Seht was ich zuletzt selbst gebaut habe


LordDraven7584

Survival of the fittest
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Öl, gerade Leinöl ist ne tolle Sache bei 100 Prozent Naturholz. Es braucht auch lange zum einziehen trocknen und ich würde es nicht zu dick auftragen sonst kommt da ne weiche Ldkschicht raus was nicht schön ist. Ist halt auch was tricky beim richtigen verarbeiten.
Ich wäre noch immer beim Bootslack/Parkettlack.

Größtes Problem für Öl dürften dein Leisten sein.

Der Bootslack braucht auch seine Zeit zum trockenen die du ihm auch geben sollst und dann schon erst die eine dann die andere Seite. Evtl auch eine zweite Schicht. Habe das selber an einem Gewehrschaft mit wunderschönem Ergebnis benutzt. Man muss das Highfinish also Super glänzend mögen.

Wer die Wahl, hat die Qual. ;) Viel Erfolg, bin auf das Ergebnis gespannt.
 

goan

Jalapenogenießer
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@tom62 Vielen Dank für die ausführlichen Tipps!

Ich weiß nicht recht, wie ich am lack schleifen soll ohne das winklig dazu liegende Furnier zu beschädigen. Ich hab mal mit meinen tollen Paint Fähigkeiten das Foto bearbeitet:
Rot = Lack, Grün = unbehandelt durchs Durch-/Absägenphoto_2020-10-29_12-46-29lack.jpg

Und der Lack ist definitiv beschädigt, da sich ein paar Zwingen beim Nutfräsen ins Holz gedrückt haben. Da sind eh schon kreisrunde Abdrücke wie in amerikanischen Kornfeldern. Sofern das Öl nur diesen Kreis anders aussehen lässt wäre es okay, aber unsymetrische "Flecken" sind ja optisch eine größere Störung.

Und ein Update habe ich auch. Das geleimte und tesafilmbefreite Furnier für die Kofferaußenseiten (noch nicht feingeschliffen):
photo_2020-11-19_12-04-21.jpgphoto_2020-11-19_12-04-22.jpg

Die weißen Würfel sind leider etwas schief. Darum und weil mir gesagt wurde, dass Ahorn von der Sonne eher gelblich nachdunkelt, wird Braun die Oberseite und Weiß die Unterseite.

Im Apfelbaum"Hintergrund" sieht man zb Sägeschnitte und es ist etwas "fleckig" - das würde das Öl ja auch stärker zum Vorschein bringen?!

Edit: @LordDraven7584 Die Leisten sind auch Naturholz aus massiver Buche, nur eben mit zwei Seiten dünnem Lack.
 

tom62

Jalapenogenießer
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Wenn ich das richtig sehe sind die Innen- und Außenkanten lackiert. Wenn das so ist wirst du den Lack an den Innenseiten nur mit seeehr großem Aufwand abschleifen können. Das dürfte aber fast unmöglich sein ohne dein Furnier zu zerkratzen.
Eventuell das Furnier am Übergang zur Leiste mit gutem Klebeband abkleben und ganz vorsichtig schleifen oder doch alles lackieren.
Die Abdrücke der Schraubzwingen würde ich versuchen wegzuschleifen.
Du ärgerst dich sonst bei jedem hinsehen.

Ja, Ahorn wird mit der Zeit einen gelblichen Ton annehmen. Dafür wird das Nußbaum heller.

Fazit:
entweder schleifen bis der Arzt kommt und ölen oder lackieren.

gutes gelingen
 

goan

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Fazit:
entweder schleifen bis der Arzt kommt und ölen oder lackieren.

gutes gelingen
Danke...etwas getrübt ist meine Motivation jetzt schon. Die Druckstellen der Zwingen sind auch auf der Innenseite im Lack und 0,5-1mm tief - harte Buche dort schleifen wird üble Arbeit. Wenn ich das richtig aufgeschnappt habe, muss doch aber alter lack auch zumindest gut an-, besser abgeschliffen werden um neu lackiert zu werden?
@LordDraven7584 Was sagt dein Bootslack zum lackieren auf altem Lack?


Und gna, ärger mich grad riesig, dass keiner der Tischler und Handwerker, die die Werkstatt und Projekte betreuen, mich darauf aufmerksam gemacht hat vor dem Rahmen leimen. Die waren ja dabei. :(

Edit: Was genau wird denn mit den Jahren mit meinem Koffer passieren, wenn die Oberflächen gar nicht behandle?
 
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LordDraven7584

Survival of the fittest
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@goan Bootslack sollte eine gute Schicht auftragen, auch auf alte Schichten und diese einschließen. Ist dann nur wie ein Paradiesapfel nur natürlich nicht rot. ;)
Man muss aber die harte dicke Glasschicht mögen. Ich mag es.
 

tom62

Jalapenogenießer
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Nicht den Mut verlieren!

