Von unten gießen? - Das Experiment

mph

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@mph hast du dir bei den 25 Liter Autopots einmal die Wurzeln angesehen?
Nein, denn das ist nicht so einfach. Die eine Pflanze ist so groß, dass ich sie da am Stück kaum noch heraus bekomme. Die zwei großen sind teilweise ineinander gewachsen und die anderen 4 in den 15L Autopots müsste ich auch ausräumen.
 

Hangu

Naturfreund
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Ich habe das „Fluten“ bisher nur bis zu einer Topfgröße von etwa 13er Rechtecktöpfen eingesetzt und das hat gut funktioniert!...

Ich gieße derzeit meine Manzano Michoacan nur noch von unten, sie steht uebrigens im 6 Liter Tontopf.
Auch das funktioniert gut. Es ergibt sich eine sehr schöne gleichmäßige Verteilung der Feuchtigkeit im Topf, messbar mit dem Feuchtemesser.
 

Anfänger2013

Jolokiajunkie
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@mph falls du dich irgendwann von einer dieser Chilis trennst, dann währe ich für ein Foto der Wurzeln sehr dankbar.
 
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Anfänger2013

Jolokiajunkie
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Einhundertfuenf

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Danke für Deine Experimentierfreude und das Du das für das Forum dokumentierst. :thumbsup:

Ich kenne es von meinen Lechuza Töpfen auch so, dass das Nachziehen von Wasser erst dadurch funktioniert, dass einmal alles durchfeuchtet wurde. Danach trocknet es oben ab und durch die Kapillarkräfte wird von unten nachgezogen. Die Töpfe arbeiten so, dass unten ein Mineralsubstrat direkt im Wassertank steht, und erst darauf Erde liegt. Die Töpfe waren bei mir quasi das ganze Jahr mit Wasser gefüllt, nur an heißen Wochenenden oder zum Urlaub gab es mal Durststrecken für die Pflanzen.
Die entsprechenden Chilis möchte ich bald entsorgen. Interessieren Dich da die Wurzeln auch, @Anfänger2013 ? Dann würde ich das mal dokumentieren...
 
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mph

Indoor- und Balkonanbauer
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Ich nehme an, dass die Masse der Wurzeln sich unten sammeln wird wo die meiste Feuchtigkeit ist, sowohl bei den Autopots als auch den Lechuza.
 

Anfänger2013

Jolokiajunkie
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Heute habe ich das Experiment beendet und die Erdfeuchtigkeit abhängig von der Tiefe im Topf bestimmt.
TiefeGewicht von 4 cl Erdegefühlt
[td1]0-3 cm[/td1][td1]19 g[/td1][td1]trocken[/td1] [td1]6-8 cm[/td1][td1]21 g[/td1][td1]trocken[/td1] [td1]10-12 cm[/td1][td1]30 g[/td1][td1]Feuchtigkeit spürbar[/td1] [td1]14-16 cm[/td1][td1]35 g[/td1][td1]nass[/td1] [td1]20-22 cm[/td1][td1]48 g[/td1][td1]klatschnass[/td1]


Die letzen Zentimeter (Tiefe: 22-25 cm) klatschnasse Erde habe ich im Topf gelassen und gewogen. 1066 g. Danach habe ich diese Erde von oben mit einem Wäschesprüher vorsichtig aber sehr gründlich gegossen. Danach betrug das Gewicht 1137 g.

In der untersten Erde (recht genau 1 Liter Erde) war also noch recht viel Luft. Erst durch das Gießen von oben wurde die Luft im Volumen von 71 g Wasser verdrängt.

