Wie ist eure Erfahrung mit Kokos

Pit2111

Dauerscharfesser
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Wollt mal eure Erfahrungen hören mit Kokos..

- Wächst bei euch alles
- Nutzt ihr das Kokos Mehrfasch
- welches Kokos nutzt ihr
 
Hallole
Meine Aussaat erfolgt seit Jahren in reinem Kokos und ich bin inzwischen von Kokos ueberzeugt.
Wasche den aber nach einem sehr schlechten Keimergebnis trotz der Beteuerungen des Händlers 1-mal aus. Denn man liest sooo viel von Salzgehalt in Kokos.
Ausserdem bekommt der einen kleinen Schluck Fluessigduenger beigemischt.
Ich kaufe die "Humusziegel".
Gibt es in der Bucht und auch direkt beim Händler.
Ist 100% Kokosfaser und damit auch torffrei. Was für mich mitentscheidend ist da ich nebenbei auch für eine biozertifizierte Gaertnerei mit anziehe.
Danach kommt der Kokos in den Garten und auf mein Feld.
 
@karlinche
Nutzt du ihn mehrmals oder wirfst ihn nach einer saison weg??

Ich nutze den Kokos nur ein Mal. Der Gedanke an eine mehrmalige Verwendung ist bei dem Preis wenn ich gleich kartonweise bestelle "vernachlässigbar".
Recycelt wird er weil er meine Erde in den Beeten im Garten und auf dem als Anbaufläche genutzten Teil des Feldes auflockern.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nach ein paar Wochen gefallen mir Kokosfasern immer besser. Das hatte ich mir viel komplizierter vorgestellt. 😄 Man kann natürlich noch Perlite, Phosphorsäure, Calcinit und verschiedene Dünger nutzen, aber mit meinem Leitungswasser (mittlere Härte), klappt es schon allein mit Hakaphos Rot ganz zufriedenstellend und das Substrat lässt sich auch so schon gut gießen. Danke mal wieder an @ghost155 für seinen Thread. :)
Für die ersten zwei Wochen nehme ich nur vorgedüngte Kokosblumenerde in einer Anzuchtplatte und gieße mit Leitungswasser - dadurch spare ich mir die pH-Anpassung. Nach dem zweiten Blattpaar geht es dann in ungedüngte Kokosfasern. Wenn der EC-Wert mit Hakaphos Rot auf 1,5 eingestellt ist, liegt der pH-Wert bei mir etwa bei 6. So muss man nicht mit Phosphorsäure arbeiten und hat auch sonst kaum Kosten. Wie gesagt: man kann sicher noch viel verbessern, aber wenn das Leitungswasser halbwegs passt, kann man die Anzucht auch ganz simpel starten.
kokostest.JPG
 
Inzwischen habe ich wohl genug Anschauungsmaterial, um ein paar Vor- und Nachteile von Kokos gegenüber Erde zu zeigen. 😆 Im Großen und Ganzen bin ich für den ersten Versuch immer noch zufrieden.
  • Vorteile: sauber, leicht zu lagern, immer kontrolliertes Nährstoffangebot
  • Nachteile: es muss sehr häufig gegossen werden, was die Luftfeuchte in die Höhe treibt und eine regelmäßige Kontrolle nötig macht *Nachtrag vom 17.4. am Ende des Beitrags
Die Nährlösung ist nach wie vor nur Leitungswasser mit Hakaphos Rot bei einem EC von 1,5. Nächstes Jahr probiere ich wahrscheinlich auch mal Soft Spezial, weil das für die Anzucht empfohlen wird. Das Substrat ist pures Kokos ohne Beigaben. Die Temperatur liegt meistens bei etwa 20°C. Die Luftfeuchte ist leider ziemlich hoch (60-80%), was wohl auch zu Problemen führen kann. Immerhin gibt es bisher keine Ödeme.

Hier sind vier Chilis, die sich unterschiedlich gut entwickelt haben. Von links nach rechts:
  1. Die Test-Annuum aus dem vorherigen Beitrag steht seit ein paar Wochen am schattigen Rand der Box, weil sie in die LED gewachsen ist. Mal sehen, ob sie noch drei Monate in dem kleinen Topf schafft. Bisher bin ich aber recht zuversichtlich. Momentan muss sie alle zwei bis drei Tage gegossen werden.
  2. Die Chinense ist etwa drei Monate alt. Die Wurzelbildung ist für das Alter ziemlich verhalten, aber anscheinend hätten es Chinensen gern etwas wärmer. Da ich keine Mängel sehe, lasse ich sie jetzt aber einfach so wie sie ist.
  3. Die Rocoto ist jünger als die Chinense, aber der Topf ist schon komplett durchwurzelt. Hier sieht man an den unteren Blättern, wie schnell Mängel auftreten, wenn man etwas spät gießt. Die neuen Blätter sehen wieder besser aus.
  4. Die Baccatum ist im Moment meine lädierteste Pflanze. Da war ich mindestens einen Tag zu spät dran mit dem Gießen, was sie sofort mit massivem Blattabwurf quittiert hat. Leider habe ich noch nicht wirklich ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt zum Gießen. Das Substrat hat sich eigentlich bis Oben feucht angefühlt, aber es war trotzdem zu trocken.
kokos februar 2026.JPG


