Wie wichtig ist euch der Sortenerhalt?


Wer verhütet wirklich gewissenhaft?


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oophag

Baccatarier auf Abwegen...
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#1
Ich meine in diesem Jahr deutlich häufiger zu lesen, dass nicht die Sorte gewachsen ist, die man eigentlich haben wollte.
Daher drängt sich mir schon seit einiger Zeit die Frage auf, wie ihr mit dem Sortenerhalt umgeht.
Ist das für euch ein wichtiges oder eher unwichtiges Thema? Oder nehme ich das vielleicht einfach falsch wahr?

Ich freue mich auf eine konstruktive Diskussion!
 

Biergott

Der grüne Lord
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#3
Hallöle,

Ich gehe hier so vor...bei mir wird selten eine Sorte 2 mal angebaut, deswegen wird hier nicht grundsätzlich verhütet
Habe ich jedoch von einer Sorte (Sortenrein) nur noch sehr wenige Körnchen (1-3) wird ne geringe Anzahl an Beeren --max.5 verhütet um Sortenreines Saatgut zu sichern
 

jalapa

Chiliverrückte und Ex-Capsicainmemme
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#4
Ich finde Sortenerhalt extrem wichtig und versuche meinen Beitrag zu leisten.

Trotzdem und auch wenn ich mich jetzt unbeliebt mache: ich stehe dem Verhüten durchaus kritisch gegenüber, da die Pflanze genetisch verarmt. Zum Sortenerhalt ist es meiner Meinung nach besser, wenige Sorten mit vielen Pflanzen anzubauen, diese in Gruppen (nicht in Reihen!) zu pflanzen und dann aus den in der Mitte stehenden Pflanzen das Saatgut zu entnehmen. Dadurch kommt es manchmal zu Kreuzbestäubungen innerhalb der gleichen Sorte, was den Genpool lebendig erhält und der Sorte langfristig das Überleben ermöglicht.
Wichtig für den Sortenerhalt sind meiner Meinung nach besonders auch die Kriterien festzulegen, nach denen ich für den Erhalt selektiere, und auch dafür benötige ich auch eine kritische Masse von Pflanzen, und nicht wie oft üblich, nur eine einzige.

Als hervorragendes Nachschlagewerk zum Thema empfehle ich das Handbuch Samengärtnerei von Arche Noah https://www.amazon.de/Handbuch-Samengärtnerei-erhalten-vermehren-genießen/dp/3706623528
Arche Noah schreibt dort auch, dass sie im Freiland trotz Verzicht auf Isolierung zwischen einzelnen Sorten keine Verkreuzungen beobachten konnten und dass Verkreuzungen meist auf zu wenige blühende (Nicht-Capicum-)Pflanzen im Garten zurückzuführen sind, da sich dann die Bestäuberinsekten vermehrt auf Chilis stürzen, s. S. 332 ff.
 
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#6
mmh, ich verhüte grundsätzlich nicht...das ist mir zu aufwändig.

Gelegentliche Verkreuzungen sind auch nicht ohne Spannung und eigentlich ist das Vertauschen von Körnern oder der Etiketten zu Keimlingen viel häufiger die Ursache dafür, dass im Topf nicht das wächst, was drauf steht.
 

oophag

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#7
In der Natur entwickelt sich ja auch nicht alles absolut sortenrein.
Das ist natürlich richtig und andererseits auch wichtig. Dennoch verhält es sich doch so, dass meiner Meinung nach bestehende Sorten erhalten werden sollten.

Ich rede ja nicht davon hunderte sortenreine Samen vorzuhalten. Mache ich ja auch nicht anders.

Absolut richtig. Dabei geht es um Biodiversität. Aber auch Gruppen können geschützt werden.
Wie auch immer, schön, dass du hier auch die Wichtigkeit siehst.

Gelegentliche Verkreuzungen sind auch nicht ohne Spannung
Absolut nicht, Josch! Ich meine doch auch nicht, dass es keine (neuen) Kreuzungen geben soll oder darf. Ich meine aber in diesem Jahr beobachten zu können, dass sehr viele Sorten verkreuzt sind und das ist meiner Meinung nach eine Fehlentwicklung.
Wir sollten doch bemüht sein vorhandene Sorten zu erhalten und daneben neue Sorten zu entdecken oder selbst zu kreuzen.
 

oophag

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#9
Ich hab doch auch kein Problem mit anderen Meinungen.
Mich interessiert doch nur wer das wie und warum auf ihre/ seine Weise sieht.
 

Günter

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#10
Ich verhüte bei seltenen Sorten. Bei Jalapenos oder Habaneros usw. sehe ich keinen Sinn darin.
Wenn bei einer Sorte nicht das richtige Endprodukt herauskommt, wird auch kein Saatgut gesammelt.

Ich finde viel schlimmer, das einige große Saatgutlieferanten auch absolut nachlassen. Das zählt nur noch die Masse
des verkauften Saatguts und nicht mehr die Sortenreinheit.

Da wird jeder verkreuzte "Scheiß" als tolle super neue Sorte angeboten und im Endeffekt kommt da nicht bei raus. SCHADE!
 

oophag

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#12
das einige große Saatgutlieferanten auch absolut nachlassen
Absolut, Günter! Das ist noch viel dramatischer, da die uns auch noch Geld aus der Tasche ziehen.
Auch vor diesem Hintergrund finde ich das Thema Sortenerhalt allerdings so wichtig. Denn wenn die Profis schon weniger für den Erhalt machen, dann sollten wir das zumindest tun!
 
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#13
die Ruhr-Universiät Bochum, konkret der Botanische Garten derselben, hat die Aufgabe, die Sortenerhaltung bei Capsium zu gewährleisten.
Die müssen jedes Jahr für Nachschub sorgen und machen dies unter "klinischen" Bedingungen in einer Art Reinräumen.
Ab Juni kann man an jedem ersten Wochenende eines Monats dort kostenfrei deren Überhang-Pflanzen abholen.-
Bin mir zwar nicht sicher, ob die auch so "Mode-Kreuzungen" vorhalten müssen, aber jdenfalls alles, was als "Sorte" bezeichnet werden darf.
Von daher bin ich guter Dinge, dass nichts Wertvolles verloren geht.
 

oophag

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#14
Naja, im Schnitt haben die 200 Sorten und ich weiß von den Beiden Gärtnern, die das Projekt betreuen, dass das Satgut beispielsweise bei einem spanischen Händler gekauft wird. Einzig das IPK macht was du meinst in einem umfangreichen Sinne.
 
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#15
ich weiß von den Beiden Gärtnern, die das Projekt betreuen, dass das Satgut beispielsweise bei einem spanischen Händler gekauft wird.
oh, das hatte ich anders gehört...mir wurde gesagt, dass die selbst nachziehen müssen...also aus dem was die haben die Sorte erhalten...

Einzig das IPK macht was du meinst in einem umfangreichen Sinne.
na umso besser
 

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