Sehr frühe Verzweigungen bei Chilipflanzen durch einen kleinen Trick fördern.


Anfänger2013

Jolokiajunkie
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Viele legen bei der Chilizucht großen Wert auf ein buschiges Wachstum und vielen Verzweigungen.

Eine beliebte Methode ist das Köpfen der Pflanzen. Diese brutale Methode wirft die Pflanzen aber ca. drei Wochen in der Entwicklung zurück.

Es geht aber auch anders:

CZ-20170201_184315140-klein.jpg
CZ-20170201_184159817-klein.jpg


Ich bedecke die Erde mit kleinen Stückchen SW-Folie. Diese Folie reflektiert das Licht der Lampen. Dadurch wird der Stamm beleuchtet und es entwickeln sich viele Seitentriebe.

Zusätzlich wird Licht wieder nach oben reflektiert und kann an der Decke oder den Wänden zurückgeworfen werden. Es geht viel weniger Licht verloren und die Beleuchtungsstärke steigt bei gleichem Lampeneinsatz.
 

DraGo

Balkon- und Hochbeetanbauer
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An sich eine gute Idee, aber meine Bedenken sind:

Bei dieser Variante kommt leider nur wenig Luft an die Erde, was für das Wachstum wiederum wichtig ist und die Erde eher anfängt zu schimmeln.
Dazu wird das gießen aufwändiger werden, da man die Folie verrücken muss.
 

Anfänger2013

Jolokiajunkie
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wenig Luft an die Erde
=> Die Folie liegt locker auf der Erde, die nicht perfekt eben ist. Luft für die Wurzeln ist daher kein Problem..

Erde eher anfängt zu schimmeln
Das kann passieren, wenn zu viel gegossen wird. Man muss mit den Reflektoren auf der Erde weniger gießen, da die Verdunstung abnimmt.

Dazu wird das gießen aufwändiger
Einfach von oben gießen. Ich verwende immer zwei Blätter. Das Gießwasser fliest in der Mitte und an den Rändern auf die Erde. Evtl. wird die Folie dabei etwas schmutzig. Meist hält sich das aber in Grenzen.


Auf den Bildern ist es nicht optimal zu sehen.
  • Die Reflektoren sollten etwas kleiner sein als der Topf, damit an den Topf-Rändern ein kleiner Spalt ist.
  • Ich verwende immer zwei Reflektoren je Topf. Einer rechts vom Stamm, einer links. Dadurch gibt es in der Mitte einen zusätzlichen Spalt für Luft und Gießwasser.
  • Manchmal verwende ich auch nur den Reflektor auf einer Seite. Besonders, wenn ich etwas zu viel gegossen habe und die Verdunstung fördern möchte.
 
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DraGo

Balkon- und Hochbeetanbauer
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=> Die Folie liegt locker auf der Erde, die nicht perfekt eben ist. Luft für die Wurzeln ist daher kein Problem..


Das kann passieren, wenn zu viel gegossen wird. Man muss mit den Reflektoren auf der Erde weniger gießen, da die Verdunstung abnimmt.


Einfach von oben gießen. Ich verwende immer zwei Blätter. Das Gießwasser fliest in der Mitte und an den Rändern auf die Erde.


Auf den Bildern ist es nicht optimal zu sehen.
  • Die Reflektoren sollten etwas kleiner sein als der Topf, damit an den Topf-Rändern ein kleiner Spalt ist.
  • Ich verwende immer zwei Reflektoren je Topf. Einer rechts vom Stamm, einer links. Dadurch gibt es ein der Mitte einen zusätzlichen Spalt für Luft und Gießwasser.
  • Manchmal verwende ich auch nur den Reflektor auf einer Seite. Besonders, wenn ich etwas zu viel gegossen habe und die Verdunstung fördern möchte.
Aber ich finde der Luftaustausch wird fehlen.
Ich nehme mal ein Fenster als Beispiel. Auf Kipp bringt es nicht viel und es kann Schimmel im Raum auftreten, hast du in der Zeit das Fenster komplett offen, ist der Luftaustausch gut und dem Schimmel ist die Substanz geklaut.
Genau der Meinung bin ich bei der Erde auch, es ist zu wenig Luftaustausch, um den Schimmel entgegenzuwirken.
Ich kenn es von meinem MGH:
- habe ich nur die Schlitze offen, schimmeln irgendwann meine Jiffys. Nehme ich den Deckel 3 mal am Tag ab, plus zusätzlich dem offenen Schlitz, habe ich keine Probleme.

Ist aber auch nur meine Meinung, soll nicht angreifend herüberkommen.

Wie lange machst du das schon? ...wäre über eine Langzeitmessung interessiert. :)
 

Anfänger2013

Jolokiajunkie
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Die Pflanzen stehen seit der Keimung in 16x16 cm Töpfen. Vom ersten Tag an lagen Reflektoren auf der Erde. Nur an einer Ecke minimal Schimmel. Die Erde war aber auch in der letzten Woche zu feucht.

Die weißen Stellen sind Wurzeln, die sich seit dem letzten Gießen nach oben gearbeitet haben, da ich zu viel gegossen habe.
Nach den obigen Aufnahmen habe ich die Reflektoren entfernt, damit die Töpfe schneller trocknen. Ich habe ein leichtes einrollen der Blattränder festgestellt.

CZ-20170201_195652344-klein.jpg
 
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G

Gelöschtes Mitglied 7509

Gast
Das ist prinzipiell ein interessantes Setup das die klassische Mulchschicht vom Beet mit Effizienzsteigerung der Beleuchtung kombiniert.

Ich sehe das Wasserverhalten nicht unbedingt kritisch, da sich durch Ebbe-Flut-Bewässerung in kurzen Intervallen das Wasser im Topf nach unten verlagern lässt.

Was mir am Konzept nicht gefällt ist die Frage der Umstellung auf andere Lichtquellen, vor allem geht der Effekt gegen 0 sobald der reflektierte Wert der Erdoberfläche durch die ausladende Krone immer weiter verringert wird.

Im Tageslicht wäre das natürlich nicht der Fall da dort auch unten genügend Licht zur Verfügung steht.

Ich bleibe mal dran und bin gespannt auf die Ergebnisse
 

Anfänger2013

Jolokiajunkie
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Meistens ende ich bei 60 bis 80 Pflanzen. Durch Experimente werden es immer viel mehr als geplant.

Der zusätzliche Zeitaufwand ist minimal. Bei 16 x 16 cm Töpfen schneidest Du halt einmal eine Sammlung von ca. 7 x 15 cm Steifen aus einem Stück Reflektionsfolie und legst die auf die Töpfe. Einfach mehrere 15 cm Streifen schneiden, dann übereinander legen und ca. 7 cm Stücke abschneiden. Perfektion ist nicht notwendig!

Wenn Du mehrfach umtopfst, dann benötigst Du unterschiedliche Größen.

Die Reflektoren kannst Du viele Jahr nutzen.


Große Kronen reduzieren natürlich den Effekt. Aber bis dahin haben sich schon viele Seitentriebe gebildet.
Bei meiner Anzucht verwende ich aber auch sehr große Töpfe. Bei kleinen Töpfen, die dicht nebeneinander stehen, ist der Effekt natürlich geringer.

Reflektionsfolie an den Wänden ist auch wichtig für den Effekt! Mehrere Lichtquellen oder lange Lichtquellen (z.B. LSR) sind auch vorteilhaft, da dann das Licht nicht nur senkrecht auf die Erde/die Reflektoren fällt.
 
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Razor2

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Finde ich eine gute Idee. Man könnte doch auch ein paar kleine Löcher in die Folie machen, dann kann immer noch genug Luft zirkulieren?

In meinem Growzelt brauch ich sowas zwar nicht, aber ist eine Überlegung wert wenn die Pflanzen an die Fensterbänke ziehen.
 

Alpha

Chilitarier
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Mich würde interessieren ob du eine richtige Testreihe mit gleichen Pflanzen durchgeführt hast. Also identische Sorte, ähnlich weit entwickelt, mit und ohne Reflektor. Und davon dann am besten noch 5 oder mehr Stück pro Reihe. Dass eine einzelne Pflanze Seitentriebe ausbildet ist nur bedingt aussagekräftig ;)
 
G

Gelöschtes Mitglied 7509

Gast
Ich habe (lang ist es her) einmal gelernt das die Triebspitze ein wuchshemmendes Hormon absondert welches die Seitentirebe unterdrückt bis sich der Haupttrieb weit genug entfernt hat durch Höhenwachstum. Mit dem Kappen der Triebspitze fällt dieser Faktor sofort weg und die Seitentriebe können sich ohne Limitierung entwickeln. Ob reine Lichtimpulse auf schlafende Augen im Stammbereich eine derartige Wirkung erzielen können wäre interessant. Das schreit nach einer Versuchsreihe...
 

Anfänger2013

Jolokiajunkie
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Ich habe es letztes Jahr im großen Stil ausprobiert, aber nicht ein dokumentiertes Experiment daraus gemacht.
War eigentlich ein Nebeneffekt. Eigentlich wollte ich das Licht auf den großen Töpfen nur zurück an die Decke werfen, damit es nicht von der Erde verschluckt wird. Bei große Töpfe und kleinen Pflanzen geht sonst viel Licht ungenutzt verloren. Auf der Ebene, wo ich die Reflektoren eingesetzt hatte, entstanden sehr viel mehr Triebe an den Stämmen.

Die Unterschiede bei allen Gattungen waren sehr deutlich.

Aus diesem Grund verwende ich dieses Jahr bei allen Pflanzen die Reflektoren.


Beim Kappen der Spitze passiert das selbe. Plötzlich trifft Licht auf den Stamm und es entwickeln sich viele Seitentriebe. Es wird nicht nur eine neue Spitze entwickelt.
 
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Hangu

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Viele legen bei der Chilizucht großen Wert auf ein buschiges Wachstum und vielen Verzweigungen.

Eine beliebte Methode ist das Köpfen der Pflanzen. Diese brutale Methode wirft die Pflanzen aber ca. drei Wochen in der Entwicklung zurück.

Es geht aber auch anders:
...
Ein Blattschnitt an der gewuenschten Stelle foerdert dort den Neuaustrieb!

Und wenn die Pflanze mit duennem Stamm "spargelt" gibt es kaum eine Alternative zum Schnitt der Spitze.
 

Taunuswaldfee

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Sehr interessantes Thema. :)
Vor 2 Jahren hatte jemand mal eine zusätzliche Beleuchtung von der Seite ausprobiert mit ähnlichem Effekt. Ich finde leider den Faden dazu nicht. Vielleicht kann sich @mph erinnern.
Deine Methode kostet kein extra Strom und die dazu benötigte Lampe, was mir dabei sehr gut gefällt.. :thumbsup:
 

mph

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Ich kann mich jetzt nicht mehr genau daran erinnern. Alexander (@Hombre) hatte (glaube ich) auch mal ein Foto dazu veröffentlicht.
 

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