Weiße "Kristalle" an Pflanzen

nanisch

Chiligrünschnabel
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Hallo zusammen, ich zieh aktuell meine Pflanzen vor, und habe heute beim Gießen diese weißen Ablagerungen (Bilder unten) an den Pflanzen bemerkt. Nachdem was ich bis jetzt gefunden habe, kommen Überdüngung oder ein falscher Wasserhaushalt in Frage. Könnte es eins von den beiden Sachen sein? Wenn ja, was kann ich dagegen tun, bzw. ist das schädlich für die Pflanzen?

Infos zu den Pflanzen: Sie stehen bei 21-22°C/60-70% Luftfeuchte unter einer 100W Vollspektrum-LED, und wurden vor zwei Wochen in BioBizz Light Mix/Kokoserde 2:1 umgetopft. Ich gieße alle paar Tage, wenn die Erde trocken ist, und hab für 2 Stunden alle zwei Tage einen Lüfter an, dass sie etwas Wind abbekommen. Die weißen Ablagerungen sind sowohl am Stamm, als auch auf und unter den Blättern, bei manchen sehr stark, bei manchen gar nicht. Die Sorten sind chinense und annuum.
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Wenn es möglich ist die Kristalle abzureiben ist es eher Überdüngung - dann weniger/anders düngen. Wenn sie "fest" im Blatt integriert und fix ist, eher Richtung Wasserhaushalt - dann schauen woran es liegen könnte. Dazu bräuchten wir mehr Infos
 
Wenn es möglich ist die Kristalle abzureiben ist es eher Überdüngung - dann weniger/anders düngen. Wenn sie "fest" im Blatt integriert und fix ist, eher Richtung Wasserhaushalt - dann schauen woran es liegen könnte. Dazu bräuchten wir mehr Infos
Es lässt sich nicht abkratzen - also dann Wasserhaushalt. Was für Infos wären denn noch wichtig?
 
Stehen die Pflanzen unter reinem Kunstlicht? Hier gibt es einen Thread zum Thema.
Ödeme sind Gewebswucherungen, die durch Mangel an UV-Licht verursacht werden und die deswegen oft in Gewächshäusern und unter künstlicher Beleuchtung auftreten. Ödeme haben erst einmal nichts mit Luftfeuchtigkeit, Dünger, Gießen, Temperatur oder anderen Anbaubedingungen zu tun und es sind auch kein ausgeschiedenen auskristallisierte Nährstoffe oder Salze (so etwas kommt nämlich bei Chilis gar nicht vor). Sie treten bei vielen total verschiedenen Pflanzenarten auf und unterschiedliche Arten und Sorten haben unterschiedlich starke genetische Anfälligkeiten dafür. Interessanterweise treten Ödeme unter bestimmten Leuchtstoffröhren nicht auf, wenn diese geringe Mengen an UV abstrahlen. Dafür aber besonders oft unter LED-Beleuchtung. Das Gute ist, dass Ödeme bei Chilis erst einmal nicht besonders schädlich sind und an den neuen Blättern nicht mehr auftreten, sobald die Pflanzen nach draußen kommen oder anderweitig Sonnenlicht abbekommen.
Testhalber könntest Du also eine Pflanze ans Fenster stellen und beobachten, ob es besser wird. Je nach Fensterscheibe könnte dadurch genug UV-Strahlung bei den Pflanzen ankommen.
 
Einige deiner Blätter scheinen sich nach oben einzurollen. Sehe ich das richtig?
Wenn ja runter mit der Lichtintensität.
Regelmäßiger wässern.
Ich ziehe meine kleinen Pflanzen mit 30 Watt Vollspektrum an.
 
Infos zu den Pflanzen: Sie stehen bei 21-22°C
Wo misst du genau? Erdtemperatur? Bei der Lichtquelle oben?

Ein Gesamtbild einer Pflanze würde uns auch helfen. Von den Blättern her sehen die schon recht groß aus. Es könnte sein, dass auf Grund der Pflanzengröße der Topf zu klein ist und immer wieder schnell austrocknet oder nicht genug Wasser aufnehmen kann bis zum nächsten Gießen.

Wenn du gießt: Gießt du Leitungswasser oder Wasser mit Dünger?

Von der Lüftung könnte es tatsächlich auch kommen. Da wo viel Luft vorbeifließt an den Blättern - wenn der Lüfter an ist - wird auch Wasser "abgewindet" 😅
Ist es bei den Pflanzen die den direkten Wind abbekommen schlimmer?
 
Also:
Die Lampe ist reines Kunstlicht, also kein UV, das heißt, Ödeme durch UV-Mangel könnte es sein. Die letzten Jahre hatte ich die Pflanzen immer nur am Fenster, und da hatte ich das nie.

