Corona und die Folgen

LordDraven7584

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Auch wenn AZ der "schlechtere" Impfstoff ist, rein statistisch ist es immer noch so dass die Impfung mit AZ um ein vielfaches sicherer ist als sich nicht impfen zu lassen.
Das einfach sooo pauschal zu sagen ist auch mutig. Kommt immer auf das eigene Alter und Vorerkrankungen an. Rein von der statistischen Zahl ist für jemanden der 30Jahre ist, ohne Vorerkrankungen, das Risiko einer Sinus Venen Thrombose höher als einen tödlichen covid Verlauf. Bei 50-60 Jährigen sieht das evtl schon wieder anders aus, aber das ist individuell. Und letztlich muss jeder das Risiko für sich abschätzen.

Der Nutzen überwiegt das Risiko bezieht sich immer auf das gesellschaftliche als der individuelle/persönliche Nutzen. (Weil man keinen anstecken kann) Die Politik tätigt schon sagen wir mal „interessante“ Aussagen und man sollte unbedingt zwischen den Zeilen lesen. Und oft ist ja auch das Glück bei den Unwissenden.

Hat schon seinen Grund warum die USA AZ nicht zulässt, gerade in Bezug auf die Phase3 Studien. Da wurde versucht viel an den Zahlen zu drehen.

Und sehr merkwürdig bei AZ ja so wenige Fälle in UK bekannt sind; aber auch da nur noch ab 30Jahren verimpft wird.

Warten wir mal die nächsten 3 Wochen ab, welche Meldungen dann bekannt werden.

Versucht einfach sachlich abzuwägen und für euch die richtige Entscheidung fällen.

Bleibt alle gesund!!!
 

chrisi

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Das einfach sooo pauschal zu sagen ist auch mutig.

Nein, Fakt, es ging mir um die Gesamtstatistik, und die ist sehr eindeutig.

Kommt immer auf das eigene Alter und Vorerkrankungen an. Rein von der statistischen Zahl ist für jemanden der 30Jahre ist, ohne Vorerkrankungen, das Risiko einer Sinus Venen Thrombose höher als einen tödlichen covid Verlauf. Bei 50-60 Jährigen sieht das evtl schon wieder anders aus, aber das ist individuell. Und letztlich muss jeder das Risiko für sich abschätzen.

Dann müsste man aber Gleiches mit Gleichem vergleichen: Tod durch Corona oder Tod durch Thrombose: Beides sehr unwahrscheinlich, da Thrombosen jetzt bekannt und gut behandelbar sind.
Wie auch immer, da es andere Impfstoffe auch gibt ist es gut und richtig dass die Gehirnvenenthrombose-gefährdeten Personen die Möglichkeit bekommen sollen einen alternativen Impfstoff zu wählen/bekommen.
 

HatchChileFestival

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Ich habe mal versucht, das Risiko für 15-34-jährige Frauen (die wohl durch Sinusvenenthrombose am meisten Gefährdeten) auszurechnen und Covid-19-Todesfällen gegenüberzustellen. Leider gibt es zu viele Variablen in der Rechnung. So konnte ich auf die Schnelle nicht rausfinden, wie viele Personen in D in dieser Alters-/Geschlechtsgruppe genau mit AZ geimpft waren. Meine grobe Annäherung legte zwar nahe, dass die Gefahr an Covid zu versterben immer noch 10-30x höher ist. Aber dazu müsste man dann auch die genaue Wartezeit auf einen anderen Impfstoff in Betracht ziehen, die eigene (Un-)Vorsichtigkeit im Umgang mit anderen usw.

Mein Fazit ist aber trotz allem: Eine Impfung mit AZ ist wohl selbst in der höchsten Risikogruppe unter dem Strich ungefährlicher als z.B. 2-3 Monate Wartezeit, sofern man sich nicht sehr gut von anderen Menschen (z.B. durch Beruf, Kinder etc.) abschotten kann.

Aber wie gesagt, durch fehlende genaue Zahlen ist das alles problematisch. Es gibt zu viele Variablen.