Die Druckstellen der Schraubzwingen kannst du auch mit Wasser und einem Bügeleisen zumindest teilweise entfernen.

Baumwolltuch nass machen, auf die Druckstelle legen und mit dem Bügeleisen erhitzen. Das ganze mehrmals wiederholen.
Nachschleifen und die Druckstelle ist zumindest teilweise weg.

Aber aufpassen, dass das Furnier nicht allzu nass wird.

Wenn du den Koffer unbehandelt lässt wird er vermutlich in kurzer Zeit unansehnlich werden.(Flecken, Kratzer usw.)

Verliere nicht auf der Zielgeraden den Mut. Ist doch ein schönes Stück!!!!
 

goan

Jalapenogenießer
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Danke für die aufbauenden Worte @tom62

Heute war mein letzter Tag in der Werkstatt und ich hab alles mitgenommen. Vielleicht kann ich bei Tageslicht noch schärfere Fotos von der Oberfläche und den "Problemzonen" mit meiner bescheidenen Handycam hinbekommen.

Hier ist das gute Stück erst mal:
photo_2020-11-24_23-01-45.jpgphoto_2020-11-24_23-01-32.jpgphoto_2020-11-24_23-01-23.jpgphoto_2020-11-24_23-00-59.jpg

Habe noch Reste von allen Furniersorten und der Buche mitgenommen für weitere Tests mit Oberflächenbehandlungsmitteln.

Was in der Werkstatt vorrätig war habe ich schon ausprobiert (Holzöl, Acryllack, Wasserlack) und der Wasserlack hat bisher am Besten abgeschnitten.

Hab am Sonntag noch lauter yt Videos angeschaut und mit staunen festgestellt, dass die alle Koffer in einem bauen und zum Schluss in der Mitte durchsägen um zwei richtig passend Hälften zu haben.
Und ich hab versucht das Rad neu zu erfinden mit meinen zwei Bilderrahmen. Hätte ich mal vorher recherchiert... :banghead:
 

goan

Jalapenogenießer
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Es bleiben noch genug Arbeitsschritte um was zu vermasseln und je mehr Arbeit drin steckt um so ärgerlicher wird es auf der Zielgraden. Trau mich kaum es schief anzugucken aus Angst, dass es davon in Flammen aufgeht. :( o_O ;)

Mal schauen wann ich mich dann traue es zu benutzen... oder gar einen anderen Menschen dran spielen zu lassen.
 

Gigglebug

Habanerolecker
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Von mir mal noch ein Nachtrag zum Thema Holz Ölen und Lackieren.

Ölen kann man theoretisch mit jedem Fett. Ich habe allerdings festgestellt dass dunkle Öle ggf die Farbgebung beeinflussen. Also grundsätzlich verstärkt das einfetten die Holzfarben aber gelbes Öl färbt auch etwas ab.

Bei Naturholz ist das meistens kein Problem. Aber sobald die Hölzer gefärbt sind oder es auf farbliche Akzente ankommt würde ich zu farblosem raten.

Meine Kämme aus buntem Holz öle ich gerne mit Antikwachs, das ist auch lebensmittelecht und durch das enthaltene Bienenwachs nur leicht gefärbt.

Bei dem grauen Schichtholz habe ich durch Leinöl eben nen Gelbstich gehabt. War dann eher suboptimal.

Für unsere Buchenarbeitsplatte nehme ich es aber gerne da Leinöl auch das Material stärkt.

Lackieren würde ich persönlich nicht mehr. Also ausser man mag das. Ich fand es wirkte meistens sehr unnatürlich.

Würde das aber generell je nach werkstück entscheiden.
 

Gigglebug

Habanerolecker
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Was mir noch eingefallen ist:

Was ich am Lack nicht so mag ist vor allem auch die Haptik. Wer hochglänzend will ohne dass das Holz lackiert wird dem würde ich zum Schleifen raten und zwar mit Micromesh, das geht bis zu einer Körnung von 12.000. Danach ist auch normales Holz glänzig und stabilisiertes Holz wird fast ein bisschen wie Kunststoff von der Haptik her. Ganz ohne Lackieren.

Farbloses Öl drüber, fertig.

Gerade wenn das Material nicht groß der Feuchtigkeit ausgesetzt ist, du wolltest dein Spielbrett sicherlich nicht im Regen oder in der Badewanne zum Einsatz bringen richtig?

49753042_222455628642433_4157169047038853120_n.jpg

Mal als Vergleich zwei von meinen Steckkämmen, einer ist bis 12.000er Körnung poliert und dann einfach mit Antikwachs behandelt, der andere ist da nur grob vorgeschliffen und fertig zum polieren.


DSC05830.JPG

Den hier musste ich komplett runter schleifen und neu polieren weil das Leinöl das Grau gelblich verfärbt hatte. Unten an den Zinken sieht man noch Reste der Verfärbung (2. von Rechts vor allem).
 

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