Ich hab sie auf 100W laufen, hab das jetzt aber direkt mal runtergedreht auf 60%. Die Menge an Wasser ist eigentlich nicht das Problem, ich gieße immer, wenn das Erd-Hygrometer gerade so im dry-Bereich ist.

Ich gieße mit Leitungswasser 4°dH ohne Dünger.

Thermometer/Hygrometer liegt auf dem Rand von einem der Töpfe mit so halber Lichteinstrahlung. Die höchste Pflanze ist immernoch ~40 cm von der Lampe weg. Insgesamt ist von den Töpfen bis zur Lampe ~80 cm.

Es gibt keinen Zusammemhang zwischen den Stellen und ob sie in direkter oder indirekter Windrichtung stehen.

Manche der Annuum-Planzen wölben etwas ihre Blätter, vielleicht muss, unabhängig vom Problem aktuell, die annuum und chinense in zwei separate Boxen packen. Ich hab alle Pflamzen vor zwei Wochen umgetopft, also Platz sollten sie noch haben.

Hier noch eine Pflanzen im Ganzen (Banane for scale):
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Das sind keine Salzablagerungen durch Überdüngung und auch kein klassischer Nährstofffehler. Das ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Ödeme (Edema) / Korkwarzen durch Wasser-Licht-Transpirations-Ungleichgewicht. Das ist typisch für Indoor-Vorzucht unter LED.

Ödeme entstehen wenn:
  1. Wurzeln nehmen viel Wasser auf
  2. Transpiration ist zu gering
  3. Zellen platzen lokal
  4. Das Gewebe verkorkt → weiße / beige „Bläschen“
Indoor unter LED begünstigt das, weil:
  • LED erzeugt wenig Blattwärme
  • 60–70 % Luftfeuchte relativ hoch
  • 21–22 °C moderat
  • wenig Luftbewegung (2h alle zwei Tage ist quasi nichts)
Fensterbank früher:
  • stärkere Luftbewegung
  • höhere Strahlungswärme
  • stärkere Transpiration
Deshalb hattest du das dort nicht.

Was du konkret tun solltest
1. Luftbewegung massiv erhöhen: Nicht 2h alle zwei Tage sondern dauerhafte leichte Luftbewegung. Die Blätter sollen sich minimal bewegen.

2. Gießrhythmus anpassen - nicht nach Hygrometer, sondern:
  • Topf deutlich leicht werden lassen
  • Erde oben trocken UND spürbar leichter Topf
  • Zwischen Gießen ruhig 1–2 Tage mehr warten
Ödeme sind oft ein „zu gut gemeint“ Problem.

3. Luftfeuchte leicht senken. 60–70 % ist grenzwertig. Gehe lieber auf 50, maximal 60%. Mehr Transpiration = weniger Ödeme.

4. Licht nicht weiter reduzieren. Das war nicht die Ursache.
 
Vielen Dank, dass klärt es ziemlich gut auf, und ich versuche das Umzusetzen, der Lüfter läuft dann ab jetzt wohl permanent.

Das mit dem Licht war jetzt aber eher die Überlegung wegen den Blättern, die sich bei den annuum-Planzen etwas kräuseln, oder sollte das so auch gelöst werden?
 
Das ist mein Setup

Danke, das kam gleichzeitig mit meiner Vermutung und das erklärt wirklich alles. Wie vermutet, eine Sonne von oben (daher die Blattverödung unten), und alles in einer geschlossenen Kiste (daher die Ödeme). Völlig natürlich, dass die Pflanze unten die Blätter abwirft.

Empfehlungen:
- Pflanzen frei stellen zwecks Luft
- mehrere Lampen und weiße (zur Not Alufolie, aber besser weiß) Reflektoren damit das Licht seitlich kommt.
- Höhe durch Höherstellen von kleineren Pflanzen regulieren
- Lichtintensität messen

Das wohl beste Anzucht-Rig das ich jemals live gesehen habe ist beim oben zitierten Annuchin. Da habe ich mich dann auch davor auf die Knie geworfen vor Ehrfurcht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für die Tipps. Ich werden die annuum-Planzen jetzt aus der Box raus tun, und unter ein 5-halsiges Growlicht stellen, dann sollte da hoffentlich alles gut sein.

Bei den chinense-Pflanzen muss ich allerdings sagen, dass ich die (wenn es keinen Einspruch gibt) in der Box lassen würde (die ich dann noch weiß auskleide, dauerhaft Lüfte und die Luftfeuchte reduziere), weil die die letzten Jahre außerhalb der Box immer gefühlt nichts geworden sind, was auch eigentlich der Grund für die Box war.
 
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