Was aber auf jeden Fall mit einbezogen werden sollte: es gibt ja nicht nur Todesfälle. Auch da gibt es Schwierigkeiten mit dem Datenmaterial, aber zu lesen war, dass 2/3 bis 3/4 aller Infizierten an einer Form von "Long Covid" (Langzeitwirkungen) leiden. Sehr schwierig wird es dann, wenn man das auseinanderklamüsern will. Denn - ist eine gewisse Kurzatmigkeit über 3-6 Monate "schlimm", wie sieht es mit dem längerzeitigen Verlust von Geruch/Geschmack aus, Verlust der Möglichkeit seinen Lieblingssport zu betreiben oder gar Treppen zu steigen? Toleriert man ein paar Wochen starke, dauernde Müdigkeit? Es ist dann noch schwieriger Daten darüber zu finden, wie viele Personen nach z.B. 6 Monaten völlig symptom-/nebenwirkungsfrei sind und wie viele leichte, mittlere oder schwere Symptome haben.

Dem müsste man gegenüberstellen, wie die Überlebenden der Sinusvenenthrombosen sich halten (vermutlich nicht so gut). Auch würde ich mal vermuten, dass auch andere, nicht auffällige Thrombosen z.B. in Beinvenen gesteigert sein dürften, nur dass diese statistisch nicht auffallen und keine signifikante Zahl von erhöhten Todesfällen produzieren. Ebenso sollte man bedenken, dass Covid auch und vermutlich deutlich mehr Thrombosen (bei schwererer Erkrankung) verursacht, weshalb diese indirekt ja auch bei der Priorisierung abgefragt werden (durch die auswählbaren Krankheiten bei der Registrierung).

Wer sich schon mal mit Arzneimittelnebenwirkungsstudien beschäftigt hat weiss, dass da selbst beim gleichen Arzneimittel oft sehr unterschiedliche Studienendergnisse nach Jahren rauskommen. Insofern wird es einigermassen verlässliche Daten zu diesem Themenkomplex wohl erst in 1-2 Jahren geben können, vermute ich mal.

Ich finde es nur wichtig, dass sich jeder etwas informiert und dann eine INFORMIERTE Entscheidung trifft. Zumindest wenn er einer Risikogruppe angehört - egal ob speziell durch AZ oder auch Covid.
 

chrisi

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Diese Mühe hätte ich mir gar nicht angetan, eben wie die schreibst, zu viele Variabeln, zu wenig Daten, wie grenzt man alles gleichwertig und fair ein usw., aber Respekt dafür dass du es versucht hast ;)

Ganz wichtig und richtig dein Schlusssatz:
Ich finde es nur wichtig, dass sich jeder etwas informiert und dann eine INFORMIERTE Entscheidung trifft. Zumindest wenn er einer Risikogruppe angehört - egal ob speziell durch AZ oder auch Covid.
 

LordDraven7584

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Leider geht es bei AZ als Nebenwirkung um Sinus Venen Thrombosen. Keine normale Thrombose oder nur Kopfschmerzen und Fieber. Die Sinus Venen Thrombose ist meist tödlich oder hat sehr starke folgen wie nach einem Schlaganfall. Und die so ungefähr 30Fälle auf 2Million ist statistisch mehr als an Covid zu sterben. Zumindest bei einem Alter von 30Jahren oder jünger. Außerdem möchte ich garnicht wissen wir hoch da noch die Dunkelziffer ist. Und so ein hohes Risiko gibt bei keinem anderen Impfstoff. Wer halt gerne russisches Roulette spielt, aber man sollte sich umfassend informieren. Es gab ja die Einschränkungen in Deutschland weil es mehr als 1 Fall pro 100000 gab. Und diese Quote hat der tödliche Verlauf bei covid (ab unter 40 Jährigen) nicht. Bleibt gesund! ;)
 

Chilli-Käfer

Jalapenogenießer
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Du bringst es gut auf den Punkt @LordDraven7584
Wenn man überlegt die gleiche Art der Sinusvenen Thrombose gibt es auch Heparin induziert, und da gibt es dann früh erkannt gute Behandlungsmöglichkeiten bevor ein Schlaganfall oder schlimmeres auftritt.
Aber ich denke man muss es immer noch Einzelfall abhängig machen und im Zweifel seinen Hausarzt kontaktieren oder es bleiben lassen.
Das ganze hin und her und die unklaren teils sehr verwirrenden Aussagen in den Medien machen die Entscheidung auch nicht immer leichter.
 

