SO UND JETZT MAL SPASS BEISEITE
Ich muss meine Stimme erheben zur Ehrenrettung des Regenwurmkots. Das mit dem sie-glauben-dann-sie-müssen-sich-verteidigen ist natürlich Blödsinn, dann wäre ja Kuhdung überhaupt die Superlösung, weil wenn die Pflanzen glauben, sich gegen Kühe verteidigen zu müssen, würden sie ja wahre Monster werden ...
Regenwurmkot heißt im Handelsnamen "Wurmkraftdünger" oder "Vermicult" (nicht zu verwechseln mit Vermiculit, welches der Wasserspeicherung dient), gibts bei Bellaflora, und ist bei mir im Anbau ein unverzichtbarer Begleiter. Das sind kleine, trockene, geruchlose Pellets, die viele Vorteile mit sich bringen. Die Pflanzen werden stark, dunkelgrün und widerstandsfähig gegen Schädlinge (insbesondere Blattläuse), Sonnenbrand und Wind. (Ich hab in dieser Saison sieben Kilo davon verbraucht.)
Der große Vorteil ist: Vermicult ist ein hervorragender Dünger, man kann damit aber nicht überdüngen. Meine Pflanzen haben sofort nach dem Pikieren in 7cm-Vierkanttöpfe je zwei gehäufte Esslöffel zur Anzuchterde dazubekommen und haben sich darin prächtig entwickelt: tief dunkelgrün, feste Stämme, gedrungener Wuchs.
Vor dem endgültigen Auswildern hab ich sie in nur drei Tagen an die Sonne gewöhnt (lediglich die Rocotos und Jalapenos hatten ganz leichte Verbrennungserscheinungen) und bis auf die Habanero White stehen sie alle ohne Stützen im Balkonwind.
Hier zum Beispiel zwei Bilder, Habanero Peach und Bali Lombok - Hot Meteor, heute aufgenommen:
In einem Experiment hab ich bei einer Pflanze beim ersten Umtopfen probiert, ein bisschen CS-Tomaten-Langzeitdünger in die Erde zu mischen, das Ergebnis waren ärgere Kristalle auf den Blättern, diese Pflanze war dann auch die einzige, die (offenbar durch die Überdüngung geschwächt) von Blattläusen angefallen wurde.
Ich kann Wurmkraftdünger nur jedem empfehlen, zur Anzucht genauso wie zum Auswildern!
Liebe Grüße
Patrick