Saison 2026

Sieht schon ganz okay aus. Schau mal, dass du erstmal nicht mehr wässerst. Das sieht für mich wirklich fast schon über Limit aus...
 
Pünktlich zum Angebot bei den üblichen Discountern hier mal eine Einordnung mit Bezug zur Wachstumsphase - oder auch: Warum keine rosa (Rot/Blau) Lampe und warum „Watt/m²“ nicht taugt.

Wir reden hier über eine gut abgegrenzte Phase:
  • Keimlinge / Keimblätter
  • Höhe: ca. 2–6 cm
  • Ziel: kompakter Wuchs, kurzer Internodienabstand, dicker Stängel, Wurzelaufbau
  • Nicht: maximale Biomasse / Blüte
1. Spektrum: Problem „rosa Growlight“ bzw. typische rosa Lampen
  • Blau: ~450 nm
  • Rot: ~630–660 nm
  • Fehlt: Grün / Cyan / Gelb (500–580 nm)
Warum das in dieser Phase schlecht ist

a) Ungünstige Phytochrom-Steuerung
  • Rot (660 nm) ↔ Fernrot (730 nm) steuert Streckung
  • Viele günstige Rot/Blau-Lampen sind rotlastig
  • Folge: Pflanze interpretiert „Konkurrenz/Schatten“, also Streckwachstum trotz Growlight
b) Blau allein reicht nicht
  • Blau (430–470 nm): hemmt Längenwachstum, fördert kompakte Morphologie
  • Aber: Verhältnis Blau ↔ Rot ist kritisch, ohne Grün fehlt Regulation
c) Fehlendes Grün = falsche Entwicklungssignale
  • Grün (500–580 nm): dringt tiefer ins Blatt, wirkt regulierend auf Photorezeptoren, stabilisiert Pflanzenbau
  • Keimlinge profitieren besonders davon
  • Kurz: rosa Licht liefert Energie, aber schlechte Wachstumsinformation, weil grün fehlt
2. Warum weißes Vollspektrum hier besser ist

Weißes Licht (4000–6500 K) enthält:
  • Blau (Morphologie)
  • Grün (Regulation, Tiefenwirkung)
  • Gelb
  • Rot (Basis-Photosynthese)
Ergebnis:
  • natürliches Signalprofil
  • kompakter Wuchs
  • geringeres Streckrisiko
Für Keimlinge ist Signalqualität wichtiger als Maximalleistung.

3. Problem „80 W pro Quadratmeter“
Warum diese Faustformel hier nicht gilt
a) Watt ≠ Pflanzenlicht. Watt = elektrische Leistung und das sagt nichts über:
  • Spektrum
  • Effizienz (µmol/J)
  • Lichtmenge am Blatt
b) Keimlinge brauchen wenig PPFD
  • Typisch Keimlingsphase: etwa 150–250 µmol/m²/s, oft bereits bei 8.000–15.000 Lux
  • 80 W/m² liegen häufig weit darüber
Risiko:
  • Stress
  • Photoinhibition
  • Wachstumsstopp statt Kompaktheit
c) Abstand schlägt Watt
  • 10 cm vs. 20 cm = Faktor ~4 Unterschied
  • „W/m²“ ohne Abstand ist physikalisch wertlos
4. Sinnvolle Kriterien für diese Phase
Stattdessen beachten:
  • Spektrum: Weiß (4000–6500 K), optional wenig 660 nm, kein reines Rot/Blau
  • Lichtmenge: Ziel 8–15 kLux am Blattdach
  • Abstand: meist 10–25 cm, je nach Lampe
  • Photoperiode: 14–16 h
 
Ich finde das Thema wirklich wichtig, aber meiner Meinung nach sollte für die Auslegungsdetails zu den verschiedenen Phasen eigentlich ein eigener Thread her, damit hier nicht ein Saisonthread gesprengt wird. Bei ein paar Punkten muss ich widersprechen, aber trotzdem fände ich ich eine Diskussion gut.

Der Nutzer hier hat bereits eine Lampe und nach eigener Aussage auch kein Budget für etwas Anderes. Trotzdem werden unter der Lampe auch Chilis wachsen. Und dafür kann man sich für die Anzuchtphase doch als erste Schätzung an alten Erfahrungswerten wie 100 Watt pro Quadratmeter orientieren, bevor man gar keinen Anhaltspunkt hat und alle drei Lampen in einem zu großen Abstand nutzt.
a) Watt ≠ Pflanzenlicht. Watt = elektrische Leistung und das sagt nichts über:
  • Spektrum
  • Effizienz (µmol/J)
Alte LSR oder LED-Leiste hatten etwa 80-100 Lumen/Watt und damals war 100 Watt pro Quadratmeter ein verbreiteter Wert für die Anzucht mit neutral- oder kaltweiß. Warum soll man dann mit der Temu-LED nicht zumindest grob in diesem Bereich liegen? Es handelt sich um keine rein blau-rote LED, weil auch weiß dabei ist. Die Dioden sind 14x Blau, 16x Rot und 20x 5000 Kelvin. Die Dioden haben 90 Lumen / Watt und damit sollte die PPE (in µmol/J) besser sein als die alten Baumarktlampen. Dazu kommt noch ein besserer Abstrahlwinkel, also warum nicht etwas unter 100 Watt/m² als erste Schätzung für so eine wenig effiziente Lampe. Das ist natürlich fehlerbehaftet, aber bei dem genannten Budget wird sich der Nutzer kein PAR-Meter kaufen. Ansonsten empfehle ich ja auch ständig 4000 Kelvin-LEDs mit möglichst effizienten Dioden für eine günstige Anzucht und dafür nutze ich dann auch die Umrechnungsfaktoren, aber der Faktor ist bei dieser Lampe unbekannt.
„W/m²“ ohne Abstand ist physikalisch wertlos
Auf die Wichtigkeit des Abstands und der gleichmäßigen Ausleuchtung bin ich eingegangen. Dass man am Schluss die Pflanzen beobachten muss, auch.
W/m² finde ich trotzdem sinnvoll, aber dabei sollte nach der Pflanzengröße differenziert werden. In Deinem Hygrothermik-Thread kommst Du ja auf 240 W/m² - das ist aber natürlich für ausgewachsene Pflanzen voller Früchte. Da braucht es dann stärkeres Licht, damit nicht nur die obersten Blätter versorgt werden. Weil der Unterschied vielen Anfängern nicht klar ist, sehen wir leider immer wieder Dinge wie 200 Watt-LEDs, die in Zelten zwei Metern über Jungpflanzen hängen, anstatt die LEDs extrem niedrig zu dimmen und sehr nah an die Pflanzen zu gehen.
Wir reden hier über eine gut abgegrenzte Phase:
  • Keimlinge / Keimblätter
  • Höhe: ca. 2–6 cm
Das sehe ich nicht so. Die LED soll bis zum Auspflanzen reichen, also noch drei Monate. Dass man in der ganz frühen Phase einen etwas größeren Sicherheitsabstand einhalten sollte, wurde auch erwähnt.
 
