Prävention gegen Trauermücken (bei Sämlingen)

Jandalf

Jalapenogenießer
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Hallo zusammen,
ich bin letztes Jahr ziemlich von Trauermücken geärgert worden. Speziell bei der Anzucht in den kommenden Wochen und Monaten möchte ich vorbeugen und suche dafür Ideen.
Meine Überwinterer haben mittlerweile alle einen Strumpf um die Erde bekommen und eine dicke Schicht Aquarienkies. Damit bin ich bisher ganz zu frieden (der Strumpf ist im Topf, dank Kies sieht man das nicht mal).
Für Sämlinge ist das so aber keine gangbare Lösung, zumal der Kies auch recht schwer ist.
Ich möchte dabei auch ohne Chemiekeule, Nemathoden oder Gelbtafeln auskommen, es geht mir bei der Anzucht wirklich um reine Prävention.
Meine Vorkehrungen bisher:
  • Die Sämlinge kommen bis zu den Eisheiligen in ein eigenes Zimmer. Die Tür ist zwar offen, aber ich habe im Rest der Wohnung wirklich nicht mehr viele. Ich finde noch 2-3 pro Woche insgesamt in der Wohnung (und ich gucke wirklich sehr genau).
  • Die Sämlinge bekommen direkt ab dem Schnapsglas eine dünne Schicht Aquariensand. Nachteil: Die Schicht wird weniger dick sein als bei großen Töpfen. Außerdem kann Sand beim gießen wieder Lücken hinterlassen (deshalb nehme ich sonst Kies). Wenn man Kokostabs nimmt (wie ich letztes Jahr) hat man immer überall Ei-Ablagefläche. Das passiert mir so mit dem Schnapsglashoffentlich nicht.
  • Weniger gießen! Ich halte regelmäßig Pflanzen zu feucht (das passiert nach langjährigem Anbau von Karnivoren ;-) ). Wie macht ihr das bei euren Schützlingen? Nur von unten gießen und nach 5 Minuten abtropfen lassen? Wie oft?
  • Ich hatte letztes Jahr die Idee, einen Kokostab in der Nähe dauerhaft in Wasser stehen zu lassen (ggfs. mit Kressesamen oder sowas drin), den ich dann einmal die Woche in den Garten werfe und gegen einen neuen austausche. Quasi als Honeypot, falls doch mal eine ausgewachsene Trauermücke vorbei kommt... Ob das so klappt weiß ich allerdings nicht. Letztes Jahr war der Befall stark, da hatte das erstmal nicht viel geholfen. Vielleicht versuche ich es nochmal zusätzlich.
Sobald die Pflanzen rauskommen (und groß genug sind), regelt sich das ja eigentlich ganz gut von selbst.
Was haltet ihr von dem Plan? Habt ihr noch weitere Ideen? Ich habe eben von gießen mit kalten Kaffee gelesen. Vielleicht könnte man das alle 1-2 Wochen mal machen? Ohne Pulver sollte es ja nicht schimmeln, oder?
Gibt es darüberhinaus Probleme, wenn der Sämling direkt im Schnapsglas noch eine Schicht puren Sand hat? Da sind ja keine Nährstoffe drinnen und bei so wenig Wurzeln könnte da ja durchaus stören...

Vielen Dank schon mal und viele Grüße,
Jan
 
Vereinzelte Trauermücken sind kein Problem. Es dürfen nur nicht zu viele werden.

Nach dem Gießen die Erde wieder richtig trocken werden lassen und schon haben es die Trauermücken richtig schwer.
Zusätzlich schneide ich eine Gelbtafel in ca. 3x5 cm Streifen und stecke sie in einen oben gespaltenen Eisstiel. Davon hält einer pro Quadratmeter wache und fängt vereinzelt Trauermücken.

Das mit den Sand hat Vor- und Nachteile. Eine dicke Sandschicht hilft, dann ist aber schwer abzuschätzen wann wieder gegossen werden muss. Die Trauermücken können auch die Abflußlöcher der Töpfe verwenden um ihre Eier zu legen.