Nachtrag 17.4.:
Das Problem mit dem häufigen Gießen kam durch die Nährlösung. Seit einigen Wochen verwende ich eine stickstofflastigere Nährlösung (Hakaphos Soft Ultra mit Leitungswasser) für die Anzucht und das funktioniert deutlich besser. Dadurch kann man das Substrat auch bis zum Topfboden trocken werden lassen, ohne dass Mängel auftreten. Der pH-Wert liegt bei ca. 6,5, also eigentlich zu basisch, aber es klappt trotzdem überraschend gut. Als nächsten Schritt werde ich den pH-Wert noch mit einem pH-Downer senken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich habe es damals ein paar male ausprobiert. Es wollte irgendwie nie so richtig klappen und die Chilis dümpelten nur vor sich hin . Ich hatte enorme Schwierigkeiten mit dem Gießen, entweder war es ein wenig zu viel und es hat Wochen gedauert bis alles feucht und nicht mehr nass war oder es war ein tuck zu wenig und alles war nach einem Tag wieder furz trocken.
Zudem hatte ich das Gefühl das sich Nährstoffen vom düngen extrem anreicherten und konzentrierten durch das schnelle austrocknen.
Die Pflanzen sind dann natürlich dementsprechend gewachsen, extrem langsam und mit etlichen Problemen wie zb. wurzelfäule usw.

Die besten Erfahrungen habe ich tatsächlich mit einfacher Anzucht Erde - in dem Fall Biobizz) und der richtigen Topfgröße gemacht.
 
Die Rocoto ist jünger als die Chinense, aber der Topf ist schon komplett durchwurzelt. Hier sieht man an den unteren Blättern, wie schnell Mängel auftreten, wenn man etwas spät gießt.

Ich halte hier Magnesiummangel für am wahrscheinlichsten. Kokosfasern besitzen Kationentauscherfähigkeiten. Unbehandeltes Kokossubstrat ist aufgrund seiner Herkunft oft mit Natrium und Kalium aufgeladen, die es im Gegenzug zur Aufnahme von Calcium und Magnesium wieder abgibt. Deshalb kann es zu Calcium- und Magnesiummangel kommen, auch wenn im Gießwasser eigentlich genug davon enthalten ist. Ich behandle Kokosfasersubstrat daher mit salpetersaurer CalMag-Lösung vor. Für Magnesiummangel spricht das Schadbild: interveinale Chlorose mit beginnender Nekrose. Magnesium ist mobil, bei Mangel zieht es die Pflanze daher aus den älteren Blättern ab und lagert es in die jüngeren Blätter ein. Mangelerscheinungen treten daher an den älteren Blättern zuerst auf.

Was es noch sein könnte:
  • allgemeine Unterdüngung (EC zu niedrig),
  • pH-Wert außerhalb des sinnvollen Bereichs → Nährstoffe sind da, werden aber schlecht aufgenommen,
  • zu nasses Substrat / kalte Wurzeln
Reines Kokos puffert nicht. Die Beachtung des passenden pH-Werts (etwa pH 5,8–6,2) ist daher von besonderer Bedeutung. Ich halte meine Pflanzen auch nicht in reinem Kokossubtrat, sondern mische 60 % Kokosfaser aus Ziegeln mit 40 % mineralischem Anteil.

...hatte ich jetzt zum ersten Mal, aber Vorteile zu normaler Erde konnte ich nicht erkennen,

Ich kaufe keine "normale Erde" mehr, seit dem ich in einem Sack "torffreier Bio-Erde" Kunststoffsplitter gefunden habe.
 
Mir hat ein einmaliges Ereignis gereicht, auf eine Wiederholung habe ich kein Lust. Außerdem weiß ich bei meinem Eigen-Mix ganz genau, was drin, bei Fertig-Erde kaufe ich die Katze im Sack. Und darauf habe ich auch keine Lust ;).
 
Die Pflänzlis sind noch im Inkubator. Ich hätte gerne mehr Platz, aber ich baue rein indoor an und meine Platzverhältnisse sind beengt.
 
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