Welche Milben sind das? -> Weichhautmilben

Amblyseius Californicus hat den großen Vorteil, dass sie zur Not auch von Blütenpollen leben können.
Wahrscheinlich blühen deine Chilis schon, wenn nicht, platziere irgend welche langfristig blühenden Pflanzen dicht bei den Chilis mit physischen Kontakt zu den Chilipflanzen. So können die Raubmilben auch überleben wenn es nur noch wenige Schädlinge gibt.

Das Problem bei den Nützlingen ist häufig, dass die Räuber verhungern, wenn es nur noch wenige Schädlinge gibt. Der Suchaufwand wird irgendwann zu hoch. Die Folge ist, das vereinzelt Schädlinge sich verstecken können und die Räuber überleben. Dann fängt nach einigen Wochen die Tragödie von vorne an.


PS: Mit den Ameisen kommen langfristig die Läuse. Diese werden von den Ameisen sogar gegen Räuber beschützt. Unbedingt Ameisenpulver einsetzten, sonnst ist die nächste Katastrophe nicht mehr fern!
 
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Amblyseius Californicus hat den großen Vorteil, dass sie zur Not auch von Blütenpollen leben können.
Das stimmt und ist wichtig, aber einem akuten Weichhautmilbenbefall, d.h. mit sichtbaren Pflanzensymptomen, waren sie bei mir nicht gewachsen. Die Weichhautmilben haben sich trotz Amblyseius californicus weiter ausgebreitet und die Symptome sind schlimmer geworden. Die Raubmilben waren auf den Pflanzen gut verteilt unterwegs, sind aber offensichtlich mit dem Fressen nicht nachgekommen.

Die Amblyseius barkeri dagegen haben recht schnell zusammengeräumt. Ich führe das auch darauf zurück, dass sie eben alle Entwicklungsstadien der Weichhautmilben angreifen, also auch Eier leersaugen und die erwachsenen Weibchen vertilgen, bevor sie neue Eier legen können.

Das Problem bei den Nützlingen ist häufig, dass die Räuber verhungern, wenn es nur noch wenige Schädlinge gibt.
Das stimmt. Bei den Amblyseius barkeri kommt dann noch der Anspruch an die Luftfeuchtigkeit dazu.

Drum hab ich bei der letzen Runde dann californicus und barkeri kombiniert. Nebenbei: mit den Amblyseius barkeri (für 100m²) alleine hätte ich den Mindestbestellwert nicht erreicht ;)

Bitte meine Beobachtungen nicht absolut nehmen, ich möchte da immernoch keine abschließende Empfehlung aussprechen. Ob die Raubmilben nachhaltig geholfen haben ist immernoch offen. Das akute Problem haben sie aber gelöst, das war schon mal wichtig. Eine der beiden Cuencanos blüht schon wieder, die Saison könnte für die beiden Pflanzen noch gut werden, wenn nicht nochmal was dazwischenkommt.

Mit den Ameisen kommen langfristig die Läuse. Diese werden von den Ameisen sogar gegen Räuber beschützt.
Das kann sein, muss aber nicht. Wenn die Ameise sich mal ans Läusemelken gewöhnt haben, beschützen sie die Läuse, wenn die Ameisen aber direkt von den Chiliblüten Nektar holen, vertreiben sie die Läuse sogar.

Ich hatte letztes Jahr auch schon reichlich Ameisen an den Chilis im Garten und am Balkon und kein Läuseproblem, abgesehen von einer kurzen Welle im Frühjahr, bevor sich die Fressfeinde ausreichend vermehrt hatten. Auch heuer sind jetzt große Mengen Blattläuse im Garten da (an Bauernjasmin, Johannisbeeren, Rose, ...), aber auch schon massenweise Fressfeinde (Marienkäfer und -larven, Florfliegenlarven, Schwebfliegenlarven), die an den Chilis von den Ameisen nicht gestört werden. Die Chilis hatten herinnen viel mehr Blattlausbefall als jetzt draußen.

Die Ameisen fressen irgendwas kleines von den Chiliblättern. Der Liveview der Kamera vergrößert aber nicht gut genug, um zu erkennen, was das ist.
 
