Pressure Canner/Dampfdruck Einkochen oder Gefahr für das metrische System?

Chewbacca2м

Chiligrünschnabel
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Liebe Chili- und Gemüsefreunde/
ich möchte mich vorstellen/ als Einkoch-Neuling/ Dörr-Neuling/ und als Anbau-Neuling/ Endvierziger mit zweitem Wind/
Meine Themen: Druck-Einkochtöpfe/Pressure Canner/ Sterilisation von Anzuchterde/ Mythen über Sterilisation/ Einkochen/ Dörren/ Umrechnungen zum metrischen System/ Botulismus
Die Forensuche "Pressure Canner" ergab:


Das sind nicht gerade viele Themen zum Pressure Canning. Die Suche nach Botulismus ist ergiebiger in der Anzahl der Antworten, aber meiner Meinung nach, wurde bei den Antworten zur Suche: "Pressure Canning" schon sehr viel Wissenswertes geantwortet.

Ich kam auf dieses Thema über die Frage wie ich Einkochen kann.
Statt 15-18 Liter Wasser über eine bestimmte Zeit zu kochen bieten Pressure Canner dass man nur etwa 3 Liter über eine bestimmte Zeit je nach Einkochgut erhitzen muss.

Das ist energiesparend. Allerdings sind solche Töpfe in unserem Wirtschaftsraum kaum verbreitet. Deshalb mein Hinweis auf die Gefahr für das metrische System denn die meisten Infos fand ich in Seiten aus den USA.

Long story short fand ich bei amazon nur einen Topf für etwa 180 € inkl. Ersatzdichtung und Dampfeinsatz.
Deshalb entschied ich mich für einen Topf ohne Ersatzdichtung/ Dampfeinsatz/ CE-Kennzeichnung von ebay für 112 € 😉
Wünschenswert wäre die US-Marke Presto gewesen. Versand außerhalb USA plus Steuern ist schwierig. Für 380 € bietet ein Brite diesen in der bay an zuzüglich Steuern.

Für mich viel zu teuer. Ich empfehle den China-Dampfdruck-Einkochtopf ausdrücklich niemandem. Meine Ceran-Kochplatte liegt gerade bei der Poststation.
Ich teste den Topf dieses WE zur Sterilisation meiner Anzuchterde.
Im Gegenteil würde ich mir mehr Produkte in diesem Wirtschaftsraum wünschen.

Ich komme um gute Informationen zu diesen Pressure Canner aus den USA nicht herum.
Die Anleitung der Chinesen bleibt weit hinter den Möglichkeiten der Übersetzer-Apps zurück.
Deshalb poste ich ein Image, dass auf einmal sehr viele Fragen klärt:

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Später werdet ihr merken, dass diese Skalierung in Grad Fahrenheit und Celsius sowie die Druckangabe Pound to Square-Inch in Bezug zu bar zum Beispiel sehr hilfreich ist ohne Seiten wie diese ständig zu nutzen:

Das ein Schnellkochtopf gegenüber einem gewöhnlichen Kochtopf Energiesparpotential hat müssen wir hoffentlich nicht diskutieren?

Wie steht es aber um die Reduktion von Clostridium botulinum Sporen?
Botulismus zählt zu den schwersten aber auch seltensten Lebensmittelvergiftungen.


"How can we reduce the risk of botulism from home-made preserved food that has been heated insufficiently?" gibt die Antwort dass Erhitzung auf 121°C die einzig Mögliche ist.

Hier kommt die Erfahrung der US-Amerikaner ins Spiel denn schon seit Jahrzehnten gibt es Anweisungenen durch den "National Center of Home Food Preservation - NCHFP" und dem "United States Department of Agriculture - USDA"
Hier findet man auf der Seite der University of Georgia umfangreiche Links zum Umgang mit Einkochen/ Einfrieren/ Dörren.
Auch unabhängig davon, zum Beispiel auf der Seite der University of Michigan.

Der Punkt ist dass 121°C unter Druck nur wenige Pressure Canner liefern können.
Presto als Marke ist empfehlenswert aber auch die chinesischen/ welche sowieso die Produktion übernommen haben könnten für Westmarken/ können was nötig ist laut NCHFP.

