So, heute hatte ich ein wenig Zeit zu Auswerten.
Generelles:
Ich habe für alle statistischen Tests ein 95% Signifikanzniveau (bzw. 5%) angenommen.
Ich habe zwei Auswertungen gemacht: Einmal nach 15 Tagen und einmal nach 30 Tagen, jeweils bezogen auf alle Samen und auf die Samen ohne Starkkeimer.
Da KNO3 sowohl nach 15 als auch nach 30 Tagen die höchsten Keimwerte zeigt, habe ich die anderen Methoden mit dieser verglichen.
Auswertung für Keimung nach 15 Tagen:
> Test auf Varianzhomogenität aller 4 Keimbedingungen (Levene-Test)
Alle Samen
Ergebnis: Es gibt keinen Unterschied in den Standardabweichungen.
Kommentar: Das ist nicht verwunderlich, durch die Starkkeimer sind die Streuungen in allen Bedingungen sehr hoch.
ohne Starkkeimer
Ergebnis: Mindestens eine Standardabweichung unterscheidet sich signifikant von den übrigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Aussage falsch ist, beträgt weniger als 0,09%.
Kommentar: Beim Blick auf die Daten fällt das Salpeter mit einer hohen Standardabweichung bereits auf.
> Vergleich KNO3 mit Destilliertem Wasser (Fishers-F-Test und Mittelwert-t-Test nach Student)
Ergebnis: Zwischen beiden Methoden besteht kein signifikanter Unterschied. Weder ohne noch mit Starkkeimern.
> Vergleich KNO3 mit Leitungswasser (Fishers-F-Test und Mittelwert-t-Test nach Student)
Ergebnis: Mit Starkkeimern besteht kein Unterschied zwischen beiden Methoden. Ohne Starkkeimer liefert KNO3 signifikant andere Ergebnisse. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Aussage falsch ist, beträgt 2,6%.
> Vergleich KNO3 mit Hakaphos (Fishers-F-Test und Mittelwert-t-Test nach Student)
Ergebnis: Mit Starkkeimern besteht kein Unterschied zwischen beiden Methoden. Ohne Starkkeimer liefert KNO3 signifikant andere Ergebnisse. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Aussage falsch ist, beträgt 1,5%.
Auswertung für Keimung nach 30 Tagen:
> Test auf Varianzhomogenität aller 4 Keimbedingungen (Levene-Test)
Alle Samen
Ergebnis: Es gibt keinen Unterschied in den Standardabweichungen.
Kommentar: Das ist nicht verwunderlich, durch die Starkkeimer sind die Streuungen in allen Bedingungen sehr hoch.
ohne Starkkeimer
Ergebnis: Mindestens eine Standardabweichung unterscheidet sich signifikant von den übrigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Aussage falsch ist, beträgt weniger als 0,85%.
Kommentar: Beim Blick auf die Daten fällt das Salpeter mit einer hohen Standardabweichung bereits auf.
> Vergleich KNO3 mit Destilliertem Wasser (Fishers-F-Test und Mittelwert-t-Test nach Student)
Ergebnis: Zwischen beiden Methoden besteht kein signifikanter Unterschied. Weder ohne noch mit Starkkeimern.
> Vergleich KNO3 mit Leitungswasser (Fishers-F-Test und Mittelwert-t-Test nach Student)
Ergebnis: Mit Starkkeimern besteht kein Unterschied zwischen beiden Methoden. Ohne Starkkeimer liefert KNO3 signifikant andere Ergebnisse. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Aussage falsch ist, beträgt 3,0%.
> Vergleich KNO3 mit Hakaphos (Fishers-F-Test und Mittelwert-t-Test nach Student)
Ergebnis: Mit Starkkeimern besteht kein Unterschied zwischen beiden Methoden. Ohne Starkkeimer liefert KNO3 signifikant andere Ergebnisse. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Aussage falsch ist, beträgt 3,4%.
Endergebnis:
Der Einsatz von 2% Salpeter liefert führt bei guten Keimern zu keinen schnelleren oder höheren Keimraten als der Einsatz der übrigen Methoden.
Bei schlechteren Keimern führt der Einsatz von 2% Salpeter im Vergleich zu Leitungswasser und 1 Promille Hakaphos zu signifikant anderen Ergebnissen, meistens sind diese höher (Ausnahme: Leitungswasser nach 30 Tagen, dort sind die Mittelwerte vergleichbar).
Destilliertes Wasser hat allerdings auch bei schwachen Keimern keinen signifikant schlechteren Einfluss als KNO3.
Anbei noch ein Diagramm der kumulierten, relativen Häufigkeit. Das bedeutet, für jede Methode wurden die gekeimten Samen als 100% gesetzt.
Wer mag kann sich die detaillierten Testergebnisse auch in der Exceltabelle ansehen.