RE: Eure Erfahng mit LED als Pflanzenlampen?
Hi Markox,
Leuchtdioden haben nur ein ganz schmales Lichtspektrum. Rote LEDs senden NUR rotes Licht aus, andere Farben entsprechend. Mit heutigen Techniken ist man in der Lage, fast jede Farbe als LED herzustellen, bis in den violetten Bereich hinein. Es gibt ja sogar UV-Laser-LEDs, die aber so lichtschwach sind, dass das Licht stark gebündelt werden muss. Das ist für eine flächendeckende Beleuchtung von Pflanzen nicht realisierbar.
Welches Licht braucht eine Pflanze?
Es gibt eine genaue Auflistung, welche Wellenlängen / Lichtfarben für Pflanzen wichtig sind. Dabei wird fast das ganze Lichtspektrum abgedeckt, vom Infrarotlicht (Wärmestrahlung) bis eben in den UV-A-Bereich hinein. Schon mal darüber nachgedacht, warum Blätter grün sind? Die Pflanzen brauchen eben fast alle Farben bis auf Grün. Also "saugt" die Pflanze alle Farben auf bis auf Grün. Das wird wie ein von einem Spiegel reflektiert, und wenn wir die Blätter ansehen, sehen wir das reflektierte grüne Licht.
Wie ist das mit der UV-Strahlung?
Grundsätzlich ist UV-Strahlung für uns Menschen schädlich. Das UV-A-Licht kommt gleich hinter dem violetten Licht, hat eine geringe Eindringtiefe und ist für uns nicht so schädlich, wird sogar zur Bestrahlung benutzt und einige Menschen brauchen es für ihr Wohlbefinden, Pflanzen auch! Zwischen dem UV-A-Licht und der Röntgenstrahlung liegt das UV-B-Licht. Es wird von der intakten Atmoshpäre reflektiert und kommt nur zu einem ganz geringen Teil an dei Erdoberfläche. Wir Menschen und die Pflanzen brauchen es nicht, es ist für uns sogar schädlich, da es tief eindringt und Hautkrebs verursacht. Halogenlampen sind sehr starke UV-B-Strahler und daher ungeeignet. Aber darum geht es hier ja nicht.
Leuchtstofflampen haben ein sehr lückenhaftes Spektrum, mit niedrigem Infrarot-Anteil aber bis hin in den UV-A-Bereich bei Kaltlichtlampen, eben ideal für Pflanzen.
Was passiert, wenn eine Pflanze kein UV-A-Licht bekommt?
Wir kennen alle den Effekt, wenn eine Pflanze kurze Zeit völlig im Dunkeln seht: Sie bekommt gelbe Blätter (keine Photosynthese mangels Licht) und fängt an zu schießen (Fachdeutsch: sie wird geil), weil sie meint, wenn sie schneller wächst, kommt sie schneller ans Licht. Wie man bei den Beleuchtungen in China sieht, sind die LEDs primär violett, stellen den Pflanzen also das Licht zur Verfügung, was sie hautsächlich benötigen. Sie wachsen schneller, was ja für die Pflanzenzucht nicht von Nachteil ist, denn dadurch werden die Wachstumszyklen kürzer und die Pflanzen können früher verkauft werden. Auch verbleiben die Pflanzen nicht Monate in den "Brutkästen" und sollen dort keine Früchte ansetzen.
LEDs können heute effektiv bis in den tiefvioletten Bereich strahlen. Für Blühpflanzen, die Früchte ansetzen und zur Reife bringen sollen, ist das nicht ausreichend. Ebenso für Pflanzen, die über einen längeren Zeitraum (Überwinterung von Pflanzen im Keller) künstlich beleuchtet werden sollen, sind LEDs nicht ausreichend. LED-Bänke, die hinreichend viele UV-A-strahlende LEDs enthalten, sind unbezahlbar, zumindest für den Otto-Nomal-Verbraucher. Bezahlbare LED-Pflanzenlampen decken den UV-A-Bereich NICHT ab.
Folgende Nachteile haben Kaltlicht-Röhrenlampen:
- der Energieverbrauch ist doppelt so hoch wie bei LEDs
- die Lebenserwartung liegt bei ca. 6000 Std. statt bei 50.000 Std
- sie enthalten giftiges Quecksilber, dass bei zerbrochener Lampe austritt
Vorteil:
- sie sind viel günstiger in der Anschaffung
- sie strahlen genau das Licht aus, was Pflanzen benötigen