Melonen - Anzucht, Pflege, Ernte, Veredelung, Erfahrungen - Diskussion

Thora hat bisschen zugelegt, ab Golfballgröße sind es heute ca. 30 Tage, sie ist natürlich klein, aber wann soll ich den Zwerg "ernten"? Hab mich mit gießen stark zurück genommen, jetzt warte ich eigentlich heute auf Regen, was doch nicht mehr sicher ist. Little Darl. im grünen Topf jetzt doch zu trocken?
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Einige kleine Winzlinge Ansätze sterben überall ständig ab, war es zu heiß? Ist das bei euch auch so?

Und wirklich gar nicht mehr düngen? Hatte ja nur etwas Hornmehl am Anfang und 1-2x wenig Gemüsedünger.
 
Thora hat bisschen zugelegt, ab Golfballgröße sind es heute ca. 30 Tage, sie ist natürlich klein, aber wann soll ich den Zwerg "ernten"?
Theoretisch wäre sie dann nächsten Freitag reif. Praktisch, wenn sie so klein ist, hat sie bis zur Golfballgröße aber vielleicht auch ein paar Tage länger gebraucht als beim üblichen gesunden Wachstum. Das könnte die Rechnung etwas verzerren und die Frucht wäre ein paar Tage früher reif. Das kleine Blättchen an der Frucht ist trocken, was ein erstes Zeichen für die Reife wäre, allerdings sieht es aus als wäre da ein Rankarm neben dem Fruchtstiel der noch komplett grün ist und der zur Reife eigentlich auch mindestens halb oder komplett trocken sein sollte. Ist also etwas Abwägungssache. Ich würde den Rankarm beobachten und perspektivisch nächsten Freitag ernten.

Little Darl. im grünen Topf jetzt doch zu trocken?
Ja, die eingerollten Blätter deuten auf zu trocken hin. Im Topf die die Pflege, das Gießverhalten und Düngen immer sehr viel schwerer als ausgepflanzt. Dazu kommt bei dir noch die extrem abgesackte Erde die nun eigentlich viel zu wenig ist für eine normale Entwicklung. Da braucht man schon etwas Erfahrung um das in jeder Wetterlage richtig ein zu schätzten. Am besten immer wieder den Finger schön tief in die Erde stecken, am Rand und in der Mitte und so entscheiden. Der Wasserbedarf ändert sich natürlich auch fortlaufend mit Wachstum der Pflanze und eventueller Früchte, neben dem schwankenden Wetter und muss dementsprechend immer angepasst und tendenziell mit dem Wachstum erhöht werden.
Gerade in den Töpfen ist es dann auch gefährlich, wenn man sich auf Regen als Wasserzufuhr verlässt: denn, der Regen ist meist viel zu schwach und dringt nur einige Zentimeter Tief ein. Der Topf wirkt dann nass (genug) und man gießt nicht. Wenn die Pflanze aber groß genug ist, bzw. der Topf irgendwann ausreichend durchwurzelt, so dass die Pflanze selbst die Erde austrocknet durch ihren Verbrauch, tut sie das genau auf der entgegengesetzten Seite: ganz unten im Topf, wo sich die Wurzeln dann konzentrieren, während der Regen ja nur oben anfeuchtet solange es kein Wolkenbruch oder ergiebiger Dauerregen ist. Ähnlich verhält es sich wenn man falsch "vorsichtig" gießt. Denn auch da besteht die Gefahr, wenn der Topf durchwurzelt ist und der Verbrauch primär ganz unten statt findet, dass man regelmäßig wenig oben gießt, aber nie durchdringend nach unten wässert. Vorsichtig gießen im aktuellen Stadium würde also eher bedeuten ein mal alle paar Tage (je nach Wetter) vielleicht 3-4 Liter zu gießen die dann auch unten ankommen und nicht alle 2-3 Tage vielleicht nur 1 Liter der dann wohl nur bis zur Hälfte im Topf reicht.