Das mit dem Honeypot kannst Du machen, dann brauchst Du aber mehrere und die Erde in den Chilitöpfen muss trotzdem trocken sein. Ansonsten ist der Honeypot nicht attraktiver als die Erde in den Töpfen. Den Honypots würde ich alle 4 Tage eine Runde in der Mikrowelle spendieren. Ob sich der Aufwand aber lohnt?

Entweder akzeptierst Du einige wenige Trauermücken oder Du musst mehrmals Nemathoden bei allen! Pflanzen einsetzen bis alle gekillt sind. Das hält dann bis es draußen wärmer wird, dann kommen die beim nächsten Lüften wieder in die Wohnung.

Sieh es so, wenn eine Trauermückenlarve an den Wurzeln knabbert, dann geht zwar die Wurzelspitze verloren, die Wurzel bildet aber schnell neue Spitzen und verzweigt jetzt deutlich stärker. Das ist sogar positiv, wenn nicht zu viel Wurzelgewebe gefressen wird.

Der Anzuchterde für die Schnapsgläser habe ich zur Sicherheit immer eine Runde in der Mikrowelle gegönnt, da die ersten Tage die einzigen wirklich gefährlichen sind. Vor allem bis zur Keimung!
 
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Vielen Dank euch Beiden :-)

Stimmt, die Erde könnte man noch vorbehandeln... Ich muss allerdings sagen, dass ich das im Ofen / Mikrowelle irgendwie etwas eklig fände. Hat jemand Erfahrung mit Einfrieren gemacht? Das ginge ja einfach im Gefrierbeutel...

Ich habe mich tatsächlich schon mit einer sehr kleinen Menge Trauermücken in der Wohnung abgefunden. Aber speziell die ersten ~2 Monate würde ich die Schützlinge doch gerne abschirmen :-)

Hatte auch schon überlegt, sie nach dem Keimen noch mal ein paar Wochen im verschlossenen (durchsichtigen) Anzuchtkasten zu lassen und nur zwecks Schimmelprävention einmal täglich ordentlich zu lüften. Allerdings kriegt man so seine Pflanzen auch nicht unbedingt abgehärtet, bei der Luftfeuchtigkeit...

Viele Grüße,
Jan
 
Hm... könnte man nicht alternativ die Anzuchterde vor Benutzung einmal mit kochendem Wasser gießen? Natürlich nicht unnbedingt in den Schnapsgläsern, ich denke die fänden das nicht so toll ;-)
Aber abgesehen davon könnte das doch klappen?
 
Eine frage wie willst du dann die Matschige Moderampe verwenden:D
-selbst wen du sie per Hand ausquetschen tust könnte sie immer noch zu lange Nass bleiben:thumbsdown:
- oder die klein balgen vermehren sich dadurch noch viel schneller:depressed:
 
Ein ganz alter Faden... aber immer weiter ein spannendes Thema.
Hat jemand Erfahrung mit Einfrieren gemacht? Das ginge ja einfach im Gefrierbeutel...
Mit diesem Prozedere experimentiere ich gerade herum.
Hintergrund: Kaufe nur indoor gelagerte Anzuchterde von Neundorff und hatte bis jetzt, einschließlich jetzt gerade nie Trauenmücken drin.
Sie kamen dann meist mit der zugemixten Erde, wenn die Keimlinge das erste mal umgetopft wurden - hier mixe ich schon die Erde.
Aktuell: Die erste Zumix-Erde habe ich vor ca. 1-2 Wochen gekauft und man sah schon TM`s aus dem kleinen Löchern kommen. Sie lagerte innen, war aber lt. Verkäufer früher draußen gewesen. Ich brauchte schnell was und habe sie dennoch genommen.
Diese Erde habe ich nun bei den tiefen Frosttemperaturen in der letzten Zeit draußen liegen gelassen - das waren mind. 3 Tage Dauerfrost mit -12 Grad. Lt. Recherche sollten jetzt alle Larven und Fliegen abgestorben sein, aber die Eier überleben das.
Zweiter Schritt meines Experimentes ist also, die Erde jetzt über einen Zeitraum von 3-8 Tagen (so lange benötigen laut Recherche die Eier, um zu Larven zu werden) im Warmen zu halten und zu beobachten. Und ja - ich habe schon die ersten aus den Löcherchen kommen sehen... Jetzt werde ich die Erde wieder einfrieren. Mal schauen, ob ich alle erwische, oder ob die ersten TM`s schon wieder neue Eier gelegt haben... Bei der Spanne von 3-8 Tagen wird ein vollständiges Treffen allewr Eier wahrscheinlich nicht machbar sein, sonddern nur ein Dezimieren...
Interessiert das hier Jemanden, wie es weitergeht mit diesem Experiment? Wenn ja, schreibe ich später weiter, wie es ausging...
Viele GabiGrüße in die Runde.
 
Interessiert das hier Jemanden, wie es weitergeht mit diesem Experiment?
Auf jeden Fall! Nachdem ich letztes Jahr die Erde im Ofen gebacken habe und trotzdem irgendwann Trauermücken hatte, wäre das interessant, ob man nicht einfach den Sack Erde ins Eisfach legen könnte. Das klingt sauberer und man muss nicht extra den Ofen anwerfen. Angeblich überleben die Eier keine Temperaturen von -18°C, aber ob die Trauermücken diesen Artikel auch gelesen haben? 😅
 
Ja super @Biobrachland - in dem Artikel steht ja Alles. Schön. Danke fürs Schicken. Neu war jetzt für mich, daß einmaliges Einfrieren auch die Eier abtöten kann - hatte bisher gedacht, daß es die Eier überleben - deswegen ja auch mein Zyklus-Frost-Plan, damit dann eben wieder Larven & Fliegen aus den überlebenden Eiern geworden sind, die dann durch die zweite Kälte auch hin sind... Na - so ist der Plan! :-) Schauen wir mal...
Und ja - Erde backen habe ich letztes Jahr auch gemacht - aber da gehen halt auch so schöne viele gute Sachen bei kaputt - mikroorganismusmäßig. Die Erde hat m.M.n. auch weniger gut Wasser gebunden danach...
Na - nerden wir uns mal weiter rein ins Thema und machen schön weiter Erfahrungen... :-) Und nachdem Ihr Beide nun Interesse angemeldet habt, schreibe ich demnächst dann, wie es weiter ging. Bis dann. GabiGrüße.
 
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Neu war jetzt für mich, daß einmaliges Einfrieren auch die Eier abtöten kann - hatte bisher gedacht, daß es die Eier überleben - deswegen ja auch mein Zyklus-Frost-Plan...
Vielleicht ist das den Trauermücken auch neu. Es gibt ja ganz viele tolle Tricks im Internet, die in der Praxis aber Schädlinge wenig beeindrucken. 🤪
Die Trauermücken sind ein Grund, warum ich dieses Jahr Kokos probiere. Dass ich mir die Trauermücken mit den Überwinterern eingeschleppt habe, torpediert den Plan allerdings etwas. 😅
 
Ich kaufe einen Sack Erde + eine Packung Gelbe Klebetafeln. Das erhöht den Preis der Erde. Von Anfang habe ich so ein gutes Monitoring und hatte noch nie Probleme mit einer Trauermückeninvasion.
 
Anzucht in Steinwollwürfel und die dann in Seramis oder Blähton. 100% TM frei 😉

Erde im Bratschlauch im Ofen sterilisieren.
Geruch- und Dreckarm.
Könnte dann sogar im Schlauch in den Freezer ...
 
Es gibt ja ganz viele tolle Tricks im Internet, die in der Praxis aber Schädlinge wenig beeindrucken.
... deswegen nennt man das Internet auch die grösste Kloake der Welt...

...was man auch alles gegen Blattläuse machen sollte, half eher gar nicht...

Die Erde hat m.M.n. auch weniger gut Wasser gebunden danach...

...hehe, eigentlich gar nicht, von oben gegossenes Wasser sinkt gar nicht ein, wenn's knochentrocken ist ....
 
Das Thema interssiert mich sehr, TM sind immer ein Thema. Ich habe auch schon versucht die Maden zu ersäufen. Ich glaube einen positiven Effekt gesehen zu haben aber sie kommen immer wieder irgendwoher
 
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