Screenshot-20240503-120438-2.png


Hier muss man genau hinsehen.
11 PSI werden empfohlen. Das entspricht 115,56°C.
Schaut das Manual von Presto Pressure Canner an. Auch dort wird 11 PSI für sicheres Einkochen empfohlen. 121°C/ 15 PSI wird für Höhenlagen weit über dem Meeresspiegel empfohlen aus physikalischen Gründen - Wasser kocht dort bei niedriger Temperatur.
Mich überzeugt das weil juristisch verklagt zu werden jede Firma in den USA vermeidet.
Außerdem gibt es ein departmemt der Regierung welches Gleiches empfiehlt.

Zuletzt noch meine Idee meine Anzuchterde damit zu sterilisieren:
Mein Mietwohnung-Backofen stammt aus den 70ern und kann bloß noch Oberhitze sowie die kleinste Herdplatte.
112€ für die kleine potentielle Bombe war gegenüber einem neuen Herd + Anschluss durch einen Elektriker der Grund.
Drei Kuchenbackformen 28x6 cm, drei Fettschutz- Gitter und drei Kuchen-Abkühlgitter bilden nun meine gesamt 10-Liter Pflanzenerde Behälter fürs Dampfsterilisieren.
Je Unit 9 €
Weitere Backbleche hätten nur wenig mehr gekostet aber mit Oberhitze only war ich unsicher ob das Vollmachen des Herds hilft?

Euer ergenbenster Chewbacca2м
 
Zuletzt bearbeitet:
Kurz gesagt die Größe.
Mein Topf hat einen Innendurchmesser von 32 cm und fasst 22 Liter.
Das kommt altbekannten Einkochtöpfen oder Automaten vom Fassungsvermögen her viel näher als andere haushaltsübliche Schnellkochtöpfe.
Ein 22 L "Schnellkochtopf" wie sie üblich hier vertrieben werden finde ich nicht / nicht mal annähernd.
Es gibt sicher für den professionellen Bedarf so etwas / Autoklaven für Großküchen und Ähnliches.

Auf der Seite von WMF werden deren Schnellkochtöpfe beschrieben.
WMF-Töpfe haben demnach 2 Hitzestufen.
110°C und 120°C
Stufe 2 erfüllt damit ihren Zweck, außer dass ich 300 € für einen Topf ausgeben müsste, nur 4-6 große Einkochgläser unterbekäme.
Auf die Idee Pflanzerde damit zu sterilisieren wäre ich nie gekommen.

Mein Chinateil ist halt zur Zeit alternativlos, wenn man viel und mit Dampf einkochen möchte, außer man kocht dreimal häufiger mit einem konventionellen Schnellkochtopf ein.
Ob wirklich jede Marke wie WMF eine Stufe 2 mit 120°C besitzt weiß ich nicht.
Mein Topf hat ein Druckmanometer, das man auch eichen kann und sogar regelmäßig muss.
Solange da alles hält passt mir das.
Wer billig kauft, kauft zweimal stimmt schon
Bloß gibt's ja nichts sonst / außer ein 1000 € Großküchen-Profigerät
Ich betone nochmal ich empfehle diesen Topf ohne CE niemandem

Mir war wichtig für mich herauszufinden ob sicheres Einkochen erst ab 121°C erfolgen kann, wie viele Quellen behaupten.
Lest mal die Rezensionen zum pressure canner cooker bei amazon.
Für 13 PSI ausgelegt versuchen einige mit Tricks den Topf auf 15 PSI (121°C) zu tunen.

Es muss hier niemanden interessieren
Ich bitte aber darum Spam sein zu lassen
 
Mir war wichtig für mich herauszufinden ob sicheres Einkochen erst ab 121°C erfolgen kann, wie viele Quellen behaupten.
Nö. Sicheres Einkochen klappt bei 100°. Die Großeltern vieler hier werden das bestätigen und ich hatte da auch noch nie Probleme.
Man sollte vielleicht etwas mehr differenzieren ob es jetzt um Einkochen oder sterilisieren geht. Für das sterilisieren sind höhere Temperaturen notwendig das ist richtig. Normalerweise ist das aber im Alltag völlig uninteressant. Es sei denn man arbeitet auch steril weiter in einem Reinraum oder so was in der Richtung.
Die Größe von dem Teil ist wirklich nicht schlecht aber man arbeitet halt mit Druck und es sind so Teile auch schon explodiert. Was wahrscheinlich der Grund ist warum man die in der Größe nicht für ein paar Euro bekommt. Auch ein kleiner 10L Topf gibt schon einen ordentlichen Knall, wenn der hoch geht. Da möchte ich gar nicht wissen wie es in der Größe wäre.
Den Druck auch noch weiter zu erhöhen würde ich nicht machen. Eine geschlossene Dose Ravioli in der Mikrowelle sollte auch schön knallen und ist bei weitem nicht so gefährlich.
Schönen Gruß
Thorsten
 