Ich habe es mal im generellen Licht-Thread präzisiert - selbstverständlich behandelt es die drei Monate bis zum Auspflanzen. Fun Fact: Wer (nur mal als Beispiel aus einem anderen Thread) eine einzige Pflanze mit 100W bestrahlt, der verjuxt alleine in diesen drei Monaten einfach mal 50.- an Strom - das ist nicht so unmittelbar spürbar aber den Euro ist egal wofür sie weg sind. Mir geht es wahrlich nicht um Technik-Schlacht sondern darum, auf den Bedarf passende Sachen zu kaufen und idealerweise mit weniger Geldeinsatz bessere Ergebnisse zu haben.
 
Sieht schon ganz okay aus. Schau mal, dass du erstmal nicht mehr wässerst. Das sieht für mich wirklich fast schon über Limit aus...
Ja, das sieht etwas sehr reichlich aus. Nach Bedarf wässern ist herausfordernd weil man den Pflanzen etwas guten tun will, aber sie verbrauchen einfach aktuell noch sehr wenig.
 
Ja, das sieht etwas sehr reichlich aus. Nach Bedarf wässern ist herausfordernd weil man den Pflanzen etwas guten tun will, aber sie verbrauchen einfach aktuell noch sehr wenig.
ich gebe immer gleich viel wasser und nach 3-4 stunden ist es fast wieder trocken…. täuscht bisschen auf den bildern und sie haben sehr warm
 
uuund nochmal ein kleines update...
 

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Darf ich fragen, in welchem Abstand Du die Lampe jetzt aufgehängt hast? Die Pflanzen sehen gut aus und sie wachsen, aber ich würde tippen, dass Du die Lampe näher an die Pflanzen bringen könntest. Die Lampe ist ja nicht besonders stark, also würde ich zumindest eine der Jalapeños testhalber mal bei 5-10 cm Abstand zur Lampe aufstellen und dann schauen, wie sie sich entwickelt.
 
Darf ich fragen, in welchem Abstand Du die Lampe jetzt aufgehängt hast? Die Pflanzen sehen gut aus und sie wachsen, aber ich würde tippen, dass Du die Lampe näher an die Pflanzen bringen könntest. Die Lampe ist ja nicht besonders stark, also würde ich zumindest eine der Jalapeños testhalber mal bei 5-10 cm Abstand zur Lampe aufstellen und dann schauen, wie sie sich entwickelt.
vielen dank für denn tipp, die lampen haben schon ca 30cm abstand zu den pflänzchen… ich probiere es mit weniger abstand :thumbsup:
 
Hast Du noch alle drei Lampen an? Ich denke, dass eine oder maximal zwei Stück im Moment reichen, wenn Du nah genug rangehst.
Hier wurde vor Kurzem eine schöne Konstruktion mit verstellbaren Schnüren ohne Knoten gezeigt. @VroniB Ich hoffe es ist OK, hier einen Link zu Deinem Thread einzufügen. Falls Dich das stören sollte, bitte einfach sagen und ich lösche den Teil. :)
 
Hast Du noch alle drei Lampen an? Ich denke, dass eine oder maximal zwei Stück im Moment reichen, wenn Du nah genug rangehst.
Hier wurde vor Kurzem eine schöne Konstruktion mit verstellbaren Schnüren ohne Knoten gezeigt. @VroniB Ich hoffe es ist OK, hier einen Link zu Deinem Thread einzufügen. Falls Dich das stören sollte, bitte einfach sagen und ich lösche den Teil. :)
sind noch alle an ja.. danke dir, klar, ist sehr hilfreich ich schätze inputs von allen;)
 
Sicher kann Dir wohl niemand sagen, welcher Abstand perfekt ist, weil man hier zur Temu-LED keine Informationen findet, aber das kannst Du ja vielleicht machen. :)
Generell hält man bei eher schwachen Lichtquellen geringe Abstände ein und dann wachsen die Chilis auch schnell. Das ist immer ein Abwägen zwischen Ausleuchtung bis zum Rand und Sicherheitsabstand zur LED. Da die Lampe nur 10 Watt hat und länglich gebaut ist, wird sie vermutlich nicht besonders heiß sein, oder? Deshalb würde ich mich da an Leuchtstoffröhren oder LED-Leisten orientieren. Die hängen meistens bei 5-10 cm Abstand über den Pflanzen.
 
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