Und wirklich gar nicht mehr düngen? Hatte ja nur etwas Hornmehl am Anfang und 1-2x wenig Gemüsedünger.
Von gar nicht düngen war ja nie die Rede. Wie gesagt ist meine Erde ja sehr viel nährstoffreicher, zudem dieses Jahr nichts im Topf. Im Topf braucht man generell mehr und frühere Nährstoffzufuhr und bei deiner biologischen Düngung mit weniger nährstoffreichem Substrat sowie so. Zudem sagte ich ja man muss sich beim Dünger auch optisch nach dem Zustand der Pflanze richten und der schreit gerade nach Dünger und Wasser bei der Little Darling. Gerade die letzten zwei Wochen hat sich durch die warmen Nächte, die fertig angewurzelten Pflanze, die Hitze,... die Situation ja auch grundlegend geändert im Vergleich zu den Bedingungen zuvor. Wenn die Pflanzen angewurzelt sind und das Triebwachstum beginnt (sollten die Triebe auch erstmal eine zeit lang wachsen bevor man die Pflanze fruchten lässt) brauchen sie schon mehr Nährstoffe als zuvor, und wenn dann auch noch das Wetter so sehr aufdreht wie zuletzt braucht nehmen sie eh sehr viel mehr Nährstoffe auf als bei kühlerem schlechterem Wetter. Die Früchte brauchen dann noch mal zusätzliche Nährstoffe. Und gerade im Topf müssen die dann natürlich auch zur Verfügung stehen. Wenn man biologisch düngt wird es dann noch komplizierter, weil man ja vorausschauend düngen muss, da biologischer Dünger sehr viel länger braucht um zu wirken. Man müsste also schon zwei Wochen vorher wissen was die Pflanzen in 2-3 Wochen brauchen werden.
Früher habe ich die Melonen auch ausschließlich biologisch gedüngt, aber schon immer auf eine sehr nährstoffreiche Substratmischung gesetzt. Mittlerweile bin ich zum Glück ja auch an Pferdemist gekommen der noch mal eine sehr gute Langzeitwirkung mit bring, aber darüber hinaus gebe ich dann gerne auch ab und zu mal etwas Hakaphos für eine schnellere Sofortwirkung wie ich sie gerade haben möchte. Also zum Start mal etwas Grün mit viel Stickstoff und für die Früchte dann etwas sehr Kalium lastiges.

Der Fehlende Fruchtansatz der Little Darling kann etwas mit den generellen Problemen der Pflanze und deren Pflege zu tun haben, aber auch an mangelnder Bestäubung liegen. Je mehr Pflanzen man hat, desto wahrscheinlicher ist es auch, dass eine natürliche Bestäubung gelingt weil ausreichend Blüten gleichzeitig blühen. Wenn nur wenige Blüten blühen und man sicher gehen will, dass von Seiten der Bestäubung her alles stimmt muss man pinseln. Ein feiner, weicher Haarpinsel und morgens damit bei trockenem Wetter die männlichen, frischen Blüten auspinseln bis man richtig schön gelb am Pinsel hat und damit dann in die möglichst frisch erblühten weiblichen Fruchtknospen pinseln.
 
Danke nochmal für deine ausführliche Erklärung, ist echt nicht einfach bei Melonen und wenig wirklich geeignetem Platz und kaum Erfahrung. Mist, dass am Schluss echt zu wenig Erde drin ist. Falls ich nächstes Jahr nochmal probiere, werde ich mir Kompost dazu holen. Hab was in der Nähe im Netz gefunden und hoffe, der gibt auch kleinere Mengen ab. Hat gerade doch geregnet, aber bisher viel zu wenig. Hab ständig Fingerprobe gemacht, trotzdem war ich mir nicht wirklich sicher, da ich vorher garantiert zu viel gegossen habe und die auch gerollt/gewelkt haben.
 