Lieber ghost155,

dein Einwand ist bis zu einem gewissen Grad plausibel. Botulismus ist auch ein von mir nachrangig behandelter Punkt hierbei.
Grob gab es in ganz Europa bis 2017 in einem Zeitraum von etwa 15 Jahren wohl nur unter 200 nachgewiesene Fälle / extrem selten also / außerdem zählen neben dem durch Lebensmittel verursachten Botulismus auch Fälle von Kindern unter 1 Jahr welche geringe Sporenmengen zum Beispiel in Honig noch nicht verdauen konnten und auch Wund-Botulismus / häufig durch Spritzen verursacht bei Drogenkonsumenten dazu.

Wirklich extrem selten, aber:
Seien wir froh, dass für die Lebensmittelindustrie andere Standards gelten. Dürften zum Beispiel Bohnen in Dosen in den Verkauf kommen nachdem diese eine Zeit in kochendem Wasser lagen, dann könnten diese Fallzahlen sich schnell ändern.
Allgemein wird auch viel weniger eingekocht und viel mehr industrielle Produkte konsumiert als früher.
Ich möchte nicht recherchieren ob es früher mehr Fälle gab.
Mir geht es nicht darum recht zu haben.
Wer mit diesem sehr kleinen Risiko gut leben kann soll dies tun.

Bei der Neuanschaffung fürs Einkochen entschied ich mich aber für diese Methode, statt für einen Einweckautomaten, welche auch Botulismus ausschließen kann, sofern die Temperatur ausreicht.
Über die Energie- und Zeitvorteile lies ich mich ja schon aus.

Ob so ein Pressure Canner nur Augenwischerei ist, falls gute 115°C nicht ausreichen um die Sporen abzutöten war das eigentliche Thema mit Hinsicht auf Botulismus.
Ich konnte die Frage für mich verneinend beantworten.
Die Vorgabe von mindestens 121°C gilt für die Industrie / es wäre recht umständlich vorzugeben dass die Temperatur je nach Lage der Fabrik über dem Meeresspiegel variiert.

Alte Erfahrungen wie das Weck-Einkochbuch rieten übrigens beim Einkochen von Bohnen zum Beispiel zu zweimaligem Einkochen nach eintägiger Ruhephase bei Zimmertemperatur.
Das Prinzip nennt sich Tyndallisation nach dem brit. Physiker John Tyndall (1850)
Auch früher müssen die Menschen schon herausgefunden haben, dass einmaliges Einkochen nicht immer optimal sein muss.

Gerne alle mal meine links im ersten Beitrag verfolgen wer sich noch nie damit beschäftigt hat / ich widerhole nur grob dass lediglich Lebensmittel problematisch sind die wenig
- Zucker
- Säure
- Salz
enthalten oder solche die viel
- Fett
- Eiweiß
enthalten.
Zum Beispiel Bohnen, mein Eintopf mit Fleischeinlage, gekochter Fisch.

Früher wurde wohl eher seltener ein Gulasch eingekocht.
Ich für mich gesprochen hätte meine Probleme nach 3 Monaten ein Gulasch zu essen dass bloß im Wasserbad lag.
Nur meine Meinung.
Erneutes Aufkochen über 10 Minuten kann auch viele Keime wieder beseitigen.
Problematisch an Botulismus ist dass es nicht schlechter riecht.

Extrem selten / bitte streiten wir nicht weiter über mein geschriebenes "Sicher Einkochen"

Die Bedienung eines Schnellkochtopfes erfordert Umsichtigkeit.
Wem der um die Ohren fliegt hat was falsch gemacht und / oder bei der Wartung geschlampt / weshalb ich auch eine Einzelkochplatte kaufte und den Topf auf dem Balkon in Betrieb nehme 😅
Ich bin halt ein Vorsichtiger
Es gibt ein Manometer, ein Sicherheitsventil und ein abnehmbares Gewicht das überhaupt erst den Druck aufbaut. Dort am Gewicht zu manipulieren fällt mir nicht ein und ist auch gar nicht nötig.
Statt der maximal möglichen 90kPa/13 PSI +/- 5% (Herstellerangabe) genügt weniger für die erforderliche Temperatur.
Das ruhige gleichmässige Klappern des Gewichts ist ein Indiz für bestimmungsgemäßen Gebrauch