Hallo,

ich hänge mich mal hier dran, bevor ich ein neues Thema eröffne.
Vor einigen Tagen habe ich weiße Pünktchen auf den Blättern meiner P.Pepper entdeckt.
Habe versucht die Dinger durch besprühen davon zu vertreiben. Es sah auch erst nach Erfolg aus, da auf den Blättern nichts mehr war.
Gestern dann wieder alles voll. Auch wieder besprüht und dann habe ich gemerkt dass die sich alle unter den Blättern verstecken.

Nun die Fragen an die Experten von euch.
Was sind das für Krabbler?
Habe ich eine Chance die zu beseitigen, oder besser direkt in die Tonne?
Es ist natürlich meine derzeit größte Pflanze, die bisher immer in der Wohnung stand.
Andere sind (zum Glück) noch nicht betroffen.
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Was sind das für Krabbler?
Das sieht sehr nach Blattläusen aus.

Deswegen musst du die Pflanze nicht entsorgen. Wenn du einen Garten hast, würde ich sie einfach rausstellen (Sonnengewöhnung beachten!) und auf Marienkäfer & Co. warten ;)

Ansonsten findest du hier im Forum reichlich Tipps bzgl. Blattläusen, von Abduschen über diverse Spritzmittel und Nützlingen bis hin zu Pinsel und Killerdaumen gibts ein breites Spektrum an Erfahrungsberichten.
 
So, ich traue mir jetzt mal ein Abschlußfazit:

Die Bekämpfung der Weichhautmilben mit Amblyseius Barkeri war aufwändig, aber erfolgreich.

Wichtig, wenn die Pflanzen im Wohnraum ohne Treibhausklima stehen:
  • Alles abschneiden, was Symptome zeigt, und sauber entsorgen. Damit bekommt man schonmal einen Großteil der Weichhautmilben und -eier weg. Die Pflanzenteile würden ohne abschneiden später sowieso absterben, dranlassen bringt der Pflanze nichts.
  • Die Raubmilben brauchen genug Luftfeuchtigkeit, d.h. Pflanzen mindestens zweimal täglich mit Wasser besprühen.
  • Alle Pflanzen behandeln, auch die ohne Symptome. Sonst geht es bald wieder von vorne los ...
  • Die Pflanzen richtig mit Raubmilben fluten.
  • Auch wenn es eine ziemliche Sauerei mit der Weizenkleie ist: direkt drauf auf die Blätter, damit die Raubmilben gleich vor Ort sind und loslegen können.
  • Da im Wohnraum und am Balkon das Klima für die Barkeri nicht ideal ist: die Raubmilben wiederholt ausbringen, aber nicht zu lange lagern.
Als Anhaltspunkt: ich hab den Beutel für 200m² über 4 Tage verteilt auf etwa 20 Pflanzen ausgebracht. Etwa 4-5 Tage waren gerade so möglich, wenn ich die Tüte mit den Barkeri zusammen mit feuchtem Zewa in der Schachtel bei Raumtemperatur gelagert habe.

Von den Amblyseius Californicus bin ich als Weichhautmilbenräuber nicht so überzeugt, kann mich aber täuschen. Evtl. sind sie als Nacharbeiter gut, da sie wochenlang an blühenden Pflanzen im Wohnraum überleben, aber größeren Mengen an Weichhautmilben sind sie nicht gewachsen. Die Barkeri dagegen räumen wirklich auf, sofern sie es feucht und warm genug haben.

Die Pflanzen erholen sich, brauchen dafür aber Zeit. Hier eine der beiden Cuencanos, an denen das Milbendesaster begonnen hatte. Hat etwa 50 Fruchtansätze, also die Saison ist nicht verloren.
 
Glückwunch! Das das so gut funktioniert hätte ich nicht gedacht aber ist ja leider nur Indoor wirklich machbar. Bei mir gings letztes Jahr erst mitten in der Saison Outdoor los und das war ein Kampf bis zum Ende. Darf man mal fragen was der ''Spaß" gekostet hat? Nützlinge sind ja nicht gerade billig.
 
Klasse, das freut mich für dich. Weichhautmilben sind wirklich mies, umso schöner wenn sich die Pflanzen wieder gut erholen.
 
Das das so gut funktioniert hätte ich nicht gedacht aber ist ja leider nur Indoor wirklich machbar. Bei mir gings letztes Jahr erst mitten in der Saison Outdoor los und das war ein Kampf bis zum Ende.
Ich bin froh, dass es geklappt hat, und gleichzeitig weiß ich nicht, wieweit das für andere übertragbar ist, weil ja doch einige Faktoren reinspielen.

