Veggies im Forum


Niy

Jalapenogenießer
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@Niy
[...]
Ich bleibe dabei, eine Ernährungsphilosophie bedeutet nicht grundsätzlich Nachhaltigkeit.
Vor allem nicht wenn diese Philosophie "nur" daraus besteht tierische Erzeugnisse wegzulassen.
Ich könnte mich vegan ernähren und dennoch die ökologisch allergrößte Drecksau sein.
[...]
Doch!
Deine Ernaehrung hat mit den groessten Einfluss auf deine durchschnittlichen CO2-Emissionen und Wasser-Verbrauch.

Quelle: https://www.treehugger.com/fossil-fuels/are-people-clueless-when-it-comes-their-carbon-footprints.html
(Und diese Grafik zeigt vegetarische, nicht vegane Ernaehrung!)

Du kannst dich kaum so umweltschaedlich verhalten, dass du deinen positiven impact aus der Ernaehrungsumstellung wieder wettmachst. Ernaehrung ist in etwa zu einem fuenftel bis einem drittel bei einem Durchschnittsbuerger an den CO2-Emissionen beteiligt -- vegane Ernaehrung erzeugt durchschnittlich 80% weniger CO2-aequivalente Emissionen.
 

chrisi

Chiligrünschnabel
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Nachbars Kuh stammt zu 99% aus intensiv-Haltung, d.h. wird mit Kraftfutter ernaehrt, welches zum grossteil aus Brasilien oder Argentinien kommt.
Die konservativste Rechnung in Punkto CO2-Bilanz fuer ein Kilo Rindfleisch aus Deutschland betraegt 27 Kilogramm CO2 pro Kilogramm, und dabei werden viele Faktoren ignoriert die die Zahl nach oben treiben wuerden. Dafuer koennte man um die 5 Kilo Kiwis aus Neuseeland per Flugzeug nach Deutschland bringen. (Mangos fliegen nicht so weit, deswegen ist das sogar noch 'extremer') -- rechnet man das Fleisch nicht derart konservativ und betrachtet beispielsweise auch den Verlust der CO2-Speicherkapazitaet der fuer die Futtermittel produktion genutzten Flaeche, dann ist man schnell bei >300kg CO2/kg Rindfleisch.

Vegetarisch ist problematisch, da die Milchproduktion (und damit insbesondere Butter und Kaese) aehnlich schlimm sind wie Rindfleisch.

Also, selbst der schlechteste Veganer, der sich praktisch nur von Flugware ernaehrt hat einen besseren CO2-Abdruck als ein durchschnittlicher, deutscher Fleischesser. Und von dem Wasserabdruck mag ich gar nicht sprechen, das ist noch viel schlimmer.

Soja fuer den menschlichen Verzehr (Sojamilch, Tofu, Tempeh, diverse Ersatzprodukte, ...) wird hauptsaechlich in Europa produziert -- aber selbst wenn, in 1kg firm Tofu stecken ca. 500g Soja, mit den 500g Soja wuerde man ca. 50g Rindfleisch produzieren koennen.

edit: da Quellen gewuenscht sind, habe ich mal die Zahlen gegoogelt, bin schon eine ganze Weile vegan und nutze die recht haeufig
Der Fußbadruck von Fleisch ist im Allgemeinen schlechter als der von pflanzlichen Nahrungsmitteln, das stimmt. Aber nicht jedes Fleisch stammt automatisch aus Massentierhaltung mit Gen-Futter aus Brasilien, vielleicht ist das in D so? In Ö jedenfalls nicht, wir sind ein kleines Land, kleiner strukturiert, und der Trend geht in Richtung Fleisch in Bio-Qualität bzw. Direktvermarkter. Leider gibt's halt noch viele Leute die sich "teureres" Fleisch nicht leisten wollen, viele schauen einfach auf den billigen Preis und denken sich nichts dabei (ist ja auch bei Obst und Gemüse so). Dieses Umdenken wird auch noch viele Jahre dauern. MM gibt's nur sehr wenige Leute die sich "teures" Fleisch nicht leisten können, für zB Zigaretten, Alkohol, neue Handys ist auch genug Geld da. Auch sind in Ö seit 1.1. Legebatterien komplett verboten, als privater kann man (so weit ich weiß) keine Eier aus ausländischen Legebatterien kaufen.
 

schalabenjo

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Um den Ganzen eine Endzeitstimmung zu verleihen. Wir leben auf diesem Planeten. Die Elemente aus denen wir bestehen verpuffen nicht einfach ins All. Sprich wir nutzen die Ressourcen dieses Planeten und irgendwann wird alles wieder zu einer Ursuppe. Aus dieser Sicht betrachtet ist das eine runde Sache. :roflmao:
 

Niy

Jalapenogenießer
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[...]In Ö jedenfalls nicht, wir sind ein kleines Land, kleiner strukturiert, und der Trend geht in Richtung Fleisch in Bio-Qualität bzw. Direktvermarkter. [...] Auch sind in Ö seit 1.1. Legebatterien komplett verboten, als privater kann man (so weit ich weiß) keine Eier aus ausländischen Legebatterien kaufen.
Bio-Fleisch hat interessanter Weise eine noch schlechtere CO2-Bilanz als konventionelles. (siehe: zB https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-07/klimakiller-fleisch/komplettansicht)
Thema Legebatterie, soweit ich weiss gilt dies nur fuer frische Eier, nicht aber fuer Produkte, die Ei enthalten, was einen grossteil des Marktes ausmacht -- aendert aber auch nichts an der Thematik und hat wenig mit den Emissionen zu tun.
 

chrisi

Chiligrünschnabel
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Bio-Fleisch hat interessanter Weise eine noch schlechtere CO2-Bilanz als konventionelles. (siehe: zB https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2012-07/klimakiller-fleisch/komplettansicht)
Thema Legebatterie, soweit ich weiss gilt dies nur fuer frische Eier, nicht aber fuer Produkte, die Ei enthalten, was einen grossteil des Marktes ausmacht -- aendert aber auch nichts an der Thematik und hat wenig mit den Emissionen zu tun.
...und trotzdem überwiegen die Vorteile der Bio-Landwirtschaft. Und der Vergleich hinkt auch ein wenig. Bio-Fleisch hat eine schlechtere Bilanz weil die Tiere länger leben und deswegen mehr essen und mehr furzen... Die Zahlen sind halt sehr allgemein, und da gibt's sicher überall auch Ausreißer nach oben und unten.
Stimmt, es gibt leider keine Kennzeichnungspflicht für Gasthäuser und andere verarbeitenden Betriebe, welche ich - auch in Sachen Fleisch - begrüßen würde.
 

Patrick83

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@Niy
Du verstehst mich nicht, oder nicht richtig.
Es mir nicht um einzelne Werte, sondern um das große Ganze.
Was würde es der Welt bringen, wenn ich aus Tierliebe auf eine Currywurst verzichte, im Gegensatz dazu, bewusst überspitzt, mit meinem Hummer H1, 5 Schachteln Zigaretten rauchend, von Bozen nach München fahre, in den Privatjet einsteige, nach Tokyo fliege um dort eine Schüssel bioveganenlaktosefreienfairtradeayurveda Vollkornreis zu futtern?

Nachhaltig leben heißt den Fleischkonsum zu minimieren oder ganz darauf zu verzichten, ohne Zweifel.
Keine tierischen Produkte zu konsumieren heißt aber nicht automatisch, dass man nachhaltig lebt.

(P.S.: ich habe keinen H1 und rauche auch nicht mehr ;) )
 

capsicum perversum

burning shadow
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Veganer/Vegetarier die mir neuen Input geben hab' ich, als Fleischesser, immer sehr gerne!
Bin da ja leider noch nicht so bewandert, was diese Art von Küche angeht.
Deshalb bin ich für Rezepte dieser Art sehr dankbar und hoffe, dass sich hier niemand verschrecken lässt,
nur weil sich dadurch andere Leute zum trollen animiert fühlen.

Diese Spezies find' ich aber auch schon wieder speziel:
 

Ailsa

Dauerscharfesser
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Diese Spezies find' ich aber auch schon wieder speziel:
Das ist speziell , vor allem mit so einem Kasten von Schiff .... Nachhaltigkeit ist etwas anderes .
Doch ich sage immer , wenn jeder versucht etwas zum Schutz der Umwelt beizutragen , so kommt auch etwas zusammen .
Was da natürlich eine Kreuzfahrt bewirken soll , ist fraglich .
Vegan kann man auch ihn Kreuzfahrt leben
 

Faberrebe

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So ganz paßt das in meinen Augen nicht. Fleischkonsum in D liegt bei ca. 60 kg pro Kopf. Da bei uns wenig Rindfleisch gegessen wird, liegen wir irgendwo zwischen 5 und 6 kg CO2-Äquivalent pro kg Fleisch. D.h. ca. 350 kg pro Jahr pro Kopf. Bezogen auf ca. 10 t pro Jahr, ist das eher wenig, aber Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Dennoch sollten sich Politik und Friday For Future die Aufmerksamkeit eher auf andere Bereiche lenken, wo der Hebel größer ist. Ein sehr großer und bisher vernachlässigter dürfte z.B. bei der Beheizung von Wohnungen liegen. Da könnte man mit moderner Heiztechnik und guter Isolierung 10 - 20 % der jährlichen Emissionen einsparen.

Trotzdem interessanter Artikel. Allein der gefühlte Einfluß der Bevölkerung von Plastiktüten aufs Klima ist sehr spannend zu sehen.
 

Faberrebe

Jalapenogenießer
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Korrekt, so denke ich auch. Deshalb wundert es mich, daß 22 % der Befragten, der Meinung sind, daß der Verzicht auf Plastiktüten für das Klima wichtiger ist, als z.B. weniger zu Fliegen.
 

chrisi

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Kann mir gut vorstellen dass die Antworten zu unüberlegt gegeben wurden und Klimaschutz mit Umweltschutz vermischt wurden, was ja beides wichtig ist und in vielen Teilen auch ineinandergreift.
 

fungus

Chiligrünschnabel
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Hi,

also ich bin ja der Meinung dass jeder Mensch individuell verschieden ist. Und deshalb auch jeder andere Schlüsse zieht. Für den einen ist eben der eine Vorteil der Sache wichtig kann gleichzeitig mit dessen Nachteile leben und für den anderen eben in eine andere Richtung. Andere zu bevormunden dass es nur einen richtigen Weg gibt finde ich persönlich Blödsinn aber dass ist halt meine Meinung. Und Meinung darf sich ja Gott sei Dank jeder seine eigene bilden. Von daher Leben un Leben lassen. Ach ja ich würde gerne auch Vegane Rezepte sehen obwohl ich auch Fleisch esse.
 

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