Wünscht mir Glück 😆
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich möchte nicht recherchieren ob es früher mehr Fälle gab.
Das denke ich nicht einmal. Es gab früher nicht die Gläser die noch mechanisch zugehalten werden, zb durch verschrauben der Deckel. Das wird wohl auch den Unterschied zwischen USA und Deutschland machen. Ein Weck Glas geht einfach auf wenn etwas im Argen ist und niemand würde auf die Idee kommen das dann noch zu essen. Bei geschraubten Gläsern kann man das "knack" schon mal überhören und dann wird es gefährlich. Das mit dem zweimal Einkochen habe ich auch schon gehört aber in meinem Weck Buch steht davon nichts und ich mache das auch nicht. Bei meinen Bohnen habe ich da auch noch nie Probleme gehabt. 1x war ein Glas offen aber ob innen was gegärt hat oder ich den Rand nicht richtig sauber hatte, lässt sich natürlich nicht genau sagen. Ich habe aber schon davon gehört das wohl ganze Chargen auf gegangen sein sollen. Da wird wohl die Empfehlung mit dem 2. Einkochen her kommen.
Schönen Gruß
Thorsten
 
Wie geschrieben möchte ich nicht streiten.
Zur Wahrheit gehört aber, dass Clostridium botulinum ein anaerobes Stäbchenbakterium ist.
Die Gläser gehen nicht immer auf.
Edit: bin kein Fachmann, aber verstehe es wie folgt / es können von wenigen Bakterien viele toxische Sporen gebildet werden / Glas bleibt zu.
Sporen können sich zum Bakterium weiterentwickeln und bilden Gas / Glas geht auf.
Keine 100% Sicherheit / wie ein Lottogewinn 😉

Das Thema wurde hier im Forum schon ausreichend behandelt.
Abgeraten wird zum Beispiel eine frische Chili in Öl einzulegen und nach langer Lagerung zu verzehren.
Die Tips hier sind Chiliflocken oder Pulver zu nehmen.
C. botulinum benötigt neben Abwesenheit von viel Salz oder Zucker einen pH über 4,6 und Wasser!
Deshalb funktionieren gedörrte Chiliprodukte.

Lieber ghost155, durch deine Affinität zu Technik in anderen Bereichen des Anbaus bin ich nun doch etwas überrascht, aber sympatisch / nimm mir meine Gegenworte nicht krumm
 
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Doppelposts sollen nicht zur Gewohnheit werden / Ich möchte das Thema mal zum Gegenteil wechseln weil weniger Erfahrungsberichte als schon bekannte Argumente sich in den Beiträgen finden.

Also zu Kochen mit Unterdruck 😅
Ich sah kürzlich die Sendung "Lege klärt auf" oder so, wo es um Lebensmitteltricks geht.
Er stellte Glutamat her indem er die Glutamat-haltige Flüssigkeit mit Unterdruck verkochen lies.
Ich mag Kochshows aber staune ungläubig wenn eine Jus oder Soße 48 Stunden eingekocht wird.
Hat irgendjemand hier diesen Prozess schon einmal durch Unterdruck im Kochtopf beschleunigt?
Für mich ist das energetisch extrem plausibel / scheitert aber erstmal in der Umsetzung
Den Staubsauger tagelang laufen zu lassen wäre dumm.
Eine Vakuumpumpe an einem Ventil eines dichten Schnellkochtopfes anzubringen scheint mir aber möglich.
 
nimm mir meine Gegenworte nicht krumm
Mach ich nicht, ich bin dir sogar dankbar.
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Das hat mich dran erinnert das hier noch Wurst von meinen Eltern im Keller steht. Die müsste ~40 Jahre alt sein 🤔. Ich war auf jeden Fall noch ein Kind als meine Eltern beim Nachbarn halbe Schweine gekauft haben.
20240504_211943.jpg

Riecht nach Leberwurst und schmeckt auch so 😅.
Da werde ich morgen mal ein paar Fladenbrote machen und mir die schön schmecken lassen 😋.
Ich finde Technik eine total klasse Angelegenheit aber es muss für mich auch einen Sinn ergeben 🤷‍♂️. Ich habe schon seit Jahren eine Plexiglas Scheibe in der Garage mit der ich eine Reinraum ähnliche Arbeitsfläche bauen möchte mit Hepa Filter usw, zum Pilze züchten. Es gibt durchaus Bereiche in denen ich sterilisieren für sinnvoll halte aber Einkochen gehört da nun wirklich nicht zu 😅.
Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg und hoffe das nichts schief läuft.
Schönen Gruß
Thorsten
 
Ich beende für mich nun dieses Thema als Kommentator, lese aber in Zukunft gerne Erfahrungsberichte zur Benutzung von einem Pressure Canner oder vergleichbaren Geräten.

