Das ist eigentlich alles nicht so schwer. Wenn man natürlich alle chemischen Reaktionen mit einbezieht, wird es kompliziert.
Aber auf das Wesentliche heruntergerissen und stark vereinfacht: Ein "saures Wasser" hat mehr H+-Ionen als OH--Ionen (gebundenes Wasser ist ja H2O, das aber zu einem Teil immer aus den Ionen H+ und OH- besteht = H2O). Im sauren Wasser sind also - wiederum stark vereinfacht - mehr H+-Ionen als notwendig sind, um H2O zu bilden). Ein basisches bzw. alkalisches Wasser anders rum. Dieses Gleichgewicht kannst Du z.B. mit Zuführen von Säure - die sehr viele H+-Ionen hat, in Richtung sauer bringen, weil Du dann das vorher bestehende Gleichgewicht durch mehr H+ in Richtung sauer schiebst.
Wenn man nun mehr freie H+-Ionen hat, werden diese mit anderen Inhaltsstoffen des Wassers reagieren. Und da kommt dann Calcium u.a. in's Spiel. Da wird es dann wirklich etwas komplizierter. Braucht man aber nicht unbedingt alles genau zu wissen, weil das dann einen Chemiekurs beinhalten würde. Aber ein saures Wasser hat immer einen pH von unter 7, darüber ist alkalisch und 7 ist neutral. Im alkalischen Bereich laufen andere chemische Reaktionen ab, als im sauren. Zumindest überwiegend. Und stark vereinfacht wiederum.
Fakt ist und bleibt: wenn eine gewisse Menge Calcium im Wasser vorhanden ist, kann ich diese Menge chemisch nur umwandeln (durch das, was an die Calcium-Ionen gebunden ist), nicht jedoch entfernen. Ich könnte "Kalk" zwar ausfällen durch eine chemisch/physikalische Reaktion und auch abfiltern. Aber so lange ich nichts abfiltere oder so ausfälle, dass es an der Giesskanne als "Kalk" hängenbleibt, werde ich vorne immer "Kalk" mit rausgiessen. Wenn auch in chemisch etwas unterschiedlicher Zusammensetzung. Und nicht jede dieser Zusammensetzungen ist für Pflanzen verfügbar.
Aber Phosphorsäure wird auf jeden Fall genügend Calcium verfügbar lassen, wenn es ursprünglich im Wasser drin war und der pH unter 6,6 bleibt. Nur wenn man in einen extrem sauren Bereich ginge - also unter pH 5,5, wäre das sicher nicht mehr gut. Aber das spielt für normale, vernünftige Anwendung keine Rolle und verkompliziert alles nur unnötig.
Dadurch, dass jede vernünftige Erde eh schon im sauren Bereich ist (TKS2 z.B. 5,6) verschiebt sich durch Giessen erst langsam was in Richtung zu alkalisch. Wenn man jedoch fortgesetzt mit Wasser wie ich mit pH 7,8 giesst, kommt man irgendwann eben in den für die Pflanzen schlechten Bereich. Und deshalb reduziere ich diese Wirkung durch etwas Phosphorsäure - Salpetersäure wäre mir aus anderen Gründen zwar lieber, aber die gibt es halt nicht so einfach. Für die Blüte- und Fruchtphase ist jedenfalls Phosphorsäure nicht schlecht, für die Wachstumsphase wäre Salpetersäure deutlich besser. Vorausgesetzt man weiß, was man mit Düngern noch alles anstellt. Wer sich aber an die hier empfohlenen NPK-Werte hält, dürfte jedenfalls mit meinem Phosphorsäure-Verfahren kein Problem haben. Etwas weniger Phosphor als 2-1-3 wäre vielleicht theoretisch besser, aber das dürfte marginal sein.