Darf´s noch etwas Fleisch fressendes Gemüse sein?


Schneeglöckchen

Jalapenogenießer
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Oh wie schön, ein Karnivoren Thread. Durch Zufall hab ich ihn gerade gefunden. Ich hab zwar so gut wie keine Ahnung von Karnivoren, aber mein 12 jähriger ist fasziniert von ihnen und kultiviert seit 1 Jahr selbst gesäte Drosera. Spatulata und Capensis, hat mein Sohn erzählt.

Ein paar tolle Fotos haben wir.

Die kleinen, die teilweise heute ihre ersten Insekten gefangen haben

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Und eine große, die jetzt zum ersten Mal Blüten bildet
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DrNötigenfalls

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Hallo Schneeglöckchen,

Drosera spatulata als Einstieg ist gar nicht so verkehrt. :D Hatte die zu Beginn meiner "Karriere" als Karnivorenbändiger auch. Ist aber das reinste ... öhöm... Unkraut! ;) Drosera capensis habe ich immer noch in Kultur. Die finde ich auch richtig schick. Gehört sogar mit zu den größten Sonnentauarten. Aus Platzgründen musste ich irgendwann auch Prioritäten setzen. Das meiste "Unkraut" flog dann zugunsten anspruchsvollerer und optisch auch interessanterer Arten raus... :whistling:

Viele Grüße vom Doktor der Fleisch fressenden Gemüse ^^
 

Schneeglöckchen

Jalapenogenießer
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@DrNötigenfalls
Mein Sohn hat am Wochenende diesen Thread ebenfalls begeistert gelesen und hat einige neue Ideen für seinen Wunschzettel gefunden. Und von vielen Dingen hatte er auch früher schon gelesen, wie zum Beispiel von den Brutschuppen, von denen ich hier zum ersten Mal gehört hatte.

Kurze Frage an den Karnivoren Experten hier:
Können Drosera eigentlich auch in ungedüngte Kokoserde gepflanzt werden oder muss es wegen dem pH Wert unbedingt die deutlich teurere Karnivoren Erde sein bzw muss ich nach ungedüngtem Torf Ausschau halten?
 

DrNötigenfalls

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Salü Schneeglöckchen,

Mein Sohn hat am Wochenende diesen Thread ebenfalls begeistert gelesen und hat einige neue Ideen für seinen Wunschzettel gefunden.
hoffentlich habe ich deinen Sohn jetzt nicht mit dem Karnivoren-Virus infiziert! 😱:shamefullyembarrased: Kann man sehr schwer dran erkranken! Kann zur Sucht ausarten! :nailbiting: Habe einen harten Entzug hinter mir! :hilarious:
Eine VENUSFLIEGENFALLE möchte er bestimmt haben, sicher auch eine Nepenthes. Von Sarracenien ganz zu schweigen... Gibt schon krasse Sachen auf der Welt. :happy:

Können Drosera eigentlich auch in ungedüngte Kokoserde gepflanzt werden oder muss es wegen dem pH Wert unbedingt die deutlich teurere Karnivoren Erde sein bzw muss ich nach ungedüngtem Torf Ausschau halten?
Ich kann mich dunkel an Versuche mit Kokoserde erinnern, die der eine oder andere Karnivorenhalter unternommen hat, weil er aus Umweltschutzgründen keine Torfprodukte mehr verwenden wollte. Ich war einige Jahre im Forum der Gesellschaft für Fleisch fressende Pflanzen sowie in zwei britischen Karnivoren-Foren unterwegs. Die Ergebnisse waren allerdings ernüchternd, so weit ich das in Erinnerung habe. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, es war jemand im CPUK-Forum, der die Versuche mit Kokoserde unternommen hat. Es könnte maßgeblich mit dem pH-Wert zu tun haben. Der sollte für die meisten Karnivoren idealerweise bei 5 bis 5,5 liegen. Nepenthes mögen es nicht ganz so sauer: 5,5 bis 6. Mexikanische Fettkräuter fühlen sich am Wohlsten bei pH=7. In Karnivoren-Spezialsubstrat werden Kokosfasern beigemischt, aber nur in sehr geringem Anteil.
Ich mische seit einigen Jahren mein Karnivorensubstrat selbst, beziehe aber die Zutaten meist bei Thomas Carow in Nüdlingen. Den Weißtorf mit Zersetzungsgrad H2 in grober Aussiebung wie auch die Perlite. Bei Quarzsand greife ich lieber auf den groben von Dennerle (Kristallquarzsand 2mm) zurück. Selbst mischen ist günstiger, als die fertige Substratmischung für Karnivoren zu kaufen, aber nicht unbedingt billig. ;) Bei Thomas Carow bin ich seit mehr als 20 Jahren hervorragende Qualität gewöhnt. Da gehe ich nach dem Prinzip vor: Never change a running system oder wie der Spruch heißt. :D Es geht aber auch anders, als die teuersten Produkte zu kaufen. Beim Weißtorf ist wichtig, dass er wenig bis mäßig zersetzt und nicht gedüngt oder irgendwie aufgekalkt ist. Perlite habe ich vor wenigen Tagen erst bei Green24 bestellt - hauptsächlich für meine Chilipflanzen, habe diese aber auch beim Umpflanzen am Samstag für Cephalotus und Drosera binata verwendet. So lange es sich um reine Perlite für den Gartenbau handelt, dürfte da auch nix schiefgehen. Bei Sand oder Kies als Beimischung muss man schon aufpassen! Da bin ich als Anfänger auch schon böse auf die Nase gefallen!

Ja, beim Substrat gibt es viele Meinungen und bisweilen auch hitzige Diskussionen. In den meisten Fällen geht sogar Anzuchterde auf Weißtorfbasis. Allerdings geht der Trend wohl dahin, auch bei Anzuchterde auf Torf zu verzichten. Nach meiner Einschätzung kann ein großer Teil von Karnivorenarten durchaus in reinem Weißtorf H2 kultiviert werden. Ich würde da für eine bessere Durchlüftung des Substrates eine grobe Aussiebung verwenden. Ansonsten reicht es bei handelsüblichem Weißtorf, 20 bis 30% Gartenbauperlite (Agroperl als Beispiel) zuzusetzen. Ich kenne auch Karnivorengärtner, die Bauperlite verwenden. Da muss es sich um reine Perlite ohne Zusätze handeln.

In den von mir beschriebenen Substraten/Substratmischungen gedeihen alle Drosera - sofern es jetzt nicht ganz spezielle Sonnentau wie etwa Knollensonnentau* sind -, die Venusfliegenfalle sowie alle Schlauchpflanzen (Sarracenien). Bei Nepenthes würde ich Weißtorf und Perlite 1:1 mischen.

Eine kurze und knappe Antwort fällt mir bei diesem Thema meistens schwer. :D Manchmal führen mehrere Wege zum Ziel. Wenn ihr von D. spatulata viele Pflanzen habt, könntet ihr ja mal einen Versuch in Kokoserde wagen. Also versuchsweise mal drei Pflanzen oder so in Kokoserde setzen. Bei robusten Arten mag Kokoserde funktionieren. Am ehesten noch bei den "unkrautartigen" Sonnentau - D. spatulata, D. capillaris, D. capensis, D. nidiformis... Bei der Venusfliegenfalle, den Schlauchpflanzen und Kannenpflanzen bin ich sehr skeptisch, ob die da lange drin überleben. ;)

*Die Sache ist wie so oft komplizierter. Es gibt auch ein paar Knollensonnentauarten, die einiges mit sich machen lassen: D. menziesii, D. auriculata, D. peltata und D. hookeri.

Viele Grüße

Andreas
 

DrNötigenfalls

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Hallöle Timmey,

schön, deine gefährlichen Gemüse auch mal zu sehen! :happy: Bin gespannt, ob du für dein Weibchen noch irgendwo Pollen ergattern kannst. Meine Neppi macht keine Anstalten, einen weiteren Blütentrieb auszubilden. Bei dem penetranten Geruch, den die Blütchen verströmen, bin ich auch nicht wirklich traurig drum. ;)

Mein Dauerblüher
Ein schleimiger Salat! 🤣 Oliver Gluch darf das nicht lesen (oder hören)! Der ist bekennender Karnivoren-Salat-Fan! ;) Ich hatte von der Gattung Pinguicula auch schon einige sehr interessante Arten in Kultur. Die nicht-mexikanischen Arten sind aber heikler in der Pflege. In den USA gibt es sehr spannende Arten. Pinguicula caerulea, Piguicula lutea und vor allem P. planifolia. Das sind Sumpfbewohner, die in torfigem Substrat gehalten werden müssen. P. lusitanica ist eine zierliche und wunderschöne Art. Gilt als ein- oder zweijährig. Bei mir wächst sie allerdings schon seit sechs Jahren! Hätte ich nie für möglich gehalten. Ich muss mal schauen, ob ich die Fotos von P. caerulea noch finde. Dann füge ich in diesem Thread noch ein.
In Europa wachsen einige sehr schöne Arten - besonders P. vallisneriifolia. Da gibt´s ne Form mit blassen Blüten und eine mit bläulich-violetten Blüten. Habe diese in Spanien beheimatete Art nicht lange in Kultur halten können. Sie wächst an fast senkrechten Felsen mit fließendem Wasser.

P_vallisneriifolia-2.jpg P_vallisneriifolia-4.jpg P_vallisneriifolia-5.jpg P_vallisneriifolia-6.jpg P_vallisneriifolia-fl2.jpg P_vallisneriifolia-flower.jpg Pinguicula vallisneriifolia

Fangen deine Fettkräuter denn einiges an Trauermücken weg? Und was ist das für eine Fleisch fressende Pflanze mit der Zwiebel oberhalb des Fettkraut-Babys? ^^

Karnivorische Grüße

Andreas
 

timmey

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Fangen deine Fettkräuter denn einiges an Trauermücken weg? Und was ist das für eine Fleisch fressende Pflanze mit der Zwiebel oberhalb des Fettkraut-Babys? ^^
Sie fangen schon bissel was weg, aber bei weitem nicht alle. Die Zwiebel ist ne Knoblauchzehe die ausgetriebene hatte, ich dachte ich steck sie mal in erde, und da hier platz war.....
 

Schneeglöckchen

Jalapenogenießer
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Salü Schneeglöckchen,


hoffentlich habe ich deinen Sohn jetzt nicht mit dem Karnivoren-Virus infiziert! 😱:shamefullyembarrased: Kann man sehr schwer dran erkranken! Kann zur Sucht ausarten! :nailbiting: Habe einen harten Entzug hinter mir! :hilarious:
Eine VENUSFLIEGENFALLE möchte er bestimmt haben, sicher auch eine Nepenthes. Von Sarracenien ganz zu schweigen... Gibt schon krasse Sachen auf der Welt. :happy:


Ich kann mich dunkel an Versuche mit Kokoserde erinnern, die der eine oder andere Karnivorenhalter unternommen hat, weil er aus Umweltschutzgründen keine Torfprodukte mehr verwenden wollte. Ich war einige Jahre im Forum der Gesellschaft für Fleisch fressende Pflanzen sowie in zwei britischen Karnivoren-Foren unterwegs. Die Ergebnisse waren allerdings ernüchternd, so weit ich das in Erinnerung habe. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, es war jemand im CPUK-Forum, der die Versuche mit Kokoserde unternommen hat. Es könnte maßgeblich mit dem pH-Wert zu tun haben. Der sollte für die meisten Karnivoren idealerweise bei 5 bis 5,5 liegen. Nepenthes mögen es nicht ganz so sauer: 5,5 bis 6. Mexikanische Fettkräuter fühlen sich am Wohlsten bei pH=7. In Karnivoren-Spezialsubstrat werden Kokosfasern beigemischt, aber nur in sehr geringem Anteil.
Ich mische seit einigen Jahren mein Karnivorensubstrat selbst, beziehe aber die Zutaten meist bei Thomas Carow in Nüdlingen. Den Weißtorf mit Zersetzungsgrad H2 in grober Aussiebung wie auch die Perlite. Bei Quarzsand greife ich lieber auf den groben von Dennerle (Kristallquarzsand 2mm) zurück. Selbst mischen ist günstiger, als die fertige Substratmischung für Karnivoren zu kaufen, aber nicht unbedingt billig. ;) Bei Thomas Carow bin ich seit mehr als 20 Jahren hervorragende Qualität gewöhnt. Da gehe ich nach dem Prinzip vor: Never change a running system oder wie der Spruch heißt. :D Es geht aber auch anders, als die teuersten Produkte zu kaufen. Beim Weißtorf ist wichtig, dass er wenig bis mäßig zersetzt und nicht gedüngt oder irgendwie aufgekalkt ist. Perlite habe ich vor wenigen Tagen erst bei Green24 bestellt - hauptsächlich für meine Chilipflanzen, habe diese aber auch beim Umpflanzen am Samstag für Cephalotus und Drosera binata verwendet. So lange es sich um reine Perlite für den Gartenbau handelt, dürfte da auch nix schiefgehen. Bei Sand oder Kies als Beimischung muss man schon aufpassen! Da bin ich als Anfänger auch schon böse auf die Nase gefallen!

Ja, beim Substrat gibt es viele Meinungen und bisweilen auch hitzige Diskussionen. In den meisten Fällen geht sogar Anzuchterde auf Weißtorfbasis. Allerdings geht der Trend wohl dahin, auch bei Anzuchterde auf Torf zu verzichten. Nach meiner Einschätzung kann ein großer Teil von Karnivorenarten durchaus in reinem Weißtorf H2 kultiviert werden. Ich würde da für eine bessere Durchlüftung des Substrates eine grobe Aussiebung verwenden. Ansonsten reicht es bei handelsüblichem Weißtorf, 20 bis 30% Gartenbauperlite (Agroperl als Beispiel) zuzusetzen. Ich kenne auch Karnivorengärtner, die Bauperlite verwenden. Da muss es sich um reine Perlite ohne Zusätze handeln.

In den von mir beschriebenen Substraten/Substratmischungen gedeihen alle Drosera - sofern es jetzt nicht ganz spezielle Sonnentau wie etwa Knollensonnentau* sind -, die Venusfliegenfalle sowie alle Schlauchpflanzen (Sarracenien). Bei Nepenthes würde ich Weißtorf und Perlite 1:1 mischen.

Eine kurze und knappe Antwort fällt mir bei diesem Thema meistens schwer. :D Manchmal führen mehrere Wege zum Ziel. Wenn ihr von D. spatulata viele Pflanzen habt, könntet ihr ja mal einen Versuch in Kokoserde wagen. Also versuchsweise mal drei Pflanzen oder so in Kokoserde setzen. Bei robusten Arten mag Kokoserde funktionieren. Am ehesten noch bei den "unkrautartigen" Sonnentau - D. spatulata, D. capillaris, D. capensis, D. nidiformis... Bei der Venusfliegenfalle, den Schlauchpflanzen und Kannenpflanzen bin ich sehr skeptisch, ob die da lange drin überleben. ;)

*Die Sache ist wie so oft komplizierter. Es gibt auch ein paar Knollensonnentauarten, die einiges mit sich machen lassen: D. menziesii, D. auriculata, D. peltata und D. hookeri.

Viele Grüße

Andreas

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Ich soll dir ausrichten, den Karnivoren - Virus hat er schon ;)
Venusfliegenfalle, Kannen- und Schlauchpflanze hat er sich zu Weihnachten gewünscht, jetzt gibt es welche zu kaufen und wir können den Wunsch nachträglich erfüllen. Er schmeißt auch schon fleißig mit den lateilischen Namen um sich, ich muss immer wieder nachfragen, welche nun was ist. Er beliest sich da fleißig. Vielen dank für deinen Link und die Erklärungen zum Erde kaufen. wir haben das die letzten Tage ausführlich studiert. Mit deinem HInweis auf H2 Erde sind wir auch darauf gekommen, dass der normale Gartentorf aus dem Baumarkt für Karnivoren wohl nicht geeignet ist. denn der ist H5 bis H8 und das vertragen die wohl nicht. (Stand in irgendeinem Karnivoren-Forum) Schade, das wäre preislich deutlich erschwinglicher gewesen. Aber gut, also die Fachmärkte im www. Da hat mein Sohn über das Wochenende Preise verglichen. Er will wahrscheinlich Erde selber mischen, aus Torf und Perlite. Und ein klein wenig ungedüngte Kokoserde unter mischen. Dein Thomas Carow Shop ist schon recht günstig im Vergleich zu anderen Shops, hätte ich anfang garnicht gedacht, als ich den Preis gesehen habe. Aber der Shop tödliche Fallen ist wohl für Torf plus Perlite incl. Versand im Vergleich ein klein wenig billiger. Hast du die Erde dort mal probiert? bzw wärst du so nett und würdest mal schauen ob die von der Beschreibung her was taugt? Ich glaube 20 Liter Torf will er kaufen, der sackt ja nass dann um 30% zusammen. Seine ganzen Drosera möchte er zusammen in regelmäßigem Abstand in einen Balkonkasten pflanzen, dieser kommt dann innen auf sein Fensterbrett. Die Kleinchen müssen jetzt raus aus der Multitopfplatte, die Wurzeln schauen schon unten heraus.

Und als zweite Frage:
Venusfliegenfalle und (ich glaube das waren) Schlauchpflanzen brauchen Winterruhe meinte mein Sohn. Was wir bieten können ist ein helles Fenster im Keller, da hat es direkt am Fenster so um die 15 Grad. Reicht das aus für die Winterruhe? Direkt draußen wird es hier in Thüringen wahrscheinlich schwierig. Dieses Jahr ist der Winter bisher sehr mild, aber vergangenen Winter hatten wir Minus 25 Grad. Da ist mir draußen einiges an Kräutern und Beerenruten erfroren. Und man kann ja sicherlich nicht die Pflanze raus stellen bis Minus 5 oder minus 10 Grad, und wird es kälter dann einfach rein holen und bei 15 Grad weiter ruhen lassen. Solch ein Temperaturschock von 20 Grad Unterschied innerhalb eines Tages ist sicherlich nicht gut für die Pflanzen, möglicherweise sogar mehrmaliges hin und her wenn die Temperaturen im Verlauf des Winters sehr schwanken.
Unser Dachboden ist erstens leider komplett Dunkel und anscheinend in Richtung Wohnbereich sehr gut gedämmt, nach außen hin aber anscheinend kaum, da wollte ich diesen Winter meine Pflanzkartoffeln und Yacon-Wurzeln überwintern, musste sie aber rein holen, weil der Dachboden nur 1 bis 2 Grad wärmer ist als die Außentemperatur, also definitiv nicht frostfrei.
Wie und wo überwinterst du deine Pflanzen? Bzw was könntest du für unsere Situation empfehlen?
Edit: Ich habe gerade mal selbst wegen Überwintern gegoogelt. Angeblich soll das im Kühlschrank ganz gut funktionieren. Was hälst du von dieser Methode?


Und die große Drosera blüht jetzt
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Ist das eigentlich normal, dass die Blüte immer nur knapp 1 Stunde offen ist? Die hier fotografierte hatte ich mal vormittags erwischt, als er in der Schule war. Er selbst hat noch nicht das Glück gehabt, eine offene Blüte zu sehen. Irgendwie wurde der Zeitpunkt immer verpasst, dabei schaut er am Wochenende teilweise stündlich danach.
 
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DrNötigenfalls

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Hallo zu später Stunde, Schneeglöckchen,

habe gerade die Bildbearbeitung für mein Update in meinem "Barbarischen Garten 2022" fertig bekommen. Den Beitrag werde ich wohl erst spät in der Nacht fertig bekommen. :arghh:

Ich soll dir ausrichten, den Karnivoren - Virus hat er schon
😂 Das geht sooo schnell! *brüll* *wieher*

Mit deinem HInweis auf H2 Erde sind wir auch darauf gekommen, dass der normale Gartentorf aus dem Baumarkt für Karnivoren wohl nicht geeignet ist. denn der ist H5 bis H8 und das vertragen die wohl nicht.
H8 ist schon bald Schwarztorf, oder? Vor Jahren hatte ich mich mal schlau gemacht, was die einzelnen Zersetzungsgrade bedeuten. Aber mein Alzheimer... ^^ Ich habe schon mal davon gehört, dass manche Karnivorengärtner stärker zersetzten Torf benutzen bzw. mit weniger stark zersetztem Torf mischen. Ich habe da keinerlei Erfahrungen mit. Daher möchte ich so was lieber nicht empfehlen. Meine Devise lautet: Für meine karnivorischen Schätzchen nur das Beste! ;) Mit dem Torf von Tödliche Fallen kannste nix verkehrt machen. Auch die Perlite, die die verkaufen, ist absolut in Ordnung. Kannte den Shop noch nicht. Auch sagt mir der Inhaber Michael Sawicz nix. Ich bin in der Karnivorenszene seit ca. 2015 nicht mehr aktiv. War auch mal im GfP-Forum angemeldet. Da gab es oft Streit und einige Typen, die meinten, sie wären die Kings. Vieles hat sich anscheinend nach Facebook verlagert. Habe aber weder bei Fratzenbuch, Twitter, noch Instagram oder sonst wo einen Account. :shifty:

Und als zweite Frage:
Venusfliegenfalle und (ich glaube das waren) Schlauchpflanzen brauchen ja Winterruhe.
Im Normalfall machen sie von sich aus eine Winterruhe - ist auch durch die Tageslänge (abnehmende Tageslänge zum Winter hin) bedingt, dass sie ihr Wachstum drastisch verlangsamen und nur noch kleine Fallen ausbilden. Die großen Sommerfallen an den langen Petiolen sterben im Herbst ab. Sarracenien hören im Laufe des Oktober auf, Fallen auszubilden. Über Jahre hinweg diese Pflanzen warm durch den Winter zu kultivieren, ist nicht ratsam, weil die Pflanzen dann doch irgendwann ausgelaugt sind und im schlimmsten Fall sogar eingehen. Auf der anderen Seite ist eine strenge Winterruhe mit Temperaturen knapp über oder sogar unter dem Gefrierpunkt nicht zwingend erforderlich. Man kann ihnen auch eine leichte Winterruhe gönnen. Getopfte Pflanzen würde ich ohnehin keinem Frost aussetzen! Mir ist das auf dem Balkon schon ein paar Mal passiert, dass ich die Venusfliegenfalle, auch eine Sarracenia und ein paar Sonnentau Temperaturen von bis zu -6°C ausgesetzt hatte. Die Pflanzen waren danach matsch! 😱 Wenn man ein Moorbeet betreibt - auch ein Minimoorbeet wie meines :) - ist das was Anderes. Oder große Kübel mit 40 oder 50 Liter Fassungsvermögen. Die frieren so leicht nicht komplett durch. Bzw. ist das Ganze ja wieder viel komplizierter. Ich erklär´s gern mal an anderer Stelle. :D

Was wir bieten können ist ein helles Fenster im Keller, da hat es direkt am Fenster so um die 15 Grad. Reicht das aus für die Winterruhe?
15°C ist schon wieder ein bisschen warm für eine Winterruhe. 🤔 Ideal wären da eher 5 - 10°C. Wenn es partout nicht kühler als 15°C geht, könnt ihr´s aber am Kellerfenster versuchen. Hier ist wieder das Problem: Je höher die Temperatur, desto höher der Lichtbedarf! Bei 15°C - das ist so die Tagesdurchschnittstemperatur, die ich im unbeheizten Schlafzimmer hab (Fenster nach Nordosten :eek: ) - kommt man um eine künstliche Beleuchtung kaum herum. Bei max. 10°C bräuchte man keine Zusatzbeleuchtung - bei einem hellen Fenster, wohlgemerkt. ;) Das helle Kellerfenster hättet ihr ja schon mal.

Dieses Jahr ist der Winter bisher sehr mild, aber vergangenen Winter hatten wir Minus 25 Grad. Da ist mir draußen einiges an Kräutern und Beerenruten erfroren.
Das überstehen nur noch unsere einheimischen Karnivoren bzw. Karnivoren aus alpinen oder borealen Gebieten. Sarracenia purpurea ssp. purpurea übersteht solche Fröste. Die kommt in nordöstlichen Gebieten der USA und im Osten Kanadas vor.

Und man kann ja sicherlich nicht die Pflanze raus stellen bis Minus 5 oder minus 10 Grad, und wird es kälter dann einfach rein holen und bei 15 Grad weiter ruhen lassen. Solch ein Temperaturschock von 20 Grad Unterschied innerhalb eines Tages ist sicherlich nicht gut für die Pflanzen, möglicherweise sogar mehrmaliges hin und her wenn die Temperaturen im Verlauf des Winters sehr schwanken.
Temperaturen unter Null würde ich wie schon erwähnt bei getopften Pflanzen vermeiden. Ja, häufiges Hin- und Herstellen an verschiedene Plätze ist für ruhende Pflanzen auf jeden Fall kontraproduktiv! Ich hab ein paar Pflanzen - eine Masdevallia-Orchidee aus dem Hochland von Kolumbien sowie mehrere Knollendroserae aus Australien -, die ich wegen ihrer benötigten Nachtabsenkung auf den Balkon stelle und morgens wieder rein hole... Hach, das darf ich ja keinem erzählen! Man würde mich für bekloppt halten! :roflmao: Aber eine Nachtabsenkung ist noch mal ganz was Anderes als eine Winterruhe! ;) 20°C Differenz ist aber so oder so schon heftig!!!

Wie und wo überwinterst du deine Pflanzen? Bzw was könntest du für unsere Situation empfehlen?
Ich wohne in der Nähe Bremens, wo die Winter häufig recht mild sind. Ich hatte meine Venusfliegenfallen sowie Drosera capensis als auch Sarracenia rosea bis heute auf dem Balkon (Südwest) stehen. Wir hatten erst drei Mal Nachtfrost. Da habe ich die Pflanzen dann ins Schlafzimmer geholt für eine Nacht. Ich mache das schon seit Jahren so, dass ich die Pflanzen einer etwas verkürzten Winterzeit aussetze, sie ab Februar also unter Kunstlicht wieder Frühlingsgefühle entwickeln können. In der Regel ist der Februar bei uns der kälteste Monat, der auch empfindliche Fröste mit sich bringt.
Es gibt einen Trick, wie man bestimmte Pflanzen, die am Naturstandort eine Winterruhe durchlaufen, auch kalt überwintern kann, wenn man weder draußen noch in der Wohnung geeignete Konditionen bereitstellen kann. Man kann die Rhizome in feuchtem Sphagnum eingewickelt bei möglichst konstant 2°C (bis max. 4°C) im Kühlschrank überwintern. Ich habe das vor etlichen Jahren auch schon mal gemacht, ist aber durchaus heikel! Dazu müsste man alle Fangblätter - bei der VFF die Klappfallen mitsamt ihrer Stiele (Petiolen), bei der Schlauchpflanze die Schläuche oder Krüge - vom Rhizom abschneiden. Die Schnittstellen kann man mit Holzkohlepulver desinfizieren. Dann müsste man lebendes Sphagnum-Moos zur Hand haben (vorher schon im Online-Shop bestellen; T. Carow bietet welches an) und die Rhizome - bei der VFF sehen die wie Zwiebeln aus - mit den Wurzeln (ältere Wurzeln kann man zurückschneiden) substratfrei in feuchtes (nicht nasses) Sphagnum einwickeln und im verschlossenen Plastikbeutel bei besagten Temperaturen im Kühlschrank aufbewahren. Bei VFF ist das nach meiner Erfahrung recht unkompliziert. Unsere heimischen Sonnentau (Drosera rotundifolia, D. anglica und D. intermedia) machen bei Temperaturen über 2°C im Kühlschrank Probleme! Da ist es mir schon passiert, dass die Hibernakel verfault sind! Ein Sarracenia-Rhizom habe ich noch nie im Kühlschrank überwintert. Das sollte aber genau so gut funktionieren wie bei der VFF.
Ich habe im schon erwähnten GfP-Forum auch gelesen, dass lebendes Sphagnum entbehrlich sei und ein feuchtes Küchenkrepp ausreichen soll. Also Sphagnum ist steril. In lebendem Sphagnum schimmelt normalerweise nichts. Fäulnis könnte auftreten... Wie du siehst, sind solche Tricks immer mit einem Risiko verbunden. :cautious: Gibt keine Garantie, dass sie funktionieren!

So lange es draußen nicht allzu stark friert: Könnte das Kellerfenster evtl. rund um die Uhr geöffnet sein, damit es auf der Fensterbank zum Überwintern so 5 bis 10°C hat. Oder geht das aus anderen Gründen nicht?

Dein Sohn hat jetzt vor Kurzem eine Venusfliegenfalle und eine Sarracenia als nachträgliches Weihnachtsgeschenk bekommen? [Ich hab im Gartencenter Arkenau (Delmenhorst-Hasport) am Freitag auch neue Ware aus holländischen Großzüchtereien gesehen. :D ] Die machen im Moment eh keine Ruhezeit. Wie warm hat´s dein Sohn in seinem Zimmer? Hat er ein helles Fenster? Sind 20°C für ihn warm genug? Weißte wat? Für diese Saison kann dein Sohn die Ruhezeit erst mal knicken! Es kann höchstens sein, dass die Pflanzen dann am Ende des Sommers ungewöhnlich früh in den Wintermodus umschalten. Im nächsten Winter müsstet ihr euch dann Gedanken machen, wie ihr die Winterzeit für VFF und Schlauchpflanze gestaltet. Wenn´s irgend geht, würde ich die Pflanzen am Kellerfenster bei max. 10°C stellen. 3 Monate Ruhezeit (Nov. - Januar) reichen völlig aus. Schlimmstenfalls sind sogar zwei Monate machbar.

Getopfte Pflanzen und Frost: Wenn das Substrat pitschnass ist, macht den Pflanzen Frost bis -10°C nichts aus. Das Eis (ein Wurzeln und Rhizom umschließender Eispanzer! ;) ) im Topf schützt die Pflanzen (das Rhizom) vor dem Erfrieren - so paradox das klingen mag. In dem Fall sollte es sich aber um eine längere Frostperiode handeln! Friert die Erde nur kurzzeitig zu und sind die Pflanzen dann wieder höheren Temperaturen ausgesetzt, ist pitschnasses Substrat im Winter ... ich würde sagen: gefährlich! Es kann leicht zu Wurzel- und Rhizomfäulnis kommen! :facepalm: Ist das Substrat bei Frost nur feucht, sterben die Pflanzen, weil sie vertrocknen! Durfte all diese Erfahrungen selber machen!

Ähm, ja, sorry für die nächtliche Karnivoren-Zeitung! :hilarious: Wenn man an Karnivoren langfristig Freude haben will, gibt´s schon so einiges, was zu beachten ist!

Und die große Drosera blüht jetzt
Ist das eigentlich normal, dass die Blüte immer nur knapp 1 Stunde offen ist? Die hier fotografierte hatte ich mal vormittags erwischt, als er in der Schule war. Er selbst hat noch nicht das Glück gehabt, eine offene Blüte zu sehen. Irgendwie wurde der Zeitpunkt immer verpasst, dabei schaut er am Wochenende teilweise stündlich danach.
Das ist jetzt eine von den D. spatulata? Ja, bei manchen Droseraarten öffnet sich die Blüte überhaupt nicht vollständig. Die Blüten bestäuben sich selbst. D. spatulata macht das so. D. capensis wie viele andere Südafrikaner (D. aliciae, D. nidiformis, D. collinsiae, D. venusta, D. slackii) ist ebenfalls selbstbestäubend. Nahezu alle Sonnentauarten öffnen ihre jeweilige Blüte nur für wenige Stunden am Tag, bevor sie wieder verwelkt. Drosera regia ist die einzige, die mir im Moment einfällt, deren Einzelblüte sich über einen Zeitraum von drei Tagen morgens immer wieder geöffnet und am Abend wieder geschlossen hat. Ich habe von Drosera capensis eine Ausleseform, die im Gegensatz zur Normalform schneller in die Höhe wächst und ein Stämmchen ausbildet. Müsste ich irgendwo in diesem Thread ein Foto von gepostet haben. Deren Blüte öffnet sich bei Sonnenschein vollständig - aber auch nur für ein bis zwei Stunden. :rolleyes:

Übrigens: Ich könnte natürlich noch ein wenig dazu beitragen, die Sammlung deines Sohnes zu vergrößern. :D :D :D Wird zwar noch ein bisschen dauern, aber irgendwann so gegen April müsste ich wieder unzählige Drosera menziesii-Knollen übrig haben. Ist eine der einfachsten Knollensonnentau und für Newbies in der Karnivorenkultur durchaus geeignet. Deren Blüten sind ca. drei Zentimeter im Durchmesser und öffnen sich für vier bis fünf Stunden vollständig, bevor sie verblühen. An einer Blütentraube befinden sich zwischen drei und sieben Knospen. :sneaky: Und Brutschuppen von Drosera scorpioides "large" hätte ich noch... :whistling: Letztere allerdings nicht mehr allzu lange, weil ich die dann entsorgen würde.

Sieht so aus, als sei ich nun zum Ende gekommen. 🥵

Viel Spaß deinem Sohn mit seinen pflanzlichen Fleischfressern und viel Erfolg! :thumbsup:
 
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Ach du Schei** :speechless:! Ich bin doch echt ein Depp! Was fasele ich eigentlich die ganze Zeit von Nepenthes-Pollen! :facepalm: Meine Hybride ist ja auch ein Weibchen! :banghead: Ich habe gerade durch meine Bilder-Posts gescrollt und bin dabei auch an meinem Neppi-Blütenstand vorbei gekommen! Mich könnense bald in die Geschlossene stecken - gerontologische Abteilung... ;) Das ist mir aber vor ein paar Monaten schon mal passiert, dass ich dachte, ich hätte ein Männchen! Ich hatte bis vor drei Jahren noch eine Nepenthes x hookeriana - DAS war ein Männchen! :rolleyes:
 

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