Lieber Ghost155, nun hast du dich an der "Sicherheit" ein bisschen festgebissen.
Das ich viel weniger Strom und Zeit benötige, was auch Technik ist, interessiert außer mich, der die Stromrechnung zahlen muss, kaum noch.

Der Confirmation Bias (»Bestätigungsfehler«) besagt, dass wir unbewusst nur Informationen entsprechend unseres Weltbildes und unserer aktuellen Überzeugung aufnehmen. So sind wir überzeugt, recht zu haben, und werden leicht blind für Gegenteiliges...
Dies ist keine Einbahnstraße.
Ich bin zum Beispiel überzeugt, dass die Gefahr Eingekochtes zu verzehren mit der Lagerungsdauer zunimmt.
Ich wünschte du würdest kein Experiment mit so alter Wurst machen.
Das Risiko oder Mutprobe bei dichtem Glas sehe ich allerdings auch nicht als Heldentat wegen der geringen Gefahr.
Ich wünsche Dir so wenig Pech wie möglich.
Es wäre schon ziemlich übel mit Pech zu den 5-15% zu zählen, die trotz Behandlung gegen Botulismus sterben :/

Dein Versuch hat keinen wissenschaftlichen Wert.
Wer hier unwahrscheinlicher Weise Laborwerte bieten kann, fände eher meine Aufmerksamkeit.

Mein Schlusswort: Botulismus ist extrem selten / Keine Panik
 
Ich beende für mich nun dieses Thema als Kommentator, lese aber in Zukunft gerne Erfahrungsberichte zur Benutzung von einem Pressure Canner oder vergleichbaren Geräten.
Interessanter Ansatz das Thema zu eröffnen und sich dann nicht mehr zu beteiligen.

Lieber Ghost155, nun hast du dich an der "Sicherheit" ein bisschen festgebissen.
Das ich viel weniger Strom und Zeit benötige, was auch Technik ist, interessiert außer mich, der die Stromrechnung zahlen muss, kaum noch.
Du hast den doch als das Wundermittel gegen Botulismus angepriesen 🤷‍♂️. Komisch das wir dann nicht über die Sicherheit reden sollten.
Naja wir können ja auch gerne über Strom und Zeit reden. Wenn man einen gewöhnlichen Schnellkochtopf nimmt, den man hier in Deutschland überall kaufen kann, passt da etwa 1/10 der Menge rein. Also müsste man den 10x benutzen um die gleiche Menge zu schaffen. Ja man kann für eine Menge Geld, im Ausland, einen größeren Topf kaufen aber ob man dann unter dem Strich noch Geld spart ist wohl fraglich. Ja man kann da auch ein bisschen sparen und den billigsten China Knaller kaufen aber trotzdem kann man für den Preis wohl 20 Jahre den zusätzlichen Strom, eines Einkochtopfs bezahlen. Ob man da in irgendeiner Art und Weise Zeit spart (gleiche Größe vorrausgesetz, sonst sind sowieso die 10x benutzen im Weg), hängt wohl vom händling ab und lässt sich wohl schlecht in Zahlen fassen.

Der Confirmation Bias (»Bestätigungsfehler«) besagt, dass wir unbewusst nur Informationen entsprechend unseres Weltbildes und unserer aktuellen Überzeugung aufnehmen. So sind wir überzeugt, recht zu haben, und werden leicht blind für Gegenteiliges...
Ja das ist richtig, sowas äußert sich oft da drin das Gespräche abgebrochen werden wenn sie anders verlaufen als man das gerne hätte. Sonst könnte man seinen Standpunkt ja auch vertreten.

Das Risiko oder Mutprobe bei dichtem Glas sehe ich allerdings auch nicht als Heldentat wegen der geringen Gefahr.
Die Natur hat den Menschen schon ein paar Sinne mit auf den Weg gegeben, die helfen sollten. Wenn es aussieht, riecht und schmeckt wie es soll, gibt es da auch keine Probleme. Wenn irgendwas davon nicht der Fall sein sollte, müsste schon seinen gesunden Menschenverstand benutzen.
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War übrigens lecker und ich lebe noch 🤷‍♂️.
Schönen Gruß
Thorsten
 
Hallo,


ich habe mich extra hier registriert, um auf diesen Beitrag zu antworten und möchte insbesondere auf das Thema Sicherheit beim Druckeinkochen eingehen.





