Töpfe mehr. Die Bahn etwas in Richtung Rasen versetzt und Pflanzlöcher in den Lehm gemacht, ähnlich wie ich es im Tunnel seit Jahren mache. Unten etwas Pferdemist und aufgefüllt mit meiner guten kompostlastigen Erdmischung. Allerdings wegen der geringen breite der Bahn keine veredelten Pflanzen. Ein wenig Angst habe ich da vor starken Regenschauern, dass das Wasser zulange über dem Lehm steht und wie eine Vase nicht versickert.

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Ich hatte einen Denkfehler in der Rechnung. Eigentlich sollten es 8 Pflanzlöcher werden, sind nun 9.

Im Prinzip könnte ich die morgen recht schnell fertig bepflanzen. Gefüllt und vorgewässert wären sie schon. Allerdings müsste ich wohl auch die Zeit finden für jede einzelne Pflanze einen Sonnenschutz zu basteln bei dem was da kommt.

Im Beet sind die 6 unveredelten Pflanzen bereites seit ein paar Tagen gepflanzt. Im Tunnel 11 veredelte und auf Nachbars Grundstück 5 von 10 veredelte.

Der erste Schaden durch Schnecken dieses Jahr war nicht an den Pflanzen selbst, in den 3 Tagen die sie nun zum abhärten auch über Nacht draußen stehen,... nein, in einer Kiste hat eine Schnecke von 5 Pflanzen die Etiketten aufgefressen. Ich kann nur noch den Anfangsbuchstaben unter dem Tesafilm sehen. Ist halt dumm bei "Prima Orange" und Prima Gold" :mad:. Wieder was gelernt. also in Zukunft ein durchgehenden Klebestreifen über die Beschriftung.

@Kompost: Wie geht es deinen "Eis-Pflanzen"? Haben sie die lange Kälteperiode überstanden?
 
Meine sind seit 2W auf dem Acker. Kein Frost, aber kühl. Dann einige Tage Dauerregen und die Schnecken kamen. Haben so was ich gesehen habe 2 Melonen gekillt. Die Kürbisse scheinen robuster. Mal schauen ob das was wird. Seit vorgestern warm und es wird jeden Tag heisser. Der Wechsel war zu abrupt und viele Pflanzen nehmen das übel
 
Wie geht es deinen "Eis-Pflanzen"? Haben sie die lange Kälteperiode überstanden?
Sie leben noch. Ich war 10 Tage nicht zuhause und als ich losgefahren bin hatten wir noch ordentlich Bodenfrost. Ich hatte sie mit einem Fließ abgedeckt.
Sie sehen übel aus, aber ich bin guter Dinge. Letztes Jahr zu dem Zeitpunkt sahen sie in etwa gleich aus. Ich denke mal das sie jetzt bei dem warmen Wetter loslegen.
 

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Endlich mal wieder ein Jahr wo Ende Mai/Anfang Juni die Temperaturen nachts konstant zweistellig bleiben. Dennoch hat es mich gewundert, dass einige unveredelte Pflanzen 2-3 Wochen nach dem Pflanzen teils Blätter in der Sonne hängen ließen und in der Nacht Blätter einrollten. Das hatte ich so meist auf die kalten Nächte nach dem Pflanzen geschoben. Ich hatte auch alles Sätze weise mit gut feuchten Ballen in gut Feuchte Erde gesetzt. Letztlich waren die kräftigen Regenschauer die letzten Tage mal wieder der Hit. Seit dem letzten großen Schauer sind alle Blätter wieder so wie sie sein sollten und man erkennt gut das einsetzende Wachstum. So einen natürlichen Regenschauer kann man einfach immer nicht mit der Gießkanne simulieren.