Diese little Darl. legt zu, ist ja der Versuch, in stinknormaler Gartenerde/lehmig trocken ohne alles. Hätte ich nicht gedacht.
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In dieser Größe sterben sie oft ab momentan
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Jedenfalls hab ich gerade ordentlich gedüngt und gegossen.
 
Draußen tragen bei mir auch erst 3 von 27 Pflanzen. Bis jetzt war einfach noch Wachstumszeit und so lange sind die kalten Nächte und die Periode des Anwurzelns einfach noch nicht her.

wenig wirklich geeignetem Platz

in stinknormaler Gartenerde/lehmig trocken ohne alles. Hätte ich nicht gedacht.

Unbegrenzter Wurzelraum und das gute Wetter zuletzt sind halt viel wert. Was den Platz angeht verstehe ich nicht, warum du dort auf die freie Lehmfläche die Kübel stellst anstatt dort einfach Löcher zu graben in die du diese Erde füllst die nun im Kübel ist. So hast du die Vorteile von beidem: Unbegrenzter Wurzelraum und die richtige Erde. Dann gibt es auch keine Probleme mit dem Absacken mehr, einfach nach dem Befüllen auf das Pflanzloch stellen und gut fest treten, auffüllen, wiederholen, bis es ebenerdig ist was es dann auch später bleibt.
 
Nächstes Jahr werde ich dann wieder Löcher graben, falls ich es nochmal versuche, muss ich erst alles bearbeiten. Außerdem muss ich beobachten, wie lange die Sonne im August/September an der momentanen Stelle ist. Töpfe kann ich ja verschieben. Weiter oben, wo jetzt Kräuter stehen, ist die Sonne sowieso nicht so lang da.
 
Hab mir mitte Mai aus der Arbeit eine Pflanze organisiert, bin jedoch skeptisch. kann mir noch nicht vorstellen, dass das wirklich ne Honigmelone wird.
Hatte viele Fruchtansätze dran, aber fast alles abgefallen. Der Chef der Gärtnerei meinte das sei völlig normal. Er sagt aber auch im Topf wenn ich 3 Melonen schaffe zieht er seinen Hut. Er denkt es wird wohl eher nur eine.

Es ist übrigens ne charantaise oder Cantalupe. Ich verwechsel die immer :D
 

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@Katikati in die Erde pflanzen ist sicher die beste Möglichkeit. In Töpfen versuchen wir Menschen ja nur einen künstlichen Lebensraum zu schaffen und müssen uns halt um alles kümmern. Bei so großen Pflanzen wird es echt schwierig die Bedingungen stabil zu halten. Die haben halt einen entsprechenden Hunger und Durst .
Ich habe das selbst nicht probiert und deswegen ist das jetzt einfach mal als Überlegung zu verstehen. Du könntest ja mal ein simples Bewässerungssystem ausprobieren. Ich weiß jetzt nicht wie die heißen aber diese Ton Dinger, die mit Schwerkraft funktionieren. Dann könnte man hinter den Töpfen einfach einen Behälter, erhöht, aufstellen und die Pflanzen von dort versorgen. Da könnte man auch gleich einen Dünger (zb Haka rot) rein geben und dann sollten die Pflanzen eigentlich gut versorgt sein . In der Hydroponic versorgen wir die Pflanzen ja eigentlich genauso und ich wüsste jetzt nicht warum es in Töpfen nicht funktionieren sollte.
Schönen Gruß und viel Erfolg
Thorsten
 
Entspitzt ihr die Triebe nach der Frucht?
Im Folientunnel die veredelten nicht, weil sie eh im Schnitt nicht mehr als 2 Früchte ansetzten. Da kürze ich aus Platzgründen nur fortlaufend die Seitentriebe auf 3-5 Blatt ein.

Die unveredelten fruchten draußen eigentlich generell zwischen 2 und 5 Früchten und hören dann erst Mal auf zu wachsen. Da mache ich auch nichts.

Bei den veredelten draußen, die kennen bei guten Bedingungen leider ihre Grenzen nicht, ja. Immer wenn ich die hab wachsen lassen und fruchten wie sie wollten/konnten gab es schnell unbrauchbare Früchte wenn die Pflanzen zu stark wucherten oder mehr als 5-7 Früchte trugen. Dann gab es nur hartes, faseriges Fruchtfleisch ohne Saft und mit mit Hohlräumen. In der Spitze hatte ich schon eine Pflanze mit 28 Früchten.
Letztes Jahr hatte ich dann mal auf ~Fünf Früchte reduziert, die Triebspitzen danach gekappt und einige von den unzähligen dünnen Seitentrieben die nach dem Fruchten entstanden ausgebrochen und hatte nie so eine gute Qualität bei den veredelten im Beet. Kann natürlich auch immer andere Faktoren haben, wie Sorten, Wetter, Versorgung,... aber dieses Jahr habe ich ja eine Bahn komplett mit 10 veredelten Pflanzen, 5 oder 6 verschiedene Sorten, und da muss ich schon allein aus Platzmangel jetzt anfangen zu kappen:

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Und ja, da versuche ich auch gerade in dem Gewirr etwa auf 5 Früchte pro Pflanze zu reduzieren. Wenn Früchte am Haupttrieb wachsen (und ich den noch erkennen kann :D) kappe ich tendenziell nach der zweiten Frucht, an Seitentrieben nach einer Frucht. Und zwar meist ein Blatt weiter hinter der Frucht. Wenn Seiten-Triebansetzte schon im Bereich der Frucht zu sehen sind breche ich sie gleich aus.

Mittlerweile habe ich bestimmt 40-50 Melonen dran hängen
Kommt natürlich auf die Anzahl Pflanzen an an denen sie wachsen. Ich habe gestern schon gefühlt über eine Stunde aufgewendet frisch angewachsene Früchte zu finden und sie für das Ernte Datum zu etikettieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe die erste Wassermelone in meiner gesammten Gartenkarriere gesichtet 😍
Sehr schön, sieht sehr gesund angewachsen aus. Die sollte dann grob geschätzt um den 15.08. reif sein.



Bei mir ist die Phase des Fruchtansatzes draußen nun bald zu Ende.


Hier zwei aufgeleitete, veredelte Restpflanzen. Ich habe den Haupttrieb aufgeleitet und je einen weiteren Trieb aus der Basis auf dem Boden lang wachsen lassen und sämtliche Seitentriebe fortlaufend entfernt.

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Die linke Pflanze ist einmal nach oben, Überschlag, komplett wieder runter und wächst nun ein zweites Mal Richtung Himmel, hat dabei genau im Knick nach oben einen Fruchtansatz auf den Boden abgelegt, also nach etwa 5 Meter von der Basis aus.
Am Trieb auf dem Boden hatte sie vor einer Woche schon mal eine Frucht gebildet. da war aber wohl zu viel Dampf hinter:

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Die rechte Pflanze ist noch nicht ganz wieder unten und hat auf dem Rückweg eine Frucht oben baumeln.

Alle Wege führen zur Reife (wenn es keine Explosion gibt :laugh:):

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Unveredelte Pflanzen im Beet:

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Und der neue Pflanzloch Streifen wo vorher die Töpfe standen:

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In der Reihenfolge wie oben habe ich heute an den Standorten Fruchtansätze gezählt:
47, 3, 23, 28, und 18 im Tunnel

Mal schauen, ob ich dieses Jahr die halbe Tonne knacke. Die könnte ich dann aber nicht mehr überwiegend alleine aufessen, wie sonst. Schade, dass die Vorschriften heut zu Tage so streng sind, sonst könnte ich mich vom 10.08. bis 17.08. schon mal für ein paar Marktstände anmelden :rolleyes:
 
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