Im Jahr 2024 habe ich mir einen CanMate von einem Start-up-Unternehmen aus den Niederlanden gekauft. Es handelt sich um einen großen Druckeinkochtopf mit einem Fassungsvermögen von etwa 22 Litern. Zum Lieferumfang gehören eine Grundplatte und eine Stapelplatte. Unten finden beispielsweise fünf originale WECK-Gläser mit je 550 Millilitern Platz, darauf kommt die Stapelplatte, und darüber passen nochmals fünf Gläser derselben Größe. Insgesamt können somit zehn Gläser gleichzeitig eingekocht werden.





Zum Thema Sicherheit möchte ich Folgendes sagen: Ich bin blind und war anfangs ebenfalls skeptisch. Ich bin gelernter Koch und erinnere mich gut an die Druckkochtöpfe aus meiner Ausbildung in den 1990er-Jahren. Diese waren sicherheitstechnisch mit heutigen Geräten nicht vergleichbar. Moderne Druckeinkochtöpfe sind so konstruiert, dass eine Explosion faktisch ausgeschlossen ist.





Der CanMate, den ich nutze, kostet etwa 185 Euro und verfügt sowohl über ein 10-PSI- als auch über ein 15-PSI-Druckgewicht sowie über ein Manometer. Da ich das Manometer aufgrund meiner Blindheit nicht ablesen kann, arbeite ich ausschließlich über mein Gehör und das Druckgewicht. Mein Vorgehen ist dabei immer gleich: Ich habe die Zeit gemessen und festgestellt, dass der Topf etwa 30 Minuten benötigt, um einsatzbereit zu sein. Nach dieser Zeit kocht das Wasser im Inneren kräftig, und die zehnminütige Entlüftungsphase ist abgeschlossen. Danach setze ich das 15-PSI-Druckgewicht auf das Ventil.





Anschließend reduziere ich die Temperatur meines Herdes von 200 auf 180 Grad Celsius. Dies erfolgt über mein smartes Kochfeld, das ich mit Home Connect bediene. Nach weiteren etwa zehn bis fünfzehn Minuten beginnt das Druckgewicht deutlich zu wackeln und zu zischen. Das ist für mich das klare Signal, dass der notwendige Druck aufgebaut ist und ich den Timer starten kann. Die Einkochzeit richte ich dann nach dem jeweiligen Inhalt.





So habe ich vor Kurzem Hülsenfrüchte eingekocht. Eine Dauer von etwa 20 Minuten hat sich dabei bewährt. Längere Zeiten führen lediglich zu einer matschigen Konsistenz. Die Hülsenfrüchte werden dabei nicht über Nacht eingeweicht, sondern direkt verarbeitet. In ein originales WECK-Glas mit 550 Millilitern kommen etwa 100 Gramm trockene Hülsenfrüchte und rund 300 Milliliter Flüssigkeit. Das Ergebnis ist für mich sehr zufriedenstellend.





Vor dem Druckeinkochen habe ich lange Zeit klassisch im Wasserbad eingekocht. Beim Druckeinkochen bin ich noch dabei, Erfahrungen zu sammeln, da die deutlich höheren Temperaturen nicht mit der herkömmlichen Wasserbadmethode vergleichbar sind.





Zusätzlich koche ich in meinem CanMate hochwertige Knochenfonds ein. Dafür verwende ich entweder Bio-Galloway-Knochen oder Wildknochen von einem Jäger, der mich regelmäßig beliefert. Die Zubereitung erfolgt zunächst in einem großen 14-Liter-Topf. Dort röste ich etwa sechs Kilogramm Knochen im Backofen, fülle anschließend acht Liter Wasser sowie eine Flasche Rotwein mit etwa 750 Millilitern hinzu und lasse das Ganze über 48 Stunden köcheln, in der Regel etwa zehn Stunden pro Tag. Das Endergebnis ist ein sehr hochwertiger Fond.





Noch einmal zurück zum Thema Sicherheit: An anderer Stelle habe ich gelesen, dass große Druckeinkochtöpfe nicht für Kochfelder geeignet seien, insbesondere wegen des Gewichts. Dem kann ich aus eigener Erfahrung widersprechen. Mein Kochfeld kommt problemlos mit einem 14-Liter-Topf zurecht, der mit rund neun Litern Flüssigkeit und sechs Kilogramm Knochen gefüllt ist, und das über einen Zeitraum von 48 Stunden. Auch ein vollständig bestückter Druckeinkochtopf mit zehn Gläsern, deren Inhalt und zusätzlich etwa drei Litern Wasser stellt für mein Kochfeld keinerlei Problem dar. Vom Gewicht her sind moderne Kochfelder dafür ausgelegt.





