Chilis Vergären - die Tabascomethode

  • Ersteller Ersteller Alex
  • Erstellt am Erstellt am
Entspricht nicht meiner Erfahrung, aber ich stehe erst am Anfang meiner "Ferment-Abenteuerreise" ;)
Den Bildern nach fermentierst du auch ganze Stücke in Wasser. Wenn es da blubbert, steigen die Blasen durch die Lake nach oben und können raus.

FlämingChili fermentiert, so wie ich, ein Püree. Wenn es da blubbert, wird alles nach oben gedrückt. Irgendwann steht dann das Püree oben am Deckel (kann bei Lake nicht passieren) und dann heißt es: Sachte schwenken, bis die Blubberblasen nach oben steigen und als Gas entweichen können, nicht als Püree.

Selbst mit 70% Füllung steht dann schnell mal das Ferment oben am Deckel und drückt sich durch die Dichtung raus. Kann bei Lake selbst bei 95% Füllung nicht passieren. Also: Es kommt immer drauf an.
 
FlämingChili fermentiert, so wie ich, ein Püree. Wenn es da blubbert, wird alles nach oben gedrückt. Irgendwann steht dann das Püree oben am Deckel (kann bei Lake nicht passieren) und dann heißt es: Sachte schwenken, bis die Blubberblasen nach oben steigen und als Gas entweichen können, nicht als Püree.
Genau - das kenne ich auch so. Jeden Tag mehrmals alle Gläser sachte schwenken & rotieren, damit die Masse wieder nach unten bewegt wird.
 
Ich würde da einfach nichts mehr machen bis du das Ferment als fertig erklärst. Wenn du die Kahmhefe entfernst, kommt sie einfach wieder. Auch bei meinen aktiven Fermenten, wo eine Schicht CO2 aufiegt (also kein O2 mehr drankommt), gedeiht die Kahmhefe wunderbar.
Das sehe ich genauso.
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob es sich tatsächlich um Hefen handelt.
Bei Salzgurken (sind ja "Stücke in Lake") erlebe ich es jedes mal, dass sich nach der ersten Entnahme eine solche Schicht bildet.
Diese sinkt dann irgendwann ab und bildet eine weiße, schleimige Schicht auf den Gurken und am Boden.
Die "Schicht" lässt sich bei Entnahme der Gurken durch einfaches "in der Lake Schwenken" entfernen und die Gurken sind Einwandfrei.
Bei pürierten Fermenten kann sich die (ich nenne es jetzt mal Kahm) nicht unten absetzen und vermischt sich unweigerlich mit dem Püree.

So lange Geruch und Geschmack nicht beeinträchtigt werden, würde ich es weiter verarbeiten.

Meine persönliche Meinung zum Fermentieren:
Es besteht ein großer Unterschied zwischen Obst und Gemüse bezüglich des Zuckergehaltes und der Zuckerart.
Wilde Fermente bilden bei Obst mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Alkohol (Pilz) und bei Gemüse Milchsäure (Bakterien).
Warum das so ist, entzieht sich meiner Kenntnis, wurde hier in Forum aber (glaube ich zumindest) schon einmal gut erklärt.

Deshalb rate ich von der Mischung Obst + Gemüse eher ab.
 
Es besteht ein großer Unterschied zwischen Obst und Gemüse bezüglich des Zuckergehaltes und der Zuckerart.
Wilde Fermente bilden bei Obst mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Alkohol (Pilz) und bei Gemüse Milchsäure (Bakterien).
Deshalb rate ich von der Mischung Obst + Gemüse eher ab.
Sehr interessant! Und klingt auch sehr logisch. Da werde ich mal weiter drumherum lesen. Danke für Deine Meinung und den Tip. GabiGrüße.

Nachtrag: Noch eine Nachfrage zum Verständnis. Meintest Du wilde Fermentation wegen der wilden Mikroorg. auf der Schale des Obstes / Gemüses? Oder geht es eher um die untersch. Arten der Zucker in Obst und Gemüse, die prinzipiell von anderen Mirkoorganismen bevorzugt werden? Hatte meine Birnen geschält - da kamen also eher weniger bis keine besonderen wilden MO mit, angesetzt hatte ich mit dem Saft von frischem, unpast. Sauerekraut. Die Birnen waren sehr süß, haben also ordentlich Fruktose mitgebracht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Genau deshalb empfehle ich bei notwendiger Flüssigkeitszugabe Sprudelwasser (im Volksmund Selters genannt)

Anmerkung 1: Nicht jeder mag zusätzliches Wasser drin haben.
Anmerkung 2: Die CO₂-Menge ist verschwindend gering – nach dem Mischen entgast sie binnen Minuten.
Anmerkung 3: Wird das Wasser nicht vollständig entgast, schäumt es beim Mischen – mögliche Lufteinträge statt weniger.
Anmerkung 4: Mineralwasser enthält Natrium, Calcium, Magnesium, Sulfate oder Hydrogencarbonate, das verändert den pH leicht nach oben (puffernd). Das kann die Ansäuerung verzögern und somit sogar die Bildung von Schimmel/Hefe erleichtern.

Mit einem Schlauch den man mit einem Ende auf den CO2-Sprudler steckt und das andere Ende zwischen Glas und Deckel steckt, hat man ein Vielfaches des Effekts und das ohne die teils kontraproduktiven Nebenwirkungen.
 
Nachtrag: Noch eine Nachfrage zum Verständnis. Meintest Du wilde Fermentation wegen der wilden Mikroorg. auf der Schale des Obstes / Gemüses? Oder geht es eher um die untersch. Arten der Zucker in Obst und Gemüse, die prinzipiell von anderen Mirkoorganismen bevorzugt werden? Hatte meine Birnen geschält - da kamen also eher weniger bis keine besonderen wilden MO mit, angesetzt hatte ich mit dem Saft von frischem, unpast. Sauerekraut. Die Birnen waren sehr süß, haben also ordentlich Fruktose mitgebracht.

Du hast ein Chili-Birnen-Püree, das ist zuckerreich, wenig Salz, flüssig. Hefen wachsen schnell an der Oberfläche, wo nach der Gläser-Zusammenmischung wieder schön viel Sauerstoff war. Milchsäurebakterien werden verdrängt, pH bleibt höher, perfekte Hefe-Bedingungen. Haben die Hefen erstmal 2-3% Ethanol gebildet, sterben die Bakterien ab und die Hefen übernehmen den Laden.

Wenn die Schicht weißlich, cremig, dick ist und der Geruch nicht muffig oder faulig, dann ist es höchstwahrscheinlich eine Hefe-Schicht (Kahm- oder Weinhefe) - nicht gefährlich, aber deine Beobachtung ist der klare Hinweis: Es läuft als Alkoholgärung, nicht mehr als Ferment.

Kahmhefen (z. B. Pichia membranifaciens, Candida krusei, Debaryomyces hansenii) sind obligat oder fakultativ aerob.
Das heißt:
  • Sie brauchen Sauerstoff, um wachsen zu können.
  • Sie siedeln sich ausschließlich an der Oberfläche an, wo noch O₂ verfügbar ist.
  • Unter CO₂- oder Stickstoffatmosphäre können sie nicht mehr atmen und sterben oder bleiben inaktiv.
Also: Vollständige Flutung mit CO2 aus dem Wassersprudler und es kann sich keine Kahmhefe bilden die sich im Püree absetzen könnte.

Alkoholische Gärung verhinderst du zuverlässig, wenn Du:
  1. Salz ≥ 2 % einsetzt
  2. Start-pH < 4,5 sicherstellst
  3. Zuckerquellen begrenzt
  4. CO₂-Atmosphäre herstellst
  5. Temperatur bei 18–22 °C hältst
Beachtet man all das, könnte man es auch riskieren, Obst und Gemüse zusammen zu fermentieren. Viel einfacher macht man es sich, wenn man das Obst nach der Fermentierung dazumischt, püriert, abkocht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei Salzgurken (sind ja "Stücke in Lake") erlebe ich es jedes mal, dass sich nach der ersten Entnahme eine solche Schicht bildet.
Diese sinkt dann irgendwann ab und bildet eine weiße, schleimige Schicht auf den Gurken und am Boden.
Die "Schicht" lässt sich bei Entnahme der Gurken durch einfaches "in der Lake Schwenken" entfernen und die Gurken sind Einwandfrei.
Das ist absolut richtig, die Gurken sind einwandfrei. Der pH ist längst zu niedrig für Fäulnisbakterien. Hefen und Polysaccharide sind nicht toxisch, die Lake bleibt antimikrobiell aktiv. Solange kein Schimmel (pelzig, farbig) und kein fauliger Geruch auftritt, ist das Produkt stabil.

Was passiert bei dieser sekundären Hefen-/Bakterienaktivität nach Sauerstoffeintrag?
Beim ersten Öffnen des Ferments gelangt Sauerstoff in die Lake. Vorher war das System anaerob, Milchsäurebakterien dominierten. Nach dem Öffnen werden aerobe Hefen und Oberflächenbakterien (z. B. Pichia, Candida, Acetobacter) reaktiviert. Sie bilden auf der Oberfläche einen dünnen weißen Film - die bekannte „Kahmhefe“.
Wenn die Sauerstoffreserve verbraucht ist (nach 1–3 Tagen), stirbt diese Hefeschicht ab. Dann löst sie sich, sinkt ab und verteilt sich als weißlich-trüber Schleimfilm auf Gurken und Glasboden. Das sieht unschön aus, ist aber nur abgestorbene Biomasse (Zellen aus Hefen und Bakterien).

Wer sich optisch daran stört: Nach Entnahme sofort wieder CO₂-Atmosphäre herstellen, saubere Zange statt Finger, Kühlschranklagerung.
 
Ich versuch mich auch grad an Tabasco, bin extrem gespannt obs was wird. Mit allem was noch so an den Chilipflänzchen hing wurd gestern die Matsche angesetzt, also ne bunte Mischung aus Habaneros, Hallows Eves, Yaki blues, Rocoto und ne handvoll unreife Bhut Jolokias. :D
 
Ich benötige doch nochmal eure Einschätzung 🧐
Am 30. September habe ich 2 Gläser angesetzt. Mitte dieser Woche habe ich jetzt bei einem von diesen einen weißen Film an einer Stelle gesehen. In beiden Gläsern entstehen immer noch Gase, beide Gläser sind seit kurz nach der Befüllung nicht mehr geöffnet worden und lagern unter gleichen Bedingungen. Ich wäre davon ausgegangen, dass nach ca. 5 Wochen eher kein Schimmel mehr entsteht, kann das aber nicht richtig abschätzen. Leider kann ich nur schwer Fotos machen, da ich das Glas nicht einfach öffnen wollte und meine Kamera durch Partikel innen am Glas nicht gut fokussiert. Ich habe dennoch mal 3 Bilder aufgenommen, eventuell kann man da ja doch irgendwas erkennen. Das Glas wurde zwischendurch bewegt. Dieser Belag könnte sich optisch also etwas verändert haben. Ich erkenne mit bloßem Auge keinerlei Farbe in der gebildeten Masse.

Seitliche Aufnahme. Betroffen ist bisher ein Bereich von geschätzt ~2 cm²
kahmhefe2.jpg


Beim Bewegen des Glases sind einzelne Partikel am Glasrand hängen geblieben
kahmhefe3.jpg


Nochmal von der Seite
kahmhefe1.jpg


Wie würdet ihr mit den beiden Gläsern jetzt vorgehen?
 
Womit wurden sie gefüllt? Material? Zucker/Salzgehalt?

Generell gibt es folgende Möglichkeiten:
  1. Kahmhefe (Hansenula, Pichia, o. Ä.)
    → sehr wahrscheinlich.
    • Entsteht oft bei längeren Fermentationszeiten, wenn noch Zucker vorhanden ist, aber der pH schon niedrig ist.
    • Bildet einen weißen, matten, leicht runzligen oder pulverigen Film, der bei Bewegung zerreißt oder sich löst.
    • Ungiftig, aber geschmacklich störend (hefig, muffig).
  2. Salz- oder Milchsäure-Ausfällung / Eiweißflockung
    • Möglich, wenn die Fermentation ungleichmäßig oder zu kalt verlief.
    • Diese Kristalle oder Flocken lösen sich oft nicht wieder vollständig auf.
    • Keine gesundheitliche Relevanz.
  3. Schimmel
    • Unwahrscheinlicher, da keine Farbe, keine Fäden, keine Trockenzonen sichtbar.
    • Würde sich eher auf der Oberfläche mit typischer Struktur (Pelz, Sporen, farbige Punkte) zeigen.
    • Bei geschlossenem Glas mit CO₂-Überdruck wächst Schimmel ohnehin kaum.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben Unten