Amerika-Grippe
Ich glaube, das Thema ist schwer zu beurteilen, weil wir einfach nicht in der Lage sind, die Ausmaße im Vorfeld schon gut abschätzen zu können. Das in Australien die Problematik wohl nicht (so stark) aufgetreten ist, ist erfreulich, aber auch keine Garantie für Entwicklungen in Deutschland oder Europa. Ich finde den Absatz ziemlich aussagekräftig, den ich auf netdoktor gefunden habe:
Bislang verlaufen die Infektionen mit dem neuen Schweinegrippevirus A/H1N1 überwiegend mild. In einigen Fällen war die Krankheit allerdings schwer oder sogar innerhalb weniger Stunden tödlich. Manche Experten schätzen, dass 1 von 1000 bis 10.000 Erkrankten stirbt. Andere Quellen gehen von 1 Todesfall auf 250 infizierte Menschen aus.
Heißt auch so viel wie: "wie Sie wissen, wissen Sie nichts". Ich persönlich habe aber Sorge, dass die Pauschalablehnung der Impfung sich als fatal erweisen könnte. Ich verstehe auch nicht so vollkommen die krasse Ablehnung der Pharmaindustrie (die noch eher) und der Handlung unserer Bundes- und Landes-Regierungen. Als der Impfstoff bestellt wurde, war erst Recht noch nicht abzusehen, was wann wie so passieren würde, und man hat sich deshalb für Adjuvanzien (= Wirkstoffverstärker) entschieden, die die Impfung zwar vielleicht "weniger leicht bekömmlich" machen, aber dafür das schlagkräftigere Mittel darstellen. Das es einen Impfstoff ohne gibt, liegt an dem besonderen Bedarf. Unsere Bundeswehrsoldaten erhalten beispielsweise für den Auslandseinsatz direkt eine ganze Reihe von Impfungen, und daher macht ein Schweinegrippe-Impfstoff Sinn, der in Kombination mit anderen Impfungen die Soldaten nicht komplett aus der Bahn wirft.
Was den Krankheitsverlauf angeht, scheinen auch widersprüchliche Informationen zu bestehen (s.o.). Fest steht, wer zur sog. "Risikogruppe" gehört sollte sich in jedem Fall (am besten gegen "beide Grippen") impfen lassen.
Die Nebenwirkungen sind neben einer allgemeinen, leichten und nach Impfungen wohl öfters mal zu beobachtende Schlappheit und dass die Arme ein wenig schmerzen. Meine Freundin hat sich die Tage impfen lassen (medizinisches Personal), da war es so, aber auch deutlich auszuhalten.
Ich betrachte die Argumentation mit "Kampagne der Pharmaindustrie" als völlig verfehlt. Ich hab den Eindruck, uns geht es hier manchmal zu gut. Um es mal absichtlich provokant zu formulieren: In Deutschland würde man manchmal lieber ertrinken, als sich mit einem Rettungsring an Land ziehen zu lassen (der ist aus Plastik, das ist nicht abbaubar, und da sind Nano-Partikel drin, he da, ich hab schließlich Prinzipien).
Jetzt hatte man noch die Möglichkeit es auf der "Moral-Schiene" zu versuchen: "Wenn du dich nicht impfst, steckst du womöglich viele Andere an und von denen könnte einer sterben. Willst du das riskieren?"
Und über die Moral-Schiene kann man immer meckern, dass nimmt einem aber auch nichts von seiner Verantwortung ab.
In diesem Sinne: uns allen gute Gesundheit!