Auch hinsichtlich der Explosionssicherheit gibt es keinen Grund zur Sorge. Diese Geräte sind heute so sicher konstruiert, dass sie nicht explodieren können. Zusätzlich ist ein Sicherheitsventil verbaut, das bei Überdruck zuverlässig abdampft. Dieses Ventil musste bei mir bislang noch nie auslösen.





Ich bin gelernter Koch und koche mit großer Leidenschaft. Zwar bin ich vor zwei Jahren erblindet, doch diese Leidenschaft lasse ich mir nicht nehmen. Dank meiner smarten Küchengeräte bin ich als blinde Person weiterhin in der Lage, umfassend und sicher zu kochen. Ich koche Fonds in originalen WECK-Gläsern mit 550 oder 750 Millilitern ein, stelle hochwertige Schokolade aus Kakaobutter und Kakaomasse her, produziere eigenes Marzipan sowie Tinkturen und Essenzen, aus denen ich Sirupe für Kaffeespezialitäten herstelle. Ebenso fertige ich eigene Gewürze an, indem ich beispielsweise Paprikaschoten in meinem smarten Backofen trockne und anschließend zu aromatischem Paprikapulver verarbeite. In meiner Küche passiert sehr viel.





Das Druckeinkochen ist für mich zwar noch ein relativ neues Thema, doch in puncto Sicherheit besteht keinerlei Anlass zur Sorge. Diese Geräte sind im Jahr 2025 äußerst sicher. Wenn selbst eine blinde Person, die ausschließlich nach Gehör arbeitet, diese Einschätzung trifft, sollte das Vertrauen geben. Natürlich erfordert es etwas Überwindung, da das wackelnde und zischende Druckgewicht eine gewisse Geräuschkulisse erzeugt, aber Angst ist völlig unbegründet. Das Verfahren ist sicher.





Zum Thema Botulismus möchte ich ebenfalls Stellung nehmen. Hier findet man sehr viele unterschiedliche Meinungen, sowohl hier als auch in anderen Foren. Botulismus ist ohne Frage ein ernst zu nehmendes Thema, insbesondere bei niedrig sauren Lebensmitteln wie Hülsenfrüchten. Ich habe meine Hülsenfrüchte früher klassisch im Wasserbad eingekocht. Die Gläser standen teilweise Monate oder sogar Jahre im Schrank. Ich habe sie nur einmal bei etwa 100 Grad Celsius für rund 75 Minuten eingekocht, ohne doppeltes Einkochen, und ich lebe heute noch. Das zeigt, dass die Gefahr nicht automatisch so dramatisch ist, wie sie oft dargestellt wird.





Beim Druckeinkochen gehen die Meinungen auseinander, insbesondere was die Dauer bei 15 PSI beziehungsweise etwa 121 Grad Celsius betrifft, um Botulismus zuverlässig zu inaktivieren. Zwar wird gesagt, dass Temperaturen über 100 Grad Celsius entscheidend sind, dennoch spielt die Einkochdauer eine wichtige Rolle, da der kälteste Punkt im Glas, also der Mittelpunkt, erreicht werden muss. In meinem Fall halte ich 20 bis 30 Minuten bei Hülsenfrüchten für ausreichend. Wird der Glasinhalt nach dem Öffnen zusätzlich noch einmal aufgekocht, erhöht das die Sicherheit weiter. Bei sorgfältigem Arbeiten und sauberem Vorgehen sollte das Risiko sehr gering sein.





Problematisch bei Botulismus ist, dass man ihn weder riechen noch schmecken kann. Öffnet man ein Glas mit intaktem Vakuum, können dennoch bereits Toxine vorhanden sein, ohne dass dies sensorisch erkennbar ist. Da ich visuell keine Kontrolle habe, kann ich weder Bläschen noch andere Veränderungen sehen und bin ausschließlich auf Geruchs- und Geschmackssinn angewiesen. Dennoch hatte ich weder beim früheren Einkochen im Wasserbad noch heute jemals Probleme mit Hülsenfrüchten, Eintöpfen oder Gulasch, die teils mehrere Monate oder über ein Jahr gelagert wurden. Auch damals habe ich nur einmal eingekocht und nie doppelt. Es ist bislang nichts passiert.