S.Peter

Habanerolecker
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es ist nur eine leichte Erkältung bei mir, wegen sowas würd ich zu normalen Zeiten nichtmal zum Arzt gehen
(nicht jeder hat das Glück und kommt so glimpflich davon, das ist mir auch bewusst, ich kenn selbst jemanden den es richtig schwer erwischt hat, mit Krankenhausaufenthalt, Intensivstation und allem drum und dran)
 

S.Peter

Habanerolecker
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Perfekt jetzt darf ich zweimal am Tag ein Corona Tagebuch online ausfüllen, wie es mir geht und welche Symptome auftreten
Frage:
geben Sie ihre Temperatur an: ———

nächste Frage zum ankreuzen:
Haben Sie Fieber ja nein

:banghead:
 

HatchChileFestival

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Beschäftigungstherapie für die Bürokraten. Die brauchen doch Material, das sie per Fax in der Gegend rumschicken können ...

Dir trotzdem alles gute und schnelle Besserung.
 

chrisi

Dauerscharfesser
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Anscheinend gibts auch bei Johnson&Johnson Thrombose-Fälle, in dem Bericht steht leider nichts genaues:


Möglicherweise sind Pfizer und Moderna gar nicht so toll was die südafrikanische Variante betrifft:


Als die südafrikanische Variante auftauchte hat Astrazeneca recht schnell gesagt dass ihre Impfung gegen diese Variante schlechter wirkt, aber Pfizer hat sofort behauptet dass ihre Impfung eine hohe Wirksamkeit hat, und das obwohls weder eine Studie noch genug Daten dazu gab. Und was blieb hängen: AZ schlecht, Pfizer super. Marketingtechnisch gut gemacht von Pfizer ;)
 

HatchChileFestival

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Gut, in den wissenschaftlicheren Abhandlungen stand aber schon früh, dass auch die mRNA-Impfstoffe so ihre Schwierigkeiten mit der SA-Variante haben. Aber sie sind nach allem, was ich bisher gelesen habe doch noch deutlich wirkungsvoller als AZ. Interessanterweise soll J&J am wirkungsvollsten gegen diese Variante sein. Wie auch immer, ich denke, das sind alles vorübergehenden Erkenntnisse.

Ob man die 4 Thrombosefälle mit J&J jetzt schon bewerten kann, wage ich zu bezweifeln. Noch sind sie im Rahmen der natürlichen Verbreitung und man passt natürlich im Moment besonders darauf auf. Beobachten sollte man es schon und das wird sicher getan.

Was mir richtig Sorgen macht ist die BRA-Variante bzw. Varianten. Über die ist sehr wenig bekannt und das was bekannt ist, ist nicht gut. So z.B. dass viele Erstinfizierte mit dem Originalvirus diese Varianten nun tlw. sogar tödlich abbekommen. In Manaus (Brasilien) ging man noch vor Kurzem davon aus, dass Herdenimmunität nach der ersten Welle herrscht (es gab eine Studie, die von 76% "Durchseuchung" ausging). Und da wütet P1 nun ganz besonders. Gar nicht gut. Über die Wirkung von Impfstoffen in diesem Zusammenhang ist wenig Belastbares im Umlauf.

Brasilien nutzt nach meinen Infos hauptsächlich Sinovac (mit einer Wirksamkeit knapp über 50%) und AZ. Sinovac ist ein eigener Fall, da gerade durch die Chinesen selbst bekannt wurde, dass sie eine relativ geringe Wirksamkeit zugeben. Andererseits behauptet die Türkei über 91% Wirksamkeit. Was aber vermutlich eine politische Aussage ist. Könnte aber auch an den verschiedenen Varianten liegen. Durch Bolsonaro wird das alles noch viel schlimmer gemacht.

Positiv ist jedoch, dass einer britischen Studie zufolge ein Asthmamittel (Budesonid) wohl als ernstzunehmendes Therapeutikum angesehen werden kann - wenn sich die Studie durch größere Nachuntersuchungen bestätigen sollte. An dieser Front tut sich nämlich erstaunlich wenig. Ich ging ursprünglich davon aus, dass eher ein Therapeutikum als ein vernünftiger Impfstoff zur Verfügung stünde. Da habe ich mich getäuscht. Liegt wohl auch daran, dass damit schwerer massive Verdienste zu machen sind, vor allem dann, wenn es bereits existierende Medikamente sind.


Persönlich bin ich relativ entspannt nach meiner ersten Biontech/Pfizer Impfung. Mal sehen, ob bei der Zweitimpfung nicht bereits massiv Escape-Varianten unterwegs sind. Insofern gedämpfter Optimismus.
 
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