10 verdelte Pflanhzen:

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Da hatte ich letztes Jahr den Fehler gemacht die zunächst nackt in die Hitze zu pflanzen. Erste Hitzeschäden kamen nach 2-3 Stunden. Dann Vlies drüber: nächster Schaden wegen Hitzestau. Dann Vlies drunter und einzelne verschmorte Pflanzen durch Reserve ersetzt und es ging schleppend aufwärts.
Dieses Jahr konnte ich daraus meine Lehren ziehen. Es war am Pflanztag wieder rund 30°C: Stückchen Vlies unter jede Pflanze und Stückchen Vlies mit Abstandhalter luftig zur Mittagssonne ausgerichtet darüber und nach dem Pflanzen kräftig angewässert und sie blieben sehr vital und wachsen nun schön los. Eine üble Schneckenatacke am Basis nahen Haupttrieb scheint sich verwachsen zu können.
Interessant: Die vor weinigen Tagen rund 2 Wochen später als die ersten gepflanzten Pflanzen, kurz vor dem großen Regen, wachsen schneller als die älteren welche anfangs noch größer waren.

Ähnliches konnte ich auch bei den unveredelten feststellen. Die Pflanzen die am weitesten waren und die ich zum abhärten und UV-Gewöhnung bereits Anfang Mai rausstellte, teils bei nur 10°C am Tag, in der Nacht und teils am Tag im Folientunnel, teils Nachts in den Keller geschleppt,... die waren 1-2 Wochen früher gepflanzt nach der letzten Kältewelle und starten deutlich langsamer und zunächst kränklicher. Die Pflanzen die zuletzt raus kamen und durchgehen drinnen am Fenster bis nach Mitte Mai standen, teils wenige Tage später schon gepflanzt mit UV-Schutz aus Vlies, deutlich vitaler und schneller im Wuchs.

9 Pflanzen, eine davon veredelt:

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Im Beet 6 unveredelte Pflanzen:

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Im Tunnel 11 veredelte Pflanzen:

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die größte:

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Mein Plan für den Tunnel zwei Wochen früher an zu fangen ging leider nicht auf. Die Pflanzen keimten dieses Jahr sehr langsam und meine neuen Sorten aus China teils gar nicht. Somit liege ich Zeitlich sogar zurück. Nur 3 Pflanzen sind etwa auf gleichem Stand wie die Vorjahre. Schade, dann schrumpft das Ernte Fenster. Nächstes Jahr muss ich mir noch weiter auf den Star im Tunnel fokussieren.

Am Gurkengerüst noch mal ein Versuch zwei veredelte Reservepflanzen auf zu leiten. Eintriebig. Die fand ich zu schade zum entsorgen und 6 Gurken sollen draußen reichen.

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Einige meiner Jungpflanzen bekommen nun Welke Blätter…an was kann es liegen? Zu kalt war es nicht

Haben sich die Pflanzen erholen können? Bei meinen paar Problempflanzen hatte dann das generell wärmere Wetter geholfen.

Ich wäre zwar gerne schon deutlich weiter, aber immerhin sind die Pflanzen insgesamt sehr gesund und ich hoffe, dass sie nächste Woche mit mehr Sonne und Wärme dann so richtig durchstarten.

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Im Tunnel habe ich die letzten Tage ordentlich gepinselt.

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Die erste Pflanze hat dort schon zwei Ansätze recht sicher. Am 18.07. können die geerntet werden.
Die Pflanze hatte fast parallel ~7 schöne Fruchtknospten, da hab ich ihr mal eine Portion Hakaphos Soft Novell verabreicht in der Hoffnung, dass die 30 K mal zu etwas mehr Ansatz verhelfen. Denn draußen hatte ich schon veredelte Pflanzen, natürlich dann auch deutlich voluminöser, die bis zu 30 Früchte angesetzt haben (zu viel, aber das ist ein anderes Thema). Im Tunnel im ersten Ansatz schaffen sie praktisch nie über 3 und bleiben im Schnitt eher so Richtung 1,8.
 
Weiss nicht was mit meinen Melonen los ist. Immerhin haben ein paar überlebt. Das Messer zeigt auf eine Netzmelone, rechts ein Kürbis. Beide haben genau die gleiche Historie und alle Kürbispflanzen sind um ein Vielfaches grösser als die Melonen die irgendwie einen Wachstumsschock haben. Nächstes JAhr werde ich sie viel später auspflanzen.