Das Druckeinkochen bietet aus meiner Sicht zusätzliche Sicherheit, und ich kann nur dazu ermutigen, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und sich heranzutrauen.



Nun wünsche ich euch allen noch einen guten Rutsch in das neue Jahr 2026.
 
Lieber @Thaliruth,
Hut ab! Was Du schreibst, flößt mir enormen Respekt ein - wie Du unter diesen stark erschwerenden Bedingungen in Deiner Küche kochst und herstellst. Toll! Deinen Fond werde ich nachkochen. Danke fürs Rezept. Und überhaupt auch für Dein fachliches Statement zum Thema Drucktopf-Einkochen & Co.
Dir auch einen Guten Rutsch und allseits lecker Essen.
Viele GabiGrüße.🌷
 
Ja das ist wirklich ein sehr schöner Betrag. Auf die Idee mit der Brühe bin ich ja noch gar nicht gekommen. Ich schnorre meinen Jäger immer nur für den Hund an 🙈😅. Dann wird der mich in Zukunft wohl häufiger sehen 😅.
Da ich ja hier die kritische Seite vertreten habe wollte ich mich da noch mal kurz zu äußern.
Eigentlich ging es ja um 2 Kernpunkte. Der erste ist ja ob es sicherer ist als Einkochen. Da bin ich halt fest davon überzeugt das es nicht der Fall ist. Wenn man sich an die Spielregeln hält ist Einkochen schon sehr sicher. Wenn man nicht sauber arbeitet oder die Temperaturen nicht einhält, hilft ein Schnellkochtopf halt auch nicht. Das mit dem intakten Vakuum ist so eine Sache. Vom Prinzip her wäre das vielleicht möglich aber genau genommen könnte es lediglich ein paar Tage nach dem Einkochen der Fall sein. Danach sind die Deckel dann halt offen und man kann das Problem erkennen. Normalerweise macht man sich die Arbeit mit dem Einkochen ja nicht für kurzfristige Sachen. Das ist natürlich von dem persönlichen Vorgehen abhängig aber bei mir wird das wohl niemals zu einem Problem werden. Ich werde die Tage mal ein paar Kilo Bohnen Einkochen und in dem Zuge auch gleich noch ein Chili con Carne machen. Von dem Chili werde ich mir noch 2-3 Portionen einfrieren und muss entsprechend lange nicht an die Gläser. Bei mir würde dieses Risiko wirklich gegen 0 laufen. Wenn man da irgendwie anders mit umgeht könnte das Risiko natürlich steigen.
Der andere Punkt war ja die Sicherheit von Schnellkochtöpfen. Ich habe als Kind mal erlebt wie meiner Mutter so ein Teil hochgegangen ist und kann auf sowas echt verzichten. Ich habe erhebliche Zweifel ob der billigste China Schnellkochtopf sicherer ist als das Teil von meiner Mutter 😅. Wenn man mit Druck arbeitet sollte man sich zumindest der Risiken bewusst sein. Da bin ich mir halt dann auch nicht sicher ob das wirklich der Fall ist wenn von China Töpfen die Rede ist. Was die Risiken bei namhaften Herstellern angeht kann ich nichts sagen. Da ich zum einen keinen Vorteil drin erkennen kann und auch ein potenzielles Risiko damit einher geht. Ja das Risiko wird bei hochwertigen Töpfen sicher geringer sein aber bei 0 ist es trotzdem nicht. Für den sicheren Umgang damit ist ja dann immer noch der Benutzer verantwortlich. Das ist halt dann eventuell der gleiche der beim Einkochen nicht sauber arbeitet oder Temperatur und Zeit nicht einhält 😅.
So ich muss jetzt Schluss machen. Mein Jäger ist gerade auf den Parkplatz gefahren und da muss ich mir schnell Knochen schnorren 😅. Noch mal vielen Dank für die Idee.
Schönen Gruß
Thorsten
 
Hier wurde ja schon vieles geschrieben und ich habe jetzt nicht alles gelesen, vielleicht stehts ja schon irgendwo: Botulismuserreger können sich nicht in leicht saurem Millieu entwickeln. Für Fleisch mag das nicht gehen aber Gemüse ist kein Problem. Wir reden hier nicht von essigsaurem Einlegen, sondern von einem pH Wert < 4.5. Gerade Chilies habe ich so viele eingeweckt bei 90°C.
LG
Jo
PS: Intaktes Vakuum und trotzdem Botulismus Toxine das würde mich schon interessieren, aber bevorzugt in Form einer wissenschaftlichen Publikation
 
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