Aussagen des Experimentes:
  • Beim Gießen von unten wird deutlich weniger Luft verdrängt als beim Gießen von oben.
  • Ab ca. 10 bis 15 Zentimeter transportiert die Erde nur noch sehr wenig Wasser nach oben. Hier ca. 32 Gramm am Tag. Irgendwann würde die Feuchtigkeit zwar oben ankommen, aber der Wassertransport ist so gering, dass bereits die Wurzeln in ca. 15 cm Höhe das wenige Wasser aufnehmen und so der Wassertransport nach oben noch weiter reduziert wird. In der gesamten oberen Hälfte wird nur ca. 32 g Wasser am Tag zur Verfügung gestellt. Das ist für eine größere Pflanze sehr wenig.
  • Die Erde im unteren Bereich war extrem nass, enthielt aber weiterhin noch viel Luft. Kurzfristig ist das sehr vorteilhaft, da beide Bedürfnisse der Wurzeln sehr gut erfüllt werden. Das Problem ist aber, dass bei der extrem nassen Erde kein Luftaustausch möglich ist. Irgendwann ist der Sauerstoff verbraucht! Wer von unten gießt, sollte also regelmäßig den Topf durchtrocknen lassen.
  • Bei den Autopots funktioniert das wahrscheinlich so. Im unteren Bereich der Töpfe herrscht maximale Nässe und langfristig ein extremer Sauerstoffmangel. Der obere Teil der Töpfe liefert nahezu keine Feuchtigkeit, aber recht viel Sauerstoff. Im gewissen Umfang kann der Sauerstoff in den Wurzeln transportiert werden. In dem Bereich: Innerhalb der Transportdistanz des Sauerstoffs und dem Bereich der hohen Feuchtigkeit haben Wurzeln optimale Bedingungen.
  • In kleinen Töpfen mit einer Höhe von unter 10 bis 15 cm bietet das Gießen von unten den Vorteil, dass viel mehr Luft in der Erde bleibt und gleichzeitig die gesamte Erde befeuchtet wird. Man sollte aber zwischen dem Gießen die Erde wieder austrocknen lassen.


Ist das Gießen von unten für High-Speed-Growing geeignet?

Nein!
High-Speed-Growing basiert darauf den Wurzeln, in der Wachstumsphase, möglichst unbegrenztes Wachstum zu ermöglichen. Dies funktioniert beim Gießen von unten nicht. Der obere Bereich der Töpfe kann von den Wurzeln nicht genutzt werden, da dort die Erde zu trocken ist. Dadurch wird wertvolles Erdvolumen verschenkt. Weniger nutzbares Topfvolumen = reduziertes Wachstum. Zusätzlich bleibt das Problem mit der mangelnden Sauerstoffversorgung im unteren Bereich des Topfes, was ebenso da Wurzelwachstum einschränkt.

Bei ausgewachsenen Pflanzen sehe ich das anders. Da ist es für die Pflanze nur noch wichtig, dass alle Bedürfnisse erfüllt werden. Dafür reicht auch die recht keine optimale Zone in den Autopots völlig aus. Das die Nährstoffe im oberen Bereicht nicht oder nur wenig genützt werden können ist durch unser Düngen wenig relevant.
 
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G

Gelöschtes Mitglied 7425

Gast
Das Von-Unten-Gießen mache ich nur in der Anfangsphase, insbesondere bei den 7x7cm Töpfen.
Bei den 13er Töpfen gieße ich mal von unten und mal von oben.
Bei den Endtöpfe gieße ich immer von oben.
 

SneakyPete

Chiliinfiziert
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Danke für das Experiment, sehr informativ!:thumbsup: @Anfänger2013

Hatte diese (meine erste Saison) blindlings Keimlinge Start der Keimung erst am 11.März, danach in 13x13 verpflanzt und natürlich von oben gegossen.
Als Anfänger natürlich kein Gefühl fürs gießen nach dem Motto viel hilft viel auch mit zu nassen Pflanzen gekämpft.

Die Pflanzen die es gut überstanden haben und als ich letztendlich ein Gefühl fürs wässern hatte haben mir wirklich mit gutem Wachstum gedankt.
Damit haben die Pflanzen somit wohl auch vom Highspeedgrowing profitiert.

