Battdüngung bei Jungpflanzen - Das Experiment

Anfänger2013

Jolokiajunkie
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Warum?

Eigentlich ist das Jahr bei mir recht optimal gelaufen. Aussaat 9. Februar, keine Verluste und die Chilis hängen voll mit Früchten. Die ersten 1.000 sind sogar schon geerntet. Trotz allem ist es deutlich, dass die Chilipflanzen erst jetzt anfangen richtig produktiv zu werden. Wenn man die Chilis nur 1 bis 2 Monate länger kultivieren könnte, würde die Ernte deutlich größer ausfallen.

Logische Schlussfolgerung: Frühere Aussaat. Z.B. 1. Januar. Die Zeit der höchsten Produktion beginnt dann nicht erst ab z.B. Anfang September sondern bereits Mitte Juli.

Eine frühe Aufzucht ist aber mit viel Aufwand und Stromkosten verbunden.

Lösungsansatz

Da ich bei den größeren Pflanzen keine Optimierungsmöglichkeiten sehe stellt sich die Frage, ob man das Wachstum der kleinen Pflanzen gezielt fördern kann. Dadurch könnte man die Dauer der Aufzucht reduzieren oder aber früher voll produktive Pflanzen erhalten.

Das Motto lautet: Kein Trödeln in der Kinderstube! :nono:

Da fast Alle Ihren Zöglingen genügend Licht und Wärme zur Verfügung stellen, besteht nur noch die Möglichkeit die Nährstoffversorgung zu optimieren.

These

In den ersten Wochen besteht das Hauptproblem der Chilis darin eine ausreichende Nährstoffversorgung sicherzustellen. Durch die noch recht kleinen Wurzeln kann nur eine begrenze Menge an Nährstoffen zur Verfügung gestellt werden.

Lösungsansatz 1: Mehr Nährstoffe in die Erde.

Gefahren:
  • Zu viel Dünger schädigt die Wurzeln der Keimlinge.
  • Eine Überdüngung kann nicht leicht rückgängig gemacht werden.
  • Das Wurzelwachstum fällt geringer aus, da es keine Notwendigkeit besteht Nährstoffe aus größerer Entfernung zu beschaffen.

Lösungsansatz 2: Blattdüngung

Vorteile:
  • Die Zuführ an Dünger kann jederzeit gestoppt werden, daher geringe Gefahr einer Überdüngung. Die Wurzeln können nicht geschädigt werden.
  • Falls das Wurzelwachstum unabhängig ist von der Nährstoffversorgung der Pflanze und nur gesteuert wird von dem Nährstoffangebot in der Erde, dann wird das Wurzelwachstum nicht gebremst und evtl. sogar gefördert, da mehr Energie zur Verfügung steht.


Versuchsaufbau

Je 5x6 Pflanzen aus einer Schote einer Sibirischen Hauspaprika. Dadurch ist die genetische Ähnlichkeit sehr hoch. Vorgekeimt im Keimbeutel. Schnellkeimer gleichmäßig über die 5 Testgruppen verteilt. Jeder Keimling hat 20ml Erde unter sich und 30 ml Erde über sich.
  1. Blumenerde mit 25% Quarzsand, damit später die Wurzeln besser von der Erde gelöst werden können + Wasser
  2. Anzuchterde + Wasser
  3. Anzuchterde + 0,1 ‰ Hakaphos soft elite
  4. Anzuchterde + 0,25 ‰ Hakaphos soft elite
  5. Anzuchterde + 0,5 ‰ Hakaphos soft elite
Alle Pflanzen werden täglich morgens von beiden Seiten mit je einem Sprühstoß eingenebelt.

Da mein Südfenster ungeplanterweise bereits jetzt schon durch eine Horde von Chilis belagert wird, habe ich dem Experiment sogar eine 865er Neonröhre spendiert, so das Wärme und Licht für alle Pflanzen gleich sind.
Blattdüngung-1a.jpg
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
RE: Battdüngung in der Kinderstube - das Experiment

Interessante Sache. Aber du hättest vielleicht besser bis Anfang Februar gewartet, da die Klima- und Lichtbedingungen jetzt ganz andere sind.

Grüße,
Evi
 
RE: Battdüngung in der Kinderstube - das Experiment

Nein!
Das Klima und Licht ist nahezu identisch wie im Februar.
Das Licht stammt fast komplett von der Neonröhre. Da ist es egal, ob es Februar oder September ist. Das Zimmer hat nur ein Nordfenster, das recht weit vom Versuchsaufbau entfernt ist.
Die Temperaturen in meiner Wohnung unterschieden sich jetzt auch nicht mehr von denen im Februar mit Heizung. Nur wenn der Sommer noch einmal wiederkommen sollten könnte es maximal 2 Grad wärmer sein. Dies ist vernachlässigbar.
 
Nach 10 Tagen:
Blattdüngung-10-Tage-a.jpg


Die beiden Reservepflanzen habe ich nach 5 Tagen mit Wasser umgestellt auf 1‰ Hakaphos soft spezial.

Etwas enttäuscht bin ich, das bisher noch keine Wirkung sichtbar ist.
Ich werde ab heute morgens und abends die Pflanzen blattdüngen.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Bei der Blattdüngung wird nur sehr wenig aufgenommen, und dann auch fast nur von der Blattunterseite.

Wenn ich das richtig sehe, sind ja auch noch kaum echte Blätter vorhanden. Dadurch ist die Aufnahme wirklich nur minimalst. Die Dosierung würde ich nicht erhöhen.

Wirkliche gezielte Beschleunigung in der Anzucht wirst du nur mit perfekt abgestimmter Nahrlösung (ph und ec) in Hydro/Kokos und oder mit reichlich Photosynthese (also deutlich mehr Licht) erzielen.

Die Blattdüngung ist nicht verkehrt, dadurch kann ma gezielte Nährstoffe zur Pflanze bringen (z.B. Calcium) ohne dabei den Ph-Wert und die Wurzelaufnahme zu verändern.
 
Was willst du denn da für Unterschiede sehen, nach 10 Tagen?
Da die Pflanzen alle in Blumenerde stehen, sind die doch eh mit Dünger versorgt.
 
Die Pflanzen mit Hakaphos soft elite stehen in Anzuchterde.

Ich weis, dass ich sehr ungeduldig bin! Ich habe gehofft, dass in den ersten Tagen, wo die Wurzeln noch sehr klein sind, die Blattdüngung einen sichtbaren Unterschied machen könnte.
 
Und worin stehen die andern Pflanzen?

Aber die Blätter sind doch auch total klein,
die können doch fast garnichts aufnehmen.
 
ich sehe eher die temperatur entscheidend
als die frage, mit und mit welchem dünger bei der keimung.
ich denke die natur hats millionen jahre hinbekommen, ohne düngung, pflanzen zum keimen zu bringen.
es ist eher die kunst mit wenig zum entscheidenen punkt zu düngen....

aber trothdem viel spass bei deinem experiment :)
 
capsicum perversum schrieb:
Und worin stehen die andern Pflanzen?
Steht doch über den Pflanzen.
capsicum perversum schrieb:
Aber die Blätter sind doch auch total klein, die können doch fast garnichts aufnehmen.
Deshalb ab jetzt zweimal am Tag Blattdüngung.

Franken-Chili schrieb:
ich denke die natur hats millionen jahre hinbekommen, ohne düngung, pflanzen zum keimen zu bringen.
Früher waren Männer ca. 1,5 Meter groß, heutzutage sind es über 1,80 Meter. Der Grund liegt in der besseren Ernährung während der Kindheit.

Natürlich geht es ohne Blattdüngung! Die Frage ist, ob man bei der Anzucht etwas Zeit sparen kann.
 
Blättdüngung macht Sinn wenn die Pflanze gestresst ist oder wenn nicht die Menge Nährstoffe über die Wurzeln aufgenommen werden können.
.
Die Sache ist natürlich auch der eingesetze Dünger. Eine Blattdüngung bringt den meisten Vorteil mit geeinnete Stickstoffverbindungen die die Pflanze einfach weiter verarbeiten kann um Aminosäuren zu bilden. Oft wird in spezeillen Blattdüngern dafür Harnstoff als Hauptstickstofflieferanten hergenommen, welcher bei den Elite aber nicht vorhanden ist.
In diesem frühen Stadium haben die Pflanzen zudem noch eigene Reserven und das wenige im Substrat ist auch mehr als genug.
Gerade während der Aufzucht ist zudem die Wurzelbildung wichtig, es bingt dir wenig wenn du deine Pflanze bei der Aufzucht immer über die Blätter ernährst und wenn sie rauskommt muss sie eben mit diese Wurzeln die Unmenge an Blätter ernähren.

Meine Meinung ist du solltest dir den versuchsaufbau nochmal durchdenken und das ganze vielleicht etwas anders angehen.

Gruss

Hombre
 
Anzuchterde ist doch auch vorgedüngt, zwar weniger als Blumenerde aber trotzdem. :angel:

Ich denke, dass du dein Problem falsch angehst.
Du solltest lieber dafür sorgen, dass die Wurzeln schneller wachsen,
dann kann die Pflanze schneller mehr Nährstoffe aufnehmen. ;)

Aber ich find das Experiment trotzdem interessant.

Mich würde auch interessieren, ob Keime schneller wachsen, wenn sie von einem Ventilator angepustet werden.
Weil ich mir vorstellen könnte, dass die Bewegung ihren Stoffwechsel anregt. :whistling:
 
Hier ein paar Anregungen , kenne halt nicht deine sonstige Begebenheiten

- Am Anfang wie gewohnt starten und erst später Blattdünger einsetzen
- einen Speziellen Blattdünger dafür hernehmen und dabei sich an die Dosierung halten
- damit es bei den anderen Nährstoffe nicht zum Mangel kommt einen ergänzenden Dünger hernehmen
- Nochmal einlesen wie/ und welche Nährstoffe übers Blatt aufgenommen werden können, kann mir gut vorstellen das die Lösung die du jetzt gesprüht hat zu schnell getrocknet ist und nicht ausreichend übers Blatt aufgenommen werden konnte.

Gruss

Hombre
 
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