Indoor sind die Bedingungen besser kontrollierbar, aber ich hatte auch Outdoor Erfolg, sowohl am Balkon als auch im Garten. Da muss natürlich das Wetter mitspielen (feucht und warm). Wieweit Outdoor noch andere Nützlinge mitgeholfen haben, weiß ich auch nicht. Daher meine Vorsicht, wieweit das für andere übertragbar ist.

Darf man mal fragen was der ''Spaß" gekostet hat? Nützlinge sind ja nicht gerade billig.
Das stimmt, da läppert sich schon was zusammen. Barkeri für 200m² mit Versand kosten knapp 15€. Die kleinste Menge für 100m² liegt unter dem Mindestbestellwert, die geht nur wenn man sonst noch was braucht.

Ich hab 6 mal bestellen müssen, da ich am Balkon nochmal einen späten Ausbruch hatte, ohne den hätten wohl 3 bis 4 mal gereicht. Ich hab anfangs den Fehler gemacht, nur die Pflanzen mit Symptomen und ihre Zimmergenossen zu bestücken, hätte gleich sämtliche Pflanzen einbeziehen sollen.

Der Aufwand war hoch, aber für mich war es moralisch sehr wichtig, das ohne Totalschaden hinzubekommen, damit das Hobby wieder Spaß macht :happy:
 
Stimmt das kann einem ganz schön den Spaß verderben. Dieses Jahr sind es zum Glück keine WHM aber dafür toben sich ihre buckligen Verwandten die Spinnmilben im Garten aus. Zur Zeit belasse ich es noch mit täglichem abduschen aber falls sie auf meine Chilis gehen werde ich auch mal Raubmilben Testen.
 

Oje, vereinzelt sehen bei mir ein paar Pflanzen auch so aus. Ich hab mir die Blätter angeschaut, jedoch keine Viecher gefunden, die verdächtig nach Milben aussehen. Sonst sehen die Blätter recht gut aus und es sind auch Beeren dran, die am reifen sind. Nur die Austriebe an den Spitzen sehen so verödet aus.

Kann das auch von anderen Ursachen herrühren? Vor 3-4 Wochen hatten die noch Läuse, bzw. die letzten Läuse. Vor 3-1 Wochen während Urlaubs lief eine automatische Bewässerung, da war die Erde zu feucht, weil es auch sonst noch geregnet hat und nicht allzuviel Sonne war.

Noch etwas abwarten, oder gleich in die Tonne?
 
Abwarten ist bei Verdacht auf WHM immer suboptimal. Betroffene Stellen großzügig abschneiden und am besten verbrennen. Danach liegt es an dir ob du mit Nützlingen (Raubmilben) oder Chemie arbeiten willst. Ich würde zu ersterem Tendieren da die 2. Lösung nicht unbedingt zu 100% Erfolg bringt.
 
Schneid mal einen betroffenen Trieb ab und legt den unter ein Mikroskop oder zumindest eine 10x Lupe. Bei sichtbaren Symptomen sollten reichlich Milben zu finden sein, wenn es WHM sind. Aber die sind so klein, dass du starke Vergrößerung und ein ruhiges Objekt brauchst, um sie zu sehen.

Ich würde erst abklären, ob es wirklich WHM sind, bevor ich radikale oder aufwändige Schritte mach. Mit der Abklärung würde ich aber keinen Tag unnötig warten ...
 
Also mal ein paar Proben genommen, das auffälligste (Abgesehen von einer kleinen Blattlaus auf der Flucht) war das hier:
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Das rechts ist die Spitze einer Stecknadel, die Auflösung sollte etwa 300 Pixel/mm sein (Canon EOS 200D mit 50mm Altglas + einer vollen Packung Extension ringe).

Gefunden habe ich nichts lebendes, was nach Milbe aussah.

Was auch noch gegen Milben spricht: Betroffen sind die Pflanzen, die als Jungpflanzen mittleren Läusebefall hatten, diese stehen seit 3,5 Wochen teilweise neben vollkommen gesunden Pflanzen (Geschädigte Lemon Globe neben gesunder Chupetinho), die keinen Befall hatten und diese zeigen das Schadbild nicht und sehen gut aus.

=> Ich sehe mir das in den nächsten Tagen noch genau an und hoffe, dass es ein falscher Alarm war und nur ein Nebeneffekt der Läuse.
 
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