Ja TKS2 ist so billig, weil der Torf aus Mooren kommt, die dazu trocken gelegt werden und man nur abtorfen muss. Als Konsequenz wird dabei sehr viel CO2 freigesetzt, da der Torf aus Biomasse besteht, die über lange Zeit eingetragen wurde. In Kontakt mit Sauerstoff bauen Mikroorganismen diese Biomasse ab.
Die Konsequenzen der Nutzung von torfhaltigen Erden verdrängen viele Chilifreundinnen und -freunde.
Zur Klimawirkung der Torfverwendung
Moore sind langfristig die wichtigsten Kohlenstoffsenken der terrestrischen Biosphäre. Sie bedecken nur etwa 3 % der Landfläche der Erde, speichern aber 21-33 % des
gesamten organischen Kohlenstoffs. Durch Trockenlegung und den Abbau von Torf und die anschließende Verwendung als Blumenerde, als Kultursubstrat oder
zur Bodenverbesserung wird der in Moorböden gebundene Kohlenstoff als CO2 freigesetzt. Die Emissionen durch Torfabbau umfassen sowohl Emissionen aus den
entwässerten Abbauflächen als auch aus der Mineralisierung des entnommenen Torfs. In der Treibhausgasberichterstattung werden diese CO2-Emissionen ausgewiesen. Die Emissionen werden dem Land angerechnet, in dem der Abbau stattfindet. Die Zersetzung von Torf nach dem Abbau erfolgt deutlich schneller als durch Entwässerung und land- oder forstwirtschaftliche Nutzung von Moorböden. Deshalb sind die flächenbezogenen Klimawirkungen von Torfabbau und Torfnutzung, auch bei anschließender Wiedervernässung der abgetorften Flächen, im klimapolitischbetrachteten Zeitraum bis zum Ende des Jahrhunderts deutlich negativer im Vergleich zu anderen Nutzungen von Moorböden.
Torfabbau in Deutschland
Die Bundesregierung hat dem Schutz der bedrohten Moorlebensräume Rechnung getragen, indem sie ausgewählte Moorbiotoptypen unter gesetzlichen Schutz nach
§ 30 Absatz 2 des Bundesnaturschutzgesetzes gestellt hat. Darüber hinaus sind gemäß EU-Recht (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, Vogelschutz-Richtlinie) typische
Moorarten und Lebensräume geschützt. In Deutschland haben die Länder dafür Natura 2000-Gebiete ausgewiesen. Weitere Moorgebiete unterliegen einem nationalen
Schutzregime. Nach der grundgesetzlichen Kompetenzverteilung fällt die Umsetzung von Maßnahmen zum Moorschutz vorwiegend in die Zuständigkeit der Länder.
Die Länder mit wesentlichen Moorvorkommen haben zusätzlich eigene Moorschutzprogramme aufgelegt.
Die Genehmigungen zum Torfabbau werden nach Landesrecht erteilt. Die Bundesregierung hat keine eigene rechtliche Handhabe zur Beschränkung des
Torfabbaus. In Deutschland findet Torfabbau vor allem in Niedersachsen und in den Ländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg statt. Aktuell werden in Deutschland von mehr als 25 Unternehmen bzw. Unternehmensgruppen Torfe abgebaut. Die Anzahl der einzelnen Torfabbaustätten
ist jedoch höher und der Umfang des Abbaus kann zwischen den Abbaustätten und jahrweise erheblich schwanken. Es gibt keine offizialstatistischen Daten zum
Torfabbau in Deutschland.
Die Torfindustrie geht aufgrund auslaufender Genehmigungen davon aus, dass der Torfabbau in Deutschland bis zum Jahr 2040 weitgehend
zum Erliegen kommen wird.
Um die Emissionen aus der Torfverwendung zu verringern, reicht es nicht aus, nur den Torfabbau in Deutschland zu adressieren. Schon heute wird Torf im größeren
Umfang aus anderen Ländern der Europäischen Union für die Erdenindustrie importiert.
Im Gegensatz zu Deutschland, wo nur landwirtschaftlich genutzte und
entwässerte Flächen abgetorft werden dürfen, erfolgt der Abbau im EU-Ausland überwiegend in naturnahen Moorgebieten, was mit erheblichen Auswirkungen auf Biodiversität und Klima verbunden ist. Daher muss eine Torfminderungsstrategie den Fokus auf den Ersatz von Torf als Blumenerde bzw. als Kultursubstrat und zur
Bodenverbesserung setzen.
Quelle:
https://www.bmleh.de/SharedDocs/Dow...rungsstrategie.pdf?__blob=publicationFile&v=6
Weiterführende Literatur:
Planetarer Gesundheitscheck 2025, Eine wissenschaftliche Bewertung des Zustands unseres Planeten, Zusammenfassung
https://www.planetaryhealthcheck.org/wp-content/uploads/PHC25-ExecutiveSummary_DE.pdf
BUND Mooratlas 2023
https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/naturschutz/Mooratlas_2023.pdf