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Weiss nicht was mit meinen Melonen los ist.
Die Nachttemperaturen waren dieses Jahr deutlich besser als die meisten letzten Jahre. Aber es waren wenig warme Tage dabei durch die die Pflanzen "anspringen" konnten und zuletzt waren es auch sehr wenig Sonnenstunden. Vielleicht lag es daran. Wobei die abgebildete Pflanze ja vom Blatt her noch recht kräftig und gesund aussieht, vielleicht startet sie ja jetzt bei der anstehenden Hitzewelle mit tropischen Nächten und mehr Sonne noch durch. Genug Fläche scheinst du ja zu haben, vielleicht wäre ja veredeln was für dich? Ansonsten könnte man auch über die einzelnen Pflanzen eine "Frühbeethaube" aus transparenter Lochfolie basteln, für einen etwas sichereren Start.
 
gibts da irgendwo ein Tutorial?
Als ich angefangen habe waren die meisten Anleitungen für die "Gegenzungenveredelung", wo man beide Pflanzen zunächst mit Wurzeln belässt und sie am Stiel je gegengleich einschneidet und zusammen friemelt. Das hat sich als ziemlicher Murks rausgestellt. Kompliziert in der Handhabung, höherer Platzverbrauch und nach dem Zusammenwachsen eine erhöhte Ausfallrate.
Ich mache deshalb nur noch "Kopfveredelugen", bei der man die Melone unten abschneidet und oben bei den Keimblättern der Kürbisunterlage auf eine von mehreren Möglichen Varianten zusammenfügt.
Bei über 40 Veredelungen dieses Jahr, von Wassermelonen und Gurken, hatte ich so praktisch eine 100% Erfolgsquote. Zuckermelonen Veredeln ist bei mir schon etwas her, ich mag sie nicht. Am einfachsten gehen immer Wassermelonen, danach kommen Gurken, Zuckermelonen sind etwas schwieriger, weil der Stängel ein späteres Dickenwachstum hat. Mit etwas Übung und kleineren Ausfällen die man einkalkuliert lohnt es sich aber auch. Ich habe auch schon Zucchini veredelt, hat auch geklappt.
Ein wirklich komplettes Tutorial von Anfang bis Ende wo alle Schritte und Möglichkeiten erklärt werden gibt es dazu nicht, bestenfalls 2-3 unvollständige Anleitungen.
Aber wenn du es ausprobieren willst kannst du dich auch einfach hier melden für die einzelnen Schritte, dann kann ich dir helfen. Ich empfehle einfach vor der nächsten Saison, wenn man etwas Zeit findet mal einen Probelauf zum machen um zu wissen wie es geht, wenn es so weit ist.
Wichtig ist zunächst etwas Equipment:
Unterlagen, Klammern (praktisch aber nicht zwingend nötig sind zusätzlich 3mm Silikon Clipse), Klinge. Dann irgendeine Box mit transparentem Deckel. Ich habe eine von Thomas Phillips (auch schon in anderen Läden gesehen) wo genau ein Standard Zimmergewächshaus Deckel drauf passt (meine Konstruktion ist ich etwas aufwendig, es reicht da aber auch einfach die Box, der normale Zimmergewächshausdeckel und von außen eine Beleuchtung, oder halt was ähnliches wie ein altes Aquarium und eine Glasplatte darauf oder oder oder).
Bis auf die Unterlagen kann man dann alles angeschaffte Jahre lang wiederverwenden und wenn man erst mal raus hat wie es geht dauert eine Veredlung ~2 Minuten, dann steht sie eine Woche in der Box und kann anschließen umgetopft werden und los wachsen.

Hier habe ich ein Video gemacht mit einer Gurke. Das ist die Standard Kopfveredlung. Am besten hat mir aber dieses Jahr eine etwas andere Methode gefallen bei der man den Kürbisstiel von oben zwischen den Keimblättern 1-2 cm tief halb einritzt und dort seitlich den beidseitig schräg angeschnittenen Edel-Kopf rein schiebt. Silikon Clip von der Schnittseite drüber und Klammer zusätzlich von der anderen Seite ergab die schönsten und schnellsten Verbindungen.
 
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