Nicht Hatch, nur Munich Balcony


HatchChileFestival

Jalapenogenießer
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Servus,

meine Chilli-Karriere ist noch am Anfang. Früher habe ich schon alles Mögliche angebaut - Gemüse, Obst, Gewürze, Kräuter, exotische Pflanzen und Kakteen - so ziemlich alles, nur eben weder Paprika noch Chilli. Weiß auch nicht warum, ist manchmal komisch im Leben. Jetzt im Frührentenalter bin ich durch einen Zufall auf "den Trichter" gekommen. Und das nur mit einem Balkon, aber dafür ein sehr großer und verglaster, der wie ein Gewächshaus funktioniert. Nur breit ist er halt nicht, weshalb ich auch sehr schlecht fotografieren kann (Dauergegenlicht, einfach kein Platz - weder für Stativ noch für geeignete Objektive. Ich hoffe, es macht trotzdem Spaß.

Auf die Chillis bin ich durch einen blöden Zufall gekommen. Letztes Jahr im September/Oktober war plötzlich ein Keimling im Kompost. Ich dachte erst, es müsse wohl eine Melone sein, da Unmengen von Melonenkernen da drin waren. Hab das einfach spasseshalber wachsen lassen, ohne mich groß zu kümmern. Melone hätte eh keinen Sinn auf dem Balkon gemacht. Aber die Neugier war da. Den Winter über gammelte das Pflänzchen so vor sich hin. Als plötzlich eine Frucht dann dran hing. Erst wusste ich nicht, ob es von den Jalapeno-Abfällen war (das hoffte ich) oder doch nur eine Spitzpaprika vom Türken. So sah das doch eher kümmerliche Teil dann aus:

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Und nachdem die rot wurde, wurde sie gegessen während schon 3 andere warteten.

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Die Pflanze hatte einiges durchgemacht, Thripse, Unmengen von TM und auch sonst hatte ich mich erst sehr spät überhaupt ernsthaft drum gekümmert. In meiner Planung war eigentlich kein Anbau, mehr Poolbilliardspielen. Aber die Pflanze ist einfach nicht umzubringen - jetzt sieht sie so aus, die im hinteren Airpot.

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Gelb- und Blausticker habe ich reichlich aufgehängt, Thripse sind gottseidank Geschichte, aber TM schwirren immer wieder reichlich rum. Apropos Töpfe: ich verwende momentan ein wildes Sammelsurium davon:

11, 14, 15 und 18 Liter Ton-/Terrakotta. Sowie ein paar 2,5 Liter Tonpötte für einen Versuch mit Keimlingen aus der Originalpaprika. Da soll nicht wirklich was draus werden, aber mal schau'n was trotzdem geht. Irgendwann mache ich damit vielleicht im Spätherbst ein paar Versuche mit Stecklingen (mit/ohne Wurzelhormon, in Wasser mit Dünger/ohne Dünger usw.) Die Tontöpfe waren die einzigen, die ich früher benutzte und davon waren die noch übrig.

Dann habe ich noch Plastikrundpötte neu gekauft - 14, 21 und 30 Liter.

Dazu noch original Root Pouches mit 30 Liter.

Und eben 30 Liter Airpots.

Tja, ich wollte mal sehen, wie sich das alles so macht. Meine Favoriten jetzt zur Halbzeit sind nach wie vor Tontöpfe.

Vorteile: für mich viel leichter zu Giessen, wenn ich mal ein bisserl zu viel gegossen habe, kein Problem. Die verdunsten überflüssiges Wasser schnell wieder. Irgendwie bin ich die halt gewohnt.
Nachteile: Ab und zu zerdengelt man einen, sauschwer sind sie im Vergleich zu den anderen Lösungen.

Überhaupt nicht gefallen mir die Airpots. Da läuft unheimlich schnell irgendwo Wasser raus, man braucht sauteure Untersetzer dafür, man kann nicht von unten giessen, weil der Boden etliche Zentimeter über dem Untersetzer ist und irgendwie weiß man nie genau, ob man genug gegossen hat oder schon zu viel. Ich werde die zwar vielleicht nächstes Jahr noch mal mitlaufen lassen, aber neue kaufe ich bestimmt nicht mehr.

Die Plastikpötte mag ich auch nicht so arg. Irgendwie stört mich einerseits die Plastikoptik, andererseits habe ich als alter Tonfreak das Giessen noch nicht so 100%ig im Griff wie mit den Tondingern. Ja, ich weiß, man kann die leichter hochheben usw. - aber das mache ich einfach nicht. Mit Tontöpfen habe ich alles im Gefühl, mit Plastik halt nicht so ganz.

Die RootPouches: Ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Bis jetzt gefallen sie mir einerseits, andererseits sieht es bislang so aus, als ob alles drin etwas langsamer wächst als in Plastik und Ton. Aber da warte ich noch mal ab, wie das so weitergeht. Habe von einigen Arten jeweils eine Pflanze in RP und eine in Plastik oder Ton gepflanzt. Wird zwar jetzt nicht statistisch repräsentativ, aber vom Gefühl her läuft es in den anderen Pötten schneller mit dem Wachstum ...

Die nächsten Tage habe ich dann noch einige Updates in Planung, das sind die von mir momentan angebauten Pflanzen, alles als junge Pflanzen wg. spätem Start in's Jahr gekauft, bis auf die mit anderen Bermerkungen:

Annuums:
- Spitzpaprika aus dem türkischen Lebensmittelhandel (aus Samen, überwintert)
- Vulcano (Dehner) was auch immer das unter normalen Chillifans ist, vielleicht kriegen wir es ja gemeinsam raus
- Tex-Mex Peperoni Jalapeno (Dehner) auch die hat wohl einen richtigen Namen in der "echten Chilliwelt"
- Pimientos de Padron (Dehner)
- Peperoni Fireball (Dehner) ist wohl eine Cherry Bomb
- Scotch Bonnet (Dehner) nee, das ist immer noch keine chinense und auch keine SB, andere meinten es wäre eine Jamaican Hot Yellow, auf jeden Fall annuum

Rocoto:
- "Baumchilli"= Rocoto (Dehner)
- "Baumchilli" (Hagebaumarkt)

Chinensen:
- 2 St. Habanero Orange (Dehner)
- Carolina Reaper (Dehner)
- Habanero braun (Dehner)
- 2 St. NuMex Suave Red (Pepperworld)
- 2 St. Habanero Red (Pepperworld)
- 2 St. Red Savina (Pepperworld)
- Habanero Mix (Dürr Samen) aus Samen sehr spät gezogen, ist wohl eine "Wundertüte", denn verschieden abreifende Habanero-Samen sind in der Tüte
- Habanero Rot F1 (Kiepenkerl Samen) aus Samen sehr spät gezogen, erst nachher gemerkt, dass es eine F1 ist
- 2 St. Naga Bhut Jolokia (Dürr Samen) aus Samen sehr spät gezogen

Frutescens:
- Bird's Eye Piri Piri (Dehner)

Baccatum:

- Glockenpeperoni (Dehner) ist wohl eine Bishop's Crown

In den nächsten Posts:

- diverse Schädlinge und Bekämpfungsversuche
- Statistiken, die ich über Größenwachstum mache - auch in Bezug auf Schädlingsbefall und Temperatur, Blüte
- diverse Erden und meine Erfahrungen damit
- Nützlinge und meine Erfahrungen
- mehr Bilder
und was mir sonst noch so alles einfällt bzw. entfallen ist :)

Von Euch würde ich auch gerne Erkenntnisse hören. Ich weiß, dass ich nicht die spannendsten Sorten angebaut habe. Ging dieses Jahr nicht anders, da der Entschluß Chillis anzubauen einfach zu spät kam und mein erster Aussaatversuch kläglich fehlgeschlagen ist - dazu auch später mehr.

Und das ist die andere Seite des Balkons jetzt:

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Gruß,

Werner
 

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Jalapenogenießer
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Dann komme ich mal zu Teil 2:

Aller Anfang ist schwer und steinig, auch die Chillis offensichtlich. Als ich nun stolz meine Paprika "entdeckte", fiel mir ein, dass ich noch jahrealte gefrorene Samen im Tiefkühler hatte. Jeweils 1 Stück pro Sorte, die ich mal geschenkt bekommen hatte. Da waren einige interessante Sachen dabei, insgesamt 7 Stücker. Keine einzige nach über einem Monat gekeimt, dafür hat der Schimmel das Problem dann übernommen und mich alles entsorgen lassen. In der Zwischenzeit - es war bereits Mai - bin ich mal verschämt zum Dehner gegangen und habe auf 2-3 Besuchen die in der Liste genannten Pflanzen eingekauft. Dazu noch 3 Samenpäckchen. Die Füsse konnte ich mit den Samen auch nicht stillhalten und habe jeweils 3 Stück verbuddelt. Die sind ALLE gekeimt. War eigentlich gar nicht so gewollt, aber ich habe dann halt 5 kleine Pflanzen später an Freunde abgegeben und die auch noch mit dem Chillivirus infiziert.

Dann experimentierte ich noch mit diversen Erden herum. Uralterde vom Pflanzen Kölle, einige 40l-Packen vom Aldi, Dehner Hausmarke und noch billige und teurere Erde vom Bauhaus. Dann las ich in diesem Forum von TKS 2. Im Nachhinein ist das auch die beste Erde, wobei ich gegen die vom Aldi auch nichts sagen kann. Aber bei der TKS bin ich mir ziemlich sicher, dass keine Trauermücken damit eingeschleppt wurden. Ganz im Gegensatz zu einigen anderen Erden und auch insbesondere 2 gekaufte Pflanzen brachten mir die ziemlich massiv in's Haus. TKS2 war ein wirklich guter Tip von hier und ich habe erst vor Kurzem dann einen Vorrat für's nächste Jahr (3 Ballen) im Keller angelegt.

Die ersten Schwierigkeiten kamen aber weniger von den TM, die ich nicht so fürchtete, weil meine Pflanzen inzwischen schon größer waren. Dafür entdeckte ich die ersten 2 Thripse. Kein fertiger Knoblauchsud im Haus, also habe ich Spüli und 2 EL Öl in 1 Liter Wasser angerührt. Alle Pflanzen haben es gut vertragen, nur eine nicht: die "Baumchilli" vom Dehner. Kein Wunder, die hat gerade erst die Umgewöhnung an die Sonne durchgemacht und in den Haaren sammelte sich wohl das Öl - es gab schwarze Flecken an den Blattadern. Sonnenbrand durch die Ölschmiere. Gottseidank erledigte sich das Problem dann nach 2-3 Wochen von selber wieder, aber die Pflanze hinkt heute noch hinterher und ist die einzige von den gekauften, die noch keine einzige Blüte hatte. Sehr schade, da ich Rocotos vor dem Lesen des Forums überhaupt nicht kannte. Naja, vielleicht kriege ich ja im Spätherbst indoor noch ein paar kleine Früchte zusammen.

So schaut die heute aus:

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Das ist die einzige von ~35 Pflanzen (die ich momentan noch habe, von denen ich aber noch ca. 6 St. an Freunde abgebe), die nicht so geworden ist, wie ich mir das vorgestellt hatte. Deshalb habe ich gestern, als ich wegen was anderem in einem Hagebaumarkt war, die Griffel nicht stillhalten können. Dort hatte ich nämlich noch eine "Baumchilli" ganz versteckt gefunden, die bereits 28 cm groß und schön gewachsen war. Die hat sich dann einfach in meinen Einkaufswagen geschlichen :)

Die blüht natürlich auch noch nicht, aber sie hat einen recht gesunden Wuchs.

Nach dem Öl-Spüli-Drama hatte ich dann Knoblauchsud fertig - ein altes Rezept aus früheren Zeiten (Knoblauch, Zwiebel, superscharfe Sosse und ein kleiner Spritzer Spüli, angesetzt über 3 Tage bei der momentanen Hitze). Damit wurde alles noch mal behandelt und sogar die TM flohen vorübergehend. Thripse hatte ich seitdem keinen mehr gesichtet.

Die Dehner-Pflanzen wachsen ausser der Rocoto alle mehr oder weniger prächtig, leider blühte die Jalapeno erst vor ca. 1 Woche erstmals. Dafür trägt die Fireball inzwischen über 40 schöne Beeren, die Piri Piri weit über 50 und auch die Habanero Orange tragen ordentlich.

Fireball (=Cherry Bomb)



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Habanero Orange 2 Bilder:

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Bird's Eye Piri Piri:
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Für jede Pflanzenart habe ich einen Pinsel und Teebeutel-Verhüterlis hängen auch schon überall. Ich habe da welche aus China mit 2 Schnüren bestellt, die sich als recht praktisch erwiesen.

Weiter geht's dann im Teil 3 in den nächsten Tagen.

Gruß aus München,

Werner
 

HatchChileFestival

Jalapenogenießer
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Teil 3.

Die Pflanzen, die richtig gut tragen und wachsen, hatte ich ja tlw. schon erwähnt. Fireball, Piri Piri und Habby Orange.

Dazu kommt noch die Pimientos de Padron. Davon habe ich heute die ersten 7 Stück verputzt. 2 davon waren gut scharf (so ca. Schärfe 5, 2 oder 3 vielleicht so Schärfe 2-3 und die anderen gar nicht). Witzig, das gefällt mir - Chilli-Überraschungseier :)
Die nächste Ladung wächst ja bereits.
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Recht gut trägt auch die Vulcano. Leider habe ich bislang kein gutes Bild davon, aber besser als nix. Besseres Bild mache ich demnächst mal.
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Nicht so gut, aber immerhin eine Frucht je Pflanze, habe ich auf beiden Red Savinas. Nur ist die erste Beere auf Murmelgröße seit 10 Tagen stehengeblieben, wird wohl auch bis zur Reife nicht mehr größer werden? Aber es kommen neue nach, blühen tut es jedenfalls.

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Bei der NuMex Suave Red schaut es auch so aus, als ob sie nicht die normale Größe der Beeren erreicht, sind halt auch die ersten 2, aber neue kommen nach.


Weitere kommen auch noch, so setzt die Habanero Brown momentan ganz ordentlich an. (Ohne Bild)

Die "Glockenpepperoni" = Bishop's Crown trägt auch schon ganz ordentlich und wächst mir langsam über den Kopf - ist inzwischen bei ca. 1,10m und sehr ausladend. Dieses Jahr will ich sie aber noch nicht stutzen, da ich mal sehen will, wie sich die Pflanzen in den jeweiligen Pötten so höhenmässig entwickeln. Nächstes Jahr werde ich dann von den Radikalbeschneidern lernen :)
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Ebenfalls ohne Bild - die Jalapeno setzt erste Winzfrüchte an - was mich sehr freut.

Tja, das war's erst mal mit Teil 3.

Danke an alle, die reingeschaut haben und denen es gefallen hat. Ich verspreche, ich lese Eure Anbauthreads auch so nach und nach, nur bin ich noch nicht so lange im Forum und komme momentan nicht nach. @Ogtutchili's Thread habe ich bald durch, dann kommen die anderen so nach und nach. Versprochen.
 

2Beers

Blattlausliquidator
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Hast ja schön ordentlich was hängen!
Vor allem die Fireball und PdP find ich Klasse.

Bis zum Niederbayern Treffen ist da bestimmt einiges reif :whistling:
 
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Schön, dass Du Dich hierher verirrt, getraut und gekommen bist, Werner.
Das ist ein sehr sauberer Eingangsbericht, weswegen ich vermute, dass Du eine große Bereicherung für unser Forum sein könntest. Bleib am Ball! :)
 

HatchChileFestival

Jalapenogenießer
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Hast ja schön ordentlich was hängen!
Vor allem die Fireball und PdP find ich Klasse.

Bis zum Niederbayern Treffen ist da bestimmt einiges reif :whistling:
Jo, 12 Arten habe ich momentan am Fruchten. Wovon aber eine meine ursprüngliche originale Spitzpaprika aus dem Einzelhandel ist. Die ist halt so gar nix Besonderes, aber ich habe sie wg. Erstling in mein Herz geschlossen. Leider werden die Früchte beim Abreifen aber etwas weich und schrumpelig, also eigentlich nichts, was irgendwie spannend ist.

Momentan sind es etwa 200 Beeren, wovon aber etwa 100 alleine die Fireball und die Piri Piri sind. Für's Niederbayern-Treffen sehe ich jedenfalls viel optimistischer in die Zukunft, als noch vor einem Monat. Leider sind die Pepperworld-Pflanzen (zumindest 4 davon - die NuMex und die Red Savinas) massiv verlaust. Habe erst mal 60 Marienkäferlarven letzten Dienstag eingesetzt, aber die kommen einfach nicht nach mit den Läusen. Frage mich schon, ob ich beim Sprühen (Knoblauchsud und/oder Seife) hätte bleiben sollen. Habe aber trotzdem noch mal 200 Larven nachbestellt, die wohl am Di./Mi. eintreffen müssten. Ich teste halt mal, ob die damit fertig werden. Die ersten unmittelbaren Nachbarpflanzen haben jetzt auch schon die ersten Läuse. Mist. Habe heute den Daumen an einer extrem verlausten Stelle eingesetzt und prompt eine Marienkäferlarve miterwischt. Auch Mist. Also warte ich mal ab, ob ich es mit Larven alleine nächste Woche in den Griff kriege. Wenn ich eine Armee von 50 Larven auf jede arg befallene Pflanze setze (2 Pflanzen) und den Rest auf die anderen leichter befallenen, sollte es vielleicht klappen?

Schön, dass Du Dich hierher verirrt, getraut und gekommen bist, Werner.
Das ist ein sehr sauberer Eingangsbericht, weswegen ich vermute, dass Du eine große Bereicherung für unser Forum sein könntest. Bleib am Ball! :)

Na klar, ich tue mein Möglichstes. Läuseprobleme und auch sonstige Schädlinge (ausser mal ein paar Spinnmilben, die ich schnell im Griff hatte) hatte ich noch nie in diesem Umfang bei meinen früheren, Nicht-Chilli-Anbauten. Aber damals hatte ich auch im Freiland und auf einem offenen Balkon angebaut. Indoor kamen nur die Spinnmilben, die aber mit Knoblauchsud ratzfatz weg waren, wenn es auch etwas mehrere waren. Ich bin ein Fan von vergleichenden Tests - und schaue mir immer gerne an, wie etwas warum und wo am besten wächst (Topfgrößen, Topfarten, Schädlingsbekämpfung, Erden, Düngung, Wasser mit Säuren enthärten usw.). Und ich führe Statistiken, die ich dann immer auswerte und die Ergebnisse versuche ich im nächsten Jahr nutzbringend anzuwenden. Vieles lerne ich auch hier und von anderen Seiten im Internet und aus Büchern. Von Euch hier habe ich mir schon viel abgeschaut - z.B. die Teebeutel-Verhütung. Aber im Internet jenseits von Hot-Pain steht auch unheimlich viel Schmarrn. Meine alte Methode, mich mit altmodischen Büchern schlau zu machen, war da weniger fehlerbehaftet. Aber manche Irrwege probiere ich halt auch bewusst aus und Manches, was bei anderen funktioniert, klappt bei mir nicht und umgekehrt. Mein Balkon ist halt eher einem Gewächshaus gleichzusetzen und das muss ich auch berücksichtigen. Aber die hohen Temperaturen da drauf haben eben eigene Vor- und Nachteile.

Ich danke Euch für Eure Kommentare und hoffe, Ihr nehmt weiter Teil an den "Leiden des jungen Werner" :) (Jung ist glatt gelogen, stimmt nur in Bezug auf Chilli-Anbau)
 

HatchChileFestival

Jalapenogenießer
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Teil 4 meines Anbauberichts:

Ein besseres Bild der Vulcano-Beere wollte ich mal nachreichen - vielleicht kann ja jemand was damit anfangen. Aber ich glaube, bevor die vollreif ist, lässt sich da wohl kein gängigerer Artname erschließen, oder? Die Pflanze ist recht gedrungen, trägt dafür aber recht anständig. 13 Beeren momentan bei einer Gesamthöhe von 38,5 cm.

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Das ist noch mal eine Nahaufnahme der beerentechnischen Rekordhalterin bei mir, der Piri Piri. Ich habe aufgegeben, die zu zählen - irgendwo zwischen 75 und 100 sind es sicherlich. Nur wird momentan nix davon rot, alles lila.

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Und dann noch die "Scotch Bonnet", die keine ist, bevor es zu unangenehmeren Dingen geht:

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Wenigstens trägt sie recht ordentlich (12 Beeren), das grüne Ringerl kennzeichnet auch schon eine verhütete Frucht.

Und nun zu meinem Leiden, das Bild zeigt nicht den krassesten Ausschnitt, ich bin halt fototechnisch stark behindert wg. Platzmangel:

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Marienkäferlarven sind schon unterwegs, aber die schaffen das nicht. Also noch mal welche nachbestellt. Kommt langsam teuer, da könnte man die Chillis wohl billiger kaufen :)

Aber ich habe auch ein Projekt dazu: Ich habe mir mal Erbsenblattläuse bestellt, damit mir die Marienkäfer nicht alle nach getaner Arbeit abhauen. Die Erbsenblattläuse züchten ja die Terrarienfreaks und lt. allen mir bekannten Aussagen gehen die nicht auf andere Pflanzen. Die Idee ist also, die Marienkäfer so bei mir wenigstens für diese Saison auf dem Balkon zu behalten, wenn sie gut Erbsenblattläuse kriegen. Vorerst werde ich aber mal die Läuse in ein Mini-GWH stellen und dazu eines meiner Opfer-Paprika-Pflänzchen, die ich ja für derartige Versuche gezüchtet habe. Mal sehen, ob die wirklich auch unter verschärften Bedingungen nicht auf die Paprika überwandern, die Läuse-Mistviecher.

Die zwei Habanero Rot hatte ich auch mit Läusen bekommen (also direkt nach der Lieferung habe ich keine gefunden, aber nach so 3 Tagen war der Ausbruch da), die fangen sich inzwischen sehr schön und sind momentan lausfrei. Aber man sieht ihnen doch noch die Lausstrapazen an - die beiden äusseren mit den Blaustickern:

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Bis zum nächsten Mal.

Werner
 

HatchChileFestival

Jalapenogenießer
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Teil 5:

Noch mal was zu meinen - vielleicht hier als eigenwillig - angesehen Methoden, insbesondere in Bezug auf Schädlingsbekämpfung. Ich bin ja anerkannter Knofi-Sud-Fan. Das Rezept habe ich aus meinen wilderen Zeiten vor über 30 Jahren. Stammt aus einem Buch von Mel Frank. Ja, mehr sage ich dazu jetzt auch nicht :) Jetzt als alter Sack bin ich harmlos geworden und langweilig legal. Jedenfalls, der Sud nach Frank hat mir schon viele Male geholfen. Spinnmilben waren beim Ersteinsatz massiv vorhanden und nach ein paar Tagen restlos ausgewandert. In der Wohnung müffelte es zwar wie in einem französischen Restaurant, aber auch das war nach einer Woche vorbei. Da reichte einfach 2-maliges Einsprühen und die Seuche war weg.

Bei TM hatte ich es dieses Jahr 2 oder 3x angewendet. Da muss man giessen, damit man die unterirdisch lebenden Larven erwischt. 1-2 Tage lang schlüpfen zwar noch etliche, danach ist aber ziemlich Ruhe. Eine Carolina Reaper, die ich vom Dehner mitgebracht hatte, war wohl kräftig überwässert worden und der Wurzelballen triefte nur so. Wie sich nach dem Umtopfen rausstellte, war auch der voller TM. Man sah richtig schön, wie aus der alten Dehner-Erde die TM rauskamen, die anderen 3/4 des Topfdurchmessers waren vorerst TM-frei. Änderte sich natürlich schnell. Ich goss dann ca. 500-700ml Knofi-Sud, es dauerte nicht lang und seitdem rührt sich in dem Pott kaum mehr was. Funktionierte auch gut in anderen Töpfen, die ich mit verschiedenen, teils TM-verseuchten Erden bepflanzte.

Dann kamen Thripse. Die erwischte ich gottseidank ganz am Anfang, gesichtet hatte ich ja nur 2 Stück. Da war erst Spüli-Öl-Lösung dran, dann auch wieder Knofi-Sud. Wer denen den Garaus machte kann man deshalb nicht sagen. Jedenfalls habe ich seit Monaten keinen Thrips mehr gesehen.

Die Blattläuse jetzt hatte ich mit Knofi-Sud recht gut im Griff, aber ich wurde sie halt nicht los. Irgendwo kamen immer wieder kleine Kompanien davon und führten Krieg gegen meine Ruhe und meine Chillis. Jeden Tag sprühen erschien mir langsam auch nervtötend und ich kaufte die ersten 60 Marienkäferlarven. Ich bin fest davon überzeugt, dass Knofisud am besten bei halbwegs normalen Temperaturen (so bis ca. 28 Grad) hilft. Da es aber leider bei meinen richtigen Epidemien deutlich über 30 und öfters knapp 40 auf dem Balkon hatte, war die Effektivität eingeschränkt. Leider wie auch die von allen anderen "Mitteln". Der Sud verdampfte innerhalb einer Stunde oder so auf den Blättern und dann latschten wieder die verbliebenen Läuse rum.

Einen Versuch machte ich mit Nematoden gegen TM in einem großen 30 Liter Airpot. Auch damals war es um die 30 Grad oder höher und ca. 2 Tage nach Einsatz waren wirklich keine TM mehr aus dem Topf gekommen. Aber: es dauerte nicht mal eine Woche und die TM feierten in diesem Pott wieder Feste. Ich nehme an, dass die Nematoden mit den Temperaturen nicht klar kamen und die Segel strichen. So habe ich das auch irgendwo gelesen. Knoblauchsud hält da bedeutend länger vor, zumindest gegossen.

Florfliegenlarven kaufte ich damals präventiv gleich mit - wegen der Thripse und auch anderem Unbill. Mir ist schon klar, dass die schwer aufzufinden sind, nachdem man sie ausgesetzt hat. Aber ich sah die vielleicht so 4 Tage lang vereinzelt, danach nie wieder. Entweder war es denen auch zu heiss oder sie sind einfach verduftet.

Nun kamen die Marienkäferlarven. Immerhin finde ich die jetzt täglich, wenn auch nicht annähernd 60 Stück. Aber wenn ich lange suche, finde ich knapp 10 Stück. Und ordentlich vollgefressen haben die sich auch. Als ich sie bekam, waren die vielleicht 1,5 mm lang und 1 mm breit (Körper ohne Beine usw.). Jetzt finde ich welche mit bis zu 5 mm. Einen Marienkäfer fand ich auch zwischendurch. Aber das war wohl doch ein zufällig durch's Fenster geflogener, denn es war ein 7-Punkt und die Larven sollten 2-Pünkter sein/werden. Witzig ist, dass ich die Larven oft in dem Stadium sehe, in dem sie sich mit dem Hinterleib festkleben und häuten. Die leeren Häute finde ich auch immer wieder.

Leider werden die 60 Stück mit meiner Lausplage nicht fertig. Also wurde eine ordentliche Menge nachgeordert.

Da das aber auch richtig in's Geld geht (habe dieses Jahr bestimmt schon deutlich über 100€ in Nützlinge und sonstigen Anti-Insektenkram investiert), entschloß ich mich, zu versuchen, das Ganze "self-sustaining", also sich selbst regulierend und erhaltend zu gestalten. Ob das gelingt? Versuch macht kluch.

Ich fand auf dieser Seite einen Tip, der mir nicht ganz abwegig und eigentlich logisch erschien. Es heisst, man solle umgedrehte Töpfe mit Stroh füllen und so aufhängen, Marienkäfer würden da dann einziehen. Kostet nicht viel und als Stadtmensch hatte ich natürlich kein Stroh und statt 10 Liter Sprit auf der Suche zu verbraten kaufte ich kurzerhand "Dein Bestes - Alpenwiesenheu" in meinem DM-Markt, nachdem ich vorher den Kaufhof und den Edeka abgeklappert hatte und keiner irgendwas passendes hatte. Für 1,45€ kann man jedenfalls nicht viel falsch machen mit dem Kleintierstreu. So schaut das dann jetzt aus:

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Jetzt nicht meckern, ja, das hätte man schöner machen können :) Ich habe einfach übrig gebliebenes Tomatenvlies geschnitten und über kreuz mit einem Gummiband befestigt, damit nicht so viel von dem Heu rausfällt. Meine Lebensgefährtin bemängelt auch immer, dass ich nur praktisch aber nicht optisch ansprechend bauend veranlagt bin :) . Davon 7 Stücker auf meinem Balkon, das Angebot für die Helferlein ist jedenfalls mal da. Den Airpot mag ich eh nicht, vielleicht hat er dafür ja einen guten Nutzen, weiß bloß nicht, ob die Löcher groß genug sind oder ob die Käfer doch von unten rein müssen. Wie auch immer, schaugn mer mal.

Gedanken machte ich mir natürlich auch was passiert, wenn die Marienkäferlarven und Käfer den Läusen auf meinen Pflanzen mal den Garaus gemacht haben. Deswegen warte ich jetzt noch auf die Erbsenblattläuse - Berichte folgen. Erbsen sind jedenfalls am Keimen.

Ganz ohne Pflanzen geht ein Update aber gar nicht. Deshalb hier mal die versehentlich und völlig unabsichtlich beim Hagebaumarkt in den Einkaufskorb gefallene "Baumchilli":

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So groß stand die im Regal rum, ganz hinten. Da dachte ich mir einfach, warum nicht. Ist zwar schon klein für eine Rocoto (nehme ich mal an), aber vielleicht kriege ich ja indoor noch ein paar Beeren zustande. Ich habe auch mal bei der liefernden Firma "Blu" angefragt, ob die wissen, welche Art das genau ist. Antwort kam schnell, aber wissen tun sie's nicht. Naja, vielleicht kann das Forum ja später im Jahr helfen. Vom Aussehen her ist es auf jeden Fall eine andere Art als die "Baumchilli" vom Dehner. Blätter heller, mehr und weicher behaart, etwas spitzer usw.

Und hier noch mal rein aus Samen gezogene Pflanzen. Die 4. hinten in dem schwarzen Plastikpott ist eine Habanero Mix (lt. Dürr orange, gelb oder grün(?) abreifend und am 12 Mai gekeimt. kriegt gerade Knospen. In dem 30 Liter RootPouch sind 2 Pflanzen (einer meiner Versuche). Die hintere ist eine Bhut Jolokia, gekeimt am 16.5., die davor ist nur eine Versuchspaprika und nicht weiter wichtig, soll nur mal testen, wie 2 Pflanzen in dem RootPouch klarkommen und wie am Jahresende die Wurzeln ineinander/miteinander konkurrieren etc. Und die vordere, etwas fototechnisch abgeschnittene Pflanze ist ebenfalls eine gleichartige Bhut Jolokia. Interessant da dran ist, dass die Bhut im RootPouch früher keimte, die ersten 2 Wochen etwas weiter war und nun von der vorne im 14 Liter Plastikpott deutlich in den Schatten gestellt wurde. Die im RP hatte vor 2 Tagen 16cm Höhe und die im Platikpott 22cm. Auch deutlich mehr Blätter hat die in Plastik. Ob das nun daher kommt, dass sie den Topf für sich alleine hat? Kann ich eigentlich momentan nicht glauben, da diese doch noch relativ kleinen Pflanzen sicher noch nicht alles durchwurzelt haben. Auf jeden Fall schreit das nach weiteren Versuchen und ich habe ja noch einen laufen. Bis zum nächsten Mal und Entschuldigung für das viele Gelaber ...

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Gruß,

Werner
 

HatchChileFestival

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Danke, @moppeliwan und @Meteora 360. Ich gebe mir Mühe. Wenn es zu langatmig sein sollte ... meckern.

Teil 6:

Heute kamen Massen von Helferlein - Marienkäferlarven. Wenn die nicht reichen, weiß ich auch nicht mehr (insgesamt 400 Stück, habe noch mal eine Zweitbestellung beim Schneckenprofi gemacht, Empfehlung der Firma von @2Beers ). Kamen beide gleichzeitig - von nuetzlinge.de und schneckenprofi.de. Aufmachung identisch, Inhalt habe ich nicht nachgezählt (je 200 St.) :), sah aber identisch aus. Und ja, die Läuse wandern langsam von Pflanze zu Pflanze weiter, aber die NuMex und die Red Savinas sind immer noch die Ground Zeros. Ein paar faule vollgefressene Larven von der ersten 60er-Lieferung lungern noch manchmal rum. Aber ich finde immer weniger davon, ich nehme an, die ersten haben sich schon verpuppt. Hoffentlich bleiben die Käfer dann da.

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Die Erbsenzucht läuft großartig. Habe Müller's Mühle-Erbsen ungeschält geholt, 8 Std. gewässert und in weniger als 24 Std. waren über 80% schon gekeimt. Das würde man bei Chillis doch auch gerne haben ... Habe die jetzt in durchsichtige 10 Liter-Eimer gepackt, auf größtenteils alte Erde und in einen von 3 Eimern auch in TKS1. Morgen kommen die Erbsenblattläuse, sagt DPD. Ich hoffe, dass dann bereits Marienkäferlarven am Wochenende hungrig sind oder schon ein paar fertige Käfer rumfliegen und die Chillis abgegrast sind. Ich weiß, mein Optimismus ist grenzenlos und unbegründet - aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Sonst laufen halt die Erbsenblattläuse auf Sparflamme, bis die Chillis abgegrast sind. Erbsenzucht:

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So, jetzt aber Schluß mit den bösartigen Biestern. Erfreulicher lief ein anderer Versuch. Ich stiess auf Bokashi als mögliche Lösung für meinen Biomüll und gleichzeitig als Biodünger. Auch mit Hilfe von vor allem @5chm177y gelang der Start. Als ich erstmals drüber las, stiess mir das ganze pseudo-esoterische Zeugs mit EM doch etwas auf. Ich vermutete Geldmacherei und hatte eigentlich starke Zweifel. Erst ein paar Forumsberichte hier und auch woanders überzeugten mich, Bokashi-Eimer zu kaufen. Seit Ende Mai sind die in Betrieb. Der erste ist seit ein paar Tagen voll. Daraus habe ich bislang genau 650ml Bokashisaft abgezapft. Diesen habe ich immer grob 1:70-1:120 im Giesswasser verdünnt als Dünger benutzt. Sonst gar keinen Dünger.

Was ich jetzt dann mit dem fertigen Bokashi (also dem mürben Kompost sozusagen) genau mache, muss ich erst ausprobieren. Normalerweise füllt man den in Tontöpfe, stülpt diese um und setzt sie so in den Garten, wo Regenwürmer usw. den Rest innerhalb von ein paar Wochen erledigen. Würmer geht gar nicht wegen meiner Lebensgefährtin. Garten ist auch nicht. Habe mir überlegt, die Bokashi-Töpfe auf sehr große Untersetzer, die mit Komposterde etwas angefüllt sind, zu stellen. Mal sehen, ob das so klappt wie gedacht.

Das sind die Bokashi-Eimer, so wie bestellt:

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Erfreulich war auch, dass man doch recht wenig von dem EM-Zeug verbraucht. Insofern kommt das nicht wirklich teuer, auch wenn ich es später mit Sauerkrautsaft (Bio) ersetzen will. Jetzt habe ich vielleicht irgendwo zwischen 50 und 100 ml verbraucht. Sparsam war ich keineswegs damit. Die mitgelieferte Pflanzenkohle habe ich auch benutzt, aber die ist wohl nicht unbedingt notwendig, wie @5chm177y und andere bestätigten.

Danke noch mal für die Einstandsberatung.

Zum Ausgleich noch mal Pflanzen, diese Mal nur Küchengewürze, die ich auch jetzt anbaue:

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Angefangen hat es mit obigem Basilikum. Das reizte mich, weil ein Bekannter sagte, dass man die Töpfchen aus dem Supermarkt immer nach 1-2 Wochen wegschmeissen müsse. Schmarrn. Richtig gärtnern muss man halt. Seit Anfang Mai gedeiht der prächtig.

Dazu kam dann noch Thai Basilikum, den ich erst am 7.6. ausgesät habe und der inzwischen schon meine Küche bereichert. Das Kleenex ist wg. Marienkäferlarven drauf.

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Zusätzlich habe ich vor Kurzem noch Zimtbasilikum, Oregano, Petersilie Afrodite, einen robusten Schnittlauch (weil der aus dem Töpfchen vom Supermarkt nicht der Bringer ist) und Rosmarin sowie Dill ausgebracht. Dill:

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Da sieht man gleich, dass dieser Versuch ein Lehrstück für mich war. Ich kaufte zum ersten Mal Saatscheiben - oder Pads oder wie auch immer die vermarktet werden. Totaler Schwachsinn. Erstens modern die jetzt nach einigen Wochen noch rum. Zweitens keimte relativ wenig, vielleicht 20%. Dann gingen auch noch unnötig viele Keimlinge ein - normalerweise bin ich stolz, dass ich zumindest bei Chillis und anderen Pflanzen eine Quote von mindestens 70-80%, nicht selten auch annähernd 100% lebender Pflanzen produziere. Zumindest bei guten Samen. Aber mit diesen Scheiben ist das alles anders - wenn jetzt noch so 10-15% der theoretisch möglichen Pflanzen dastehen, ist das viel. Ausserdem wird man damit eh beschissen, weil nicht mal ein Bruchteil der Samen drin ist, wie in normalen Samenpackungen. Von 5 Pads 7 oder 8 Pflänzchen ist weit unter meiner Würde.

Fast totaler Fehlschlag, würde ich sagen. Vielleicht bin ich ja nur zu altmodisch, ich bau ja auch am liebsten in Tontöpfen an :)

Bis zum nächsten Mal,

Werner
 

HatchChileFestival

Jalapenogenießer
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Heute abend war ich baff. Ich habe so 6-8 fertige Marienkäfer INNEN auf meinem Küchenfenster gefunden. Die müssen von den ersten 60 Larven stammen, die ich erst am 2. Juli ausgebracht habe. Die Dummerchen mögen die Wohnung wohl lieber als die Läuse hinter der Balkontür! Auf den Pflanzen habe ich nämlich bislang noch keine fertigen Käfer (ausser einem eingewanderten 7-Punkt) gefunden. Also wird morgen wohl eine Umsiedlungsaktion nötig, was nicht ganz einfach ist, so klein wie die sind. Die Balkontür muss ab jetzt wohl zu bleiben ...
 

HatchChileFestival

Jalapenogenießer
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Kommando zurück. Ich bin ein Depp. Gestern in der Abenddämmerung nicht so genau hingeschaut. Heute abend waren die wieder alle am Fenster, ich fing an sie raus auf den Balkon zu tragen. Bei jedem, den ich raustrug, legte sich meine Stirn mehr in Falten. Irgendwie passte so einiges nicht. Die flogen zwar wie Marienkäfer, waren aber arg klein und so richtig rot (oder schwarz) kamen die auch nicht rüber - meine Augen sind allerdings nicht mehr die besten.

Lupe geschnappt.

Ach Du heilige Sch****! Sind gar keine Marienkäfer. Nö, Brotkäfer. Herrjeh. Noch mal eine neue Seuche im Haus. Irgendwie war wohl der Wunsch Vater des Gedankens gestern abend, weil ich schon 2 oder 3 echte Marienkäfer (oder den gleichen 3x) gesehen habe. 15 von den Brotkäfern krabbeln jetzt auf den Pflanzen rum, weil ich die besonders schonend rausgebracht habe. Grrr.

Den Rest habe ich dann mit Brennspiritus attackiert. Momentan sind die dann wie tot. Nahm dann mal welche unter die Sterolupe mit und die Mistviecher wachen nach der Schnapsdusche doch glatt nach ein paar Minuten auf und latschen weiter rum. Alkohol scheint nur eine vorübergehende Lähmung auszulösen, umbringen tut der die wohl nicht. Also Jagd gemacht und alles erdrückt. In den Lebensmitteln konnte ich bislang nichts finden, Knäckebrot lag offen rum, gottseidank noch nix. Auch Mehl und alle anderen verdächtigen Lebensmittel hatte ich dann kontrolliert. Ich hoffe, dass es nur daher kommt, dass ich bis vorgestern die Balkontür Tag und Nacht offen gelassen habe. Aber so wie das Jahr läuft, war das wohl noch nicht das Ende.

Den Läusen habe ich heute doch trotz Marienkäferlarven noch mal eine Knoblauchsuddusche verpasst. Bei meinem Glück verenden dabei die Marienkäferlarven .... mal sehen.
 
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Was ich jetzt dann mit dem fertigen Bokashi (also dem mürben Kompost sozusagen) genau mache, muss ich erst ausprobieren. Normalerweise füllt man den in Tontöpfe, stülpt diese um und setzt sie so in den Garten, wo Regenwürmer usw. den Rest innerhalb von ein paar Wochen erledigen. Würmer geht gar nicht wegen meiner Lebensgefährtin.
Sollten alle Teilnehmer, auch die Würmer, demokratisch wählen, wer dann geht, wird die Luft für die Lebensgefährtin aber ziemlich dünn. :D

Angefangen hat es mit obigem Basilikum. Das reizte mich, weil ein Bekannter sagte, dass man die Töpfchen aus dem Supermarkt immer nach 1-2 Wochen wegschmeissen müsse. Schmarrn. Richtig gärtnern muss man halt. Seit Anfang Mai gedeiht der prächtig.
Die Qualität ist mittlerweile besser geworden. Die Töpfe, vor ein paar Jahren, konnte man wirklich nur beernten und dann entsorgen.
 

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