Natürlich hatte ich auch etwas mit Trauermücken zu kämpfen da bietet sich das von unten Gießen an.
Das werde ich wahrscheinlich mal so versuchen, denn nächste Saison bin ich definitiv früher dran als März :D

Auch wenn ich so nicht vom Highspeedgrowing profitieren kann ;)
 

Einhundertfuenf

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  • Ab ca. 10 bis 15 Zentimeter transportiert die Erde nur noch sehr wenig Wasser nach oben. Hier ca. 32 Gramm am Tag. Irgendwann würde die Feuchtigkeit zwar oben ankommen, aber der Wassertransport ist so gering, dass bereits die Wurzeln in ca. 15 cm Höhe das wenige Wasser aufnehmen und so der Wassertransport nach oben noch weiter reduziert wird. In der gesamten oberen Hälfte wird nur ca. 32 g Wasser am Tag zur Verfügung gestellt. Das ist für eine größere Pflanze sehr wenig.
Hm. Das könnte aber besser werden, wenn man zumindest einmal von oben die Erde durchnässt hat, wegen der durchgehenden Kapillarwirkung nach oben die dann erst auftritt... Juckt mich ja schon in den Fingern, dass in gleicher Weise zu untersuchen - aber Zeit und Kopf frei hab ich dafür leider grade nicht.
Vermutlich könnte man einen Topf vorbereiten, satt von oben gießen (bis es rausläuft) und dann ebenfalls Wasseraufnahme am Tag dokumentieren und später den Feuchtigkeitsverlauf. :thumbsdown:
 

Anfänger2013

Jolokiajunkie
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Die Stärke der Kapillarkräfte ist davon abhängig wie groß die Lücken in der Erde sind. Die Eigenschaften der Erde sind auch von Bedeutung. Das die relativ trockene Erde kein Problem darstellte sieht man daran, dass die ersten 718 Gramm Wasser sehr schnell aufgenommen wurden. Unten war die Erde ursprünglich genauso trocken.

Wenn die Erde zusätzlich von oben gegossen wird, dann ist sie natürlich schneller nass. Bei dem Experiment ging es aber gerade darum, wie viel Wasser in hohen Töpfen nach oben transportiert werden kann.

Erde nimmt nur dann sehr schlecht Wasser auf, wenn sie übertrocknet wurde. Das war bei dem Experiment nicht der Fall.
 

Einhundertfuenf

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Die Töpfe arbeiten so, dass unten ein Mineralsubstrat direkt im Wassertank steht, und erst darauf Erde liegt. Die Töpfe waren bei mir quasi das ganze Jahr mit Wasser gefüllt, nur an heißen Wochenenden oder zum Urlaub gab es mal Durststrecken für die Pflanzen.

Hier sind die Bilder meine Wurzeln, hoffentlich wie gewünscht ( @Anfänger2013 ). Die Töpfe hatte ich jetzt ein paar Tage durchtrocknen lassen, damit das Saubermachen einfacher geht...
Ich bin überrascht, wie viel der Wurzeln doch noch direkt im Wasser hing. Den Pflanzen ging es aber immer recht gut, Bilder von der Entwicklung sind in m einem Erstanbauthread (siehe Signatur) zu finden.
Oben drauf hatte ich aus optischen Gründen 2-3cm Seramis - die meiste Zeit war es oben drauf wohl auch noch trocken. Zumindest hatte ich so lange keine Probleme mit Trauermücken bis meine Kollegen mal zwei Wochen von oben gegossen hatten.

Die erste Pflanze:
1a.jpeg 1b.jpeg 1c.jpeg

Und die zweite:
2a.jpeg 2b.jpeg
 

Anfänger2013

Jolokiajunkie
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Danke @Einhundertfuenf für die Fotos!

Wie ich vermutet habe gibt es fast keine Wurzeln im oberen Bereicht, da in dieser Höhe nicht genügend Wasser transportiert wird. Der von der Pflanze nutzbare Wurzelraum ist innerhalb des Topfes deutlich begrenzt.

@mph, wenn die dich von eine deiner Pflanzen trennst, dann bitte ich um Fotos der Wurzeln.
Deine Töpfe sind